Die Kirche ist das Gotteshaus der Christinnen und Christen. In ihr finden die Gottesdienste und alle anderen Feiern statt. „Kirche“ heißen aber auch die verschiedenen Gemeinschaften, in denen viele Protestanten, Katholiken oder Angehörige kleinerer christlicher Gruppen Mitglied sind.
Die Gotteshäuser der Christinnen und Christen erkennst du oft schon von weitem. Die meisten Kirchen haben nämlich einen hohen Turm mit einem Kreuz darauf. Er steht fast immer im Westen. In Richtung Osten schließt sich das Kirchenschiff an. Es endet mit der Apsis. Der Baustil und die Materialen unterscheiden sich zum Teil sehr. Sie hängen davon ab, zu welcher Zeit, an welchem Ort und von welchem Architekten das Gebäude geplant und errichtet wurde.
Im Kirchturm hängen fast immer die Glocken. Sie informieren zur vollen Stunde über die Uhrzeit und läuten den Sonntagsgottesdienst und alle Feste und Feiern ein. Dazu gehören die Festtage der Religion, aber auch die Familienfeste wie Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Bei den Protestantinnen und Protestanten zählt auch die Konfirmation dazu, bei den Katholikinnen und Katholiken die Kommunion und die Firmung. Sie gehen in der Kirche außerdem zur Beichte. Am Fuß des Turms befindet sich oft der Eingang. Von dort aus führen Treppen zur Empore mit der Orgel und weiter in den Glockenturm hinauf. Außerdem führt der Eingang ins Kirchenschiff. Hier stehen die Bänke für die Besuchenden. Sie schauen nach Osten. Dort stehen in der Apsis der Altar mit einem Kreuz, der Bibel, Kerzen und Blumen und daneben das Taufbecken. Seitlich vor dem Altarraum führen einige Stufen zur Kanzel hinauf, von der die Predigt gesprochen wird. Aus dem Altarraum führt eine Tür in einen Nebenraum. Er heißt Sakristei. Dort werden alle Gegenstände und Kleidungsstücke für die Gottesdienste aufbewahrt.
In katholischen Kirchen hängt in der Nähe des Eingangs außerdem ein Becken mit Weihwasser. Außerdem befindet sich ein Beichtstuhl im Innenraum und ein Tisch mit Kerzen. Jede Besucherin und jeder Besucher darf sie kaufen, anzünden und mit einer Fürbitte verbinden.7
Vor dem Haupteingang der St. Martinskirche könnt ihr hoch zum 54 Meter hohen Kirchturm blicken. Die Kirche hat sich in ihrer rund 800-jährigen Geschichte baulich oft verändert - vor allem die unterschiedliche Gestaltung des Kirchturms zeugt von den verschiedenen Epochen, welche die St. Martinskirche durchlaufen hat, bis sie zu ihrer heutigen Form mit dem hohen, schiefergedeckten Spitzturm gefunden hat.
Südansicht der Kirche um 1570
(Abb. 3)
Südansicht der Kirche um 1880
(Abb. 4)
Südansicht der Kirche um 1945
(Abb. 5)
Der aktuelle Kirchturm
Der Kirchturm in seiner aktuellen Gestalt überragt die Dächer Ahornbergs noch nicht allzu lange. Bestimmt gibt es noch Ahornberger, die sich an den Anblick des Kirchturms vor der Errichtung des aktuellen Turms erinnern können.
Aber wie kam es zu diesem Kirchturm?
Der Spitzturm, der auf der Zeichnung der Kirche von 1880 zu sehen ist (Abb. 4), brannte im Juni 1939 - kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs - ab. Der achteckige Mauerwerksteil des zerstörten Turmes musste abgetragen und mit einem Notdach versehen werden (Abb. 5).
Erst einige Jahre später wurde mit dem Wiederaufbau des Spitzturms begonnen, der schließlich mit einem neuen Geläut eingeweiht werden konnte.
Die Jahreszahl, die an der Westseite unter der Turmuhr angebracht ist, ist das Jahr, in dem der Wiederaufbau des neuen Kirchturms stattfand und wird noch eine wichtige Rolle spielen. Leider handelt es sich um die römische Schreibweise des Jahres, aber wenn ihr Zahlen addieren könnt, dann erhaltet ihr noch genügend Hinweise, um die Jahreszahl herauszufinden.
Südansicht der Kirche im heutigen Zustand
(Abb. 6)