vielfältig - faszinierend - leicht fotografierbar => Architektur als Fotomotiv
Wer mit dem Hobby des fotografierens beginnt, hat vermutlich oftmals nur eine nebulöse Vorstellung davon, welche Motive einen besonders ansprechen. Streetfotography hat mich immer schon besonders fasziniert. Gleich bei den ersten Versuchen jedoch wildfremde Menschen mit einer Kamera zu überfallen, war mir unangenehm, und ist es zum Teil heute noch. Darüber hinaus gibt es jedoch noch viele weitere Objekte, die sich ideal dafür eignen, diese auf einer Speicherkarte zu bannen. So ist mein Interesse an Gebäuden geweckt worden, die eine unendliche Fülle an Bildmöglichkeiten zur Verfügung stellen.
Genau das habe ich mir gedacht, als ich das nebenstehende Bild aufgenommen habe. Ich war das erste Mal mit meiner Kamera unterwegs, und der Zufall hat mich an einem sonnigen Tag nach Bad Wörishofen, einem Kurort in meiner Heimat, geführt. Wie überall im weiteren Speckgürtel Münchens wachsen auch hier Neubauten aus dem Boden. Einen davon, dieses Mehrfamilienhaus, hatte ich als Versuch fotografiert. Sofort war ich jedoch von dem Ergebnis in schwarz-weiß fasziniert. Die Kontraste sind so scharf voneinander abgegrenzt, als ob dieses Bild durch eine Bearbeitung via Photoshop verändert worden wäre. Dabei wurde es nur leicht gecroppt, also zurechtgeschnitten. Die unerwartete Bildschärfe in Verbindung mit den Kontrasten mach dieses Foto surreal.
Wie bei vielen Tutorials vorgeschlagen, sollte man sich als angehender Photographer von diesen Dingen inspririeren lassen:
Licht & Schatten - Strukturen - Linien, die auf ein Hauptmotiv im Foto hinführen - Farben - Kontraste.
All diese Dinge finden sich selbst in sehr einfach gehaltenen Gebäuden wieder, und genügen sich als Motiv selbst, wenn sie fotografisch gut eingefangen werden. Ein gutes Beispiel ist in meinen Augen hierfür das simple Bild, daß ich in Neugablonz bei Kaufbeuren während eines Spazierganges von diesem betagten Wirtschaftsgebäude gemacht habe. Wäre noch jemand durch die Passage hinter dem rechten Torbogen beim Auslösen gegangen, wäre das ein tolles Straßenfoto. Aber es wirkt auch ohne Menschen im Bild.
Ich habe das große Glück, in einem Teil von Bayern leben zu dürfen, der auch als der Pfaffenwinkel bekannt ist. Wie man sich denken kann, kommt der Name nicht von ungefähr. Gibt es hier doch eine Fülle an historischen Kirchengebäuden, die man in anderen Gegenden vergeblich suchen wird. Die berühmte Wies-Kirche ist vermutlich das bekannteste Bauwerk, daß sich hier befindet. Für mich bieten die Kirchen, Klöstergebäude, und -gärten immer wieder ein umfangreiches Bukett an Fotomöglichkeiten: Egal, ob ich dabei im Inneren von Gebäuden, oder in den Außenbereichen fotografiere.
Die Kirche auf dem Bild ist eine der Kirchen, die sich in Mindelheim bewundern läßt, und die man schon von weiter Entfernung im Zusammenspiel mit den anderen historischen Häusern perfekt ablichten kann. In Verbindung mit dem bayerischen weiß-blauen Himmel einfach ein Gedicht für die Augen.
Architekturfotografie ist so vielfältig, wie jede andere Art der Fotografie. Das habe ich erneut beim Aufnehmen der folgenden Bilder feststellen dürfen. Die Brücke, die sich bei Germersheim imposant über den Rhein spannt, fasziniert alleine schon durch ihre Größe. Wie feinteilig so ein Bauwerk ist, bemerkt man gerade dann, wenn man sich darunter befindet. Gerade in Monochrom erscheinen die filigran anmutenden Stahlkontruktionselemente besonders abstrakt, und befremdlich. Erstaunlich, zu welchen Bauwerken der Mensch fähig ist.
Aber auch auf der Brücke gibt es genug Motive, die es lohnen, den Auslöser der Kamera zu drücken.
Gartenarchitektur muß hier auch erwähnt werden. Nicht selten kommt es bei meinen Photowalks vor, daß mich nicht nur Häuser ansprechen, sondern ein Blick in den dazugehörigen Garten ebenso lohnenswert sein kann. Mein Blick, den ich bei diesem Bild in den Garten geworfen habe, ist sogar erwidert worden, wenngleich auch auf eine recht ungewöhnliche Weise.
Landhausstil - so würden es einige vermutlich nennen. Dieses unerwartete Fundstück ist mir bei einem Spaziergang durch Landsberg vor die Kamera gelaufen. Obwohl die Farben von Tor und Wand sehr ähnlich sind, strahlt dieses Foto auf mich den ungewöhnlichen Reiz des Vergänglichen aus, der schwer zu erklären ist.