Ich bin dabei keine Ausnahme. Die bisher für mich am schönsten, gelungensten, aussagekräftigsten, ansehnlichsten, und außergewöhnlichsten möchte ich Euch hier vorstellen.
Wieder einmal völlig unerwartet sind mir diese Bilder gelungen, die ich am 11.06.2024 in meinem Garten aufgenommen habe. Mein alter Traktor-Anhänger mußte bei diesen Versuchen mit der Kit-Lense meiner Canon EOS 77d als Model dienen. Ich hatte Tage zuvor ein Video bei Youtube gesehen, bei dem der erfahrener Fotograf Mark Hemmings erklärt, wie man auch ohne eine sogenannte Prime-Lense wundervolle Fotos aufnehmen kann. Gerade die Erklärung ab 2:54 fand ich dabei besonders interessant. Ich wollte ausprobieren, wie sich die Tiefenunschärfe auf Fotos mit größter Brennweite (focal length) auswirkt. Aus Ermangelung eines menschlichen Models mußte deswegen mein Anhänger als Motiv dienen. Die Fotos sind unerwartet gut geworden.
Wieder einmal ein Zufalls-Treffer: Bei einem Spaziergang an einem herbstlich-grauen Tag, dem 03.10.2024, ist mir dieser Shot gelungen. Manchmal braucht es nicht viel, um ein gutes Foto zu schießen:
Ein grauer, wolkenverhangender Himmel, ein wildes Maisfeld -
fertig ist ein gutes Foto, daß auch nach Jahren nicht an Reiz verliert.
wird hier vermutlich nicht funktionieren. Aber das Auto, und sein Besitzer freuen sich vermutlich wie ein Schnitzel - vor allem, wenn man in so einer coolen Waschanlage seinen Dreck los wird. Aufgrund meiner damals unchristlichen Arbeitszeiten ist mir die Waschanlage in meinem Heimatort schon kurz nach dem Bau aufgefallen. Ich hatte mir vorgenommen, daß gute Stück irgendwann einmal genau so abzulichten. Ich wußte, auf dem Foto würde dieses toll beleuchtete Gebäude aussehen wie ein American Diner aus den 50er Jahren.
In die Tat umgesetzt habe ich mein Vorhaben letztendlich im Dezember 2023, als ich meinem Fotoapparat das berühmte Nifty-Fifty gegönnt hatte. Das man solche Aufnahme sogar ohne Stativ aus der Hand heraus machen kann, überrascht mich bis heute, und spricht sehr für die gute Qualität dieses günstigen, und lichthungrigen Objektivs.
Eines der Bilder, die ich im November 2023 bei einer meiner ersten Entdeckungsreisen in die nahegelegene Stadt Landsberg am Lech gemacht habe. Es entstand ohne vorherigen Plan. Ich hatte mein Auto in der Tiefgarage geparkt, und beim Herausgehen ist mir dieser Blick ins Freie aufgefallen. Ich hatte schon vermutet, daß sich diese Szene sehr gut für ein Steetphoto eignet - und ich hatte recht.
Das Bild ist annähernd original, und hätte vielleicht eine kleine Korrektur durch Drehen von Nöten gehabt. Ich finde aber, daß ist vernachlässigbar.
Ist das noch Streetphotography? Auch, wenn auf diesen Bildern nicht all zu viele Menschen zu entdecken sind, sich die Szenen zwischen Feldern abspielen, und nicht in der Großstadt, bin ich der Meinung: Ja, auch das ist Streetphotography!
Wieder einmal ein Spaziergang bei mir um die Ecke. Da ich etwas außerhalb meines Wohnortes wohne, habe ich so ein prachtvolles Naturerlebnis direkt vor meiner Hautür. Es war ein ungewöhnlicher Schneeeinbruch im Winter 2023, als ich mich an einem Sonntag auf einen Spaziergang aufgemacht habe. Es war bitterkalt. Die Luft so klar, daß einem beim einatmen die Nasenschleimhäute brannten. Zauberhaft. Winterwonderland. So, wie man sich einen Winter vorstellt.
...und ideal, um diesen Moment mit einigen wunderschönen Bilder einzufangen. Der frische, blendendweiße Schnee lieferte perfekte Kontraste zu der Umwelt, auf die er gefallen war. Ich liebe diese Bilder schon alleine deswegen, weil sie uns vielleicht in einigen Jahren daran erinnern werden, wie bei uns im Süden der Winter ursprünglich einmal ausgesehen hat: Rauh, eiskalt, erbarmungslos, und...wunderschön.
Manchmal braucht es nicht viel für ein gutes Foto.
Manchmal reicht es, nahe genug an sein Objekt der Begierde heran zu treten, um einen außergewöhnlichen Shot zu erhalten.
Und sehr oft bin ich beim Betrachten von meinen gemachten Aufnahmen selbst überrascht, welche Schätze sich bei mir auf der Speicherkarte versteckt haben. Auch, wenn man schon auf dem kleinen Display der Kamera erahnen kann, daß einem ein gutes Foto gelungen ist, so sieht man es erst in voller Gänze, wenn man es auf einem größeren Bildschirm betrachten kann.
Betrachtet man solche Bilder auf einem großen Display, offenbaren sich erst jetzt alle Feinheiten, die auf einem kleinen Display nicht zu erkennen sind. Wie hier zum Beispiel das gelb-grüne Moos, daß sich zwischen den rauhen Pflastersteinen einen Lebensraum ergattert hat, und den ganzen Platz der Kriegsversehrten in Lingenfeld (Rheinland-Pfalz) somit in etwas Besonderes verwandelt.
Auch eine einfache, alte Ausfahrt aus einer Garage, die mir in Landsberg/Lech aufgefallen ist, gibt diese Strukturen wieder: Altes, verwittertes Holz trifft auf grobes Mauerwerk, und perfekt glattes Platik des Hinweisschildes. Diese strukturellen Kontraste machen für mich ein Bild interessant, und sehenswert.
Ich tue mir schwer damit, das nebenstehende Bild als "Streetphotography" zu bezeichnen. Meiner Meinung nach fehlen zu viele Kriterien, die das Foto darin einordnen würden. Darüber hinaus bin ich kein Freund davon, alles in Schubladen einzuordenen.
Dennoch gibt es offenkundig für diese Art Bilder eine Kategorie, die sich "banale, oder unperfekte Fotografie" nennt, und die in diesem Video von dem Fotografen Jacek Berezowski sehr gut erklärt wird. Das Resumee darin ist, daß es bei dem Prozeß des fotografierens nur zweitrangig um das Foto geht. Gute, oder schlechte Bilder gibt es nicht. Jeder Betrachter legt für sich fest, ob ein Bild gefällt, oder nicht. Gerade in der heutigen Zeit, in der jeder, und jede überwiegend auf die Außenwirkung bedacht ist, finde ich diesen entspannten Ansatz wohltuend.
Aus diesen Grund kann ich ohne Zweifel behaupten, daß für mich dieses Foto eines ist, daß perfekt in meine Kategorie best shots paßt. Auch, wenn es sich bei dem Fernglas nur um einen alltäglichen Gegenstand handelt, gefällt mir das auffällige Design in rot-metallic lackiert vor dem verschwommenen Hintergrund der Natur hervorragend.