Der Ort Zieverich


Bereits 898 wird der Sal-Hof "Civiraha" unter den Gütern genannt, die der lotharingische Unterkönig Zwentibold dem Essener Damenstift schenkte. Im Mittelalter gewann der Ort an Bedeutung, nachdem die Jülicher Grafen den Erftübergang von Thorr nach Zieverich verlegt hatten. Es bestanden zwei feste Burgen.

Der eine Rittersitz kam 1402 an die Linie derer von Efferen zu Zieverich. Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die von Palandt Besitzer. Die so genannte "Palandts-Burg" kaufte 1733 der kurpfälzische Geheimrat von Franken. Fünf Jahre später war der Aachener Bürgermeister Freiherr von Thimus Besitzer der Burg. Um 1800 erwarb Gottlieb Langen das Anwesen mit etwa 188 Hektar Land. Er ließ bedeutende Um- und Erweiterungsbauten vornehmen. Nach einem Brand im Hauptgebäude wurde die Anlage 1956 durch zusätzliche Neubauten als Waisenhaus hergerichtet. Der Standort der zweiten Befestigung, wahrscheinlich nahe der Erft, ist nicht gesichert. Auch die "Dunkenburg" gehörte im Lau-fe der Jahrhunderte zahlreichen Geschlechtern, ohne dass ihre Namen im einzelnen bekannt sind.

Heute ist Zieverich ein Stadtteil mit 4.200 Einwohner/-innen und durch die Ausweitung der Wohngebiete teilweise mit Bergheim-Mitte verbunden. Die Zievericher Mühle (Backsteinbau von 1715 mit Hofanlage in Hufeisenform) ist nach wie vor Ausgangspunkt für Spaziergänge zum naturbelassenen Erftauenpark zwischen Paffendorf und Bergheim. Sie ist öffentlich zugänglich, wobei sich der angrenzende Angelteich allgemeiner Beliebtheit sowohl bei Anglern als auch bei Wanderern erfreut.

Auch heute noch existiert das Gestüt Charlottenhof, das eine wechselhafte Geschichte erlebte. Um 1870 von Freiherr von Langen gegründet und mit rund 500 Morgen Land erworben, pachtete Peter Schäfer 1935 das Gestüt, kaufte es schließlich und baute es 1948 zum bekannten Vollblutgestüt aus. In der Zeit von 1960 bis Anfang der 70er Jahre erzielte der Pächter Ferdi Leisten, vielen auch als Karnevalist bekannt, klassische Siege, die heute noch unvergessen sind.

Das in der Chronik der Stadt Bergheim beschriebene Waisenhaus versteht sich heute als Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe und steht in der Trägerschaft der Caritas-Jugendhilfe-GmbH. Hier leben rund 100 Jugendliche, teils in Wohngruppen innerhalb des Heimes, teils in Wohngruppen in der näheren Umgebung. Die jüngsten im Heim lebenden Kinder sind 6 Jahre alt. Bei den ältesten, die auch in der eigenen Wohnung der Unterstützung bedürfen, liegt das Alter bei 21 Jahren. Sie besuchen die verschiedensten Schulen, wobei die heimeigene Schule für Erziehungshilfe mit ihren kleinen Klassen für einige Kinder eine besondere schulische Hilfe darstellt.

Im Zievericher Gewerbegebiet, das rund 40 ha groß ist, haben sich in den letzten Jahrzehnten 41 Betriebe der unterschiedlichsten Größenordnungen angesiedelt., die für ca. 1260 Beschäftigte Arbeitsplätze anbieten. Die Kreisstadt Bergheim hat hierdurch stark an beschäftigungs-politischer und wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen: das Zievericher Gewerbegebiet war Vorbild für die Ausweisung weiterer Gewerbegebiete im Bereich der Stadt Bergheim.

Nachstehend einige Bilder der Vergangenheit in Zieverich. Wer Bilder aus den vergangenen Jahrzehnten hat und diese hier der Allgemeinheit zugänglich machen möchte wendet sich bitte an: Christoph Schlüssel, Tel.: 02271 / 450 230 5.

Nach dem 2. Weltkrieg: Zieverich liegt in Trümmern

1972 Aachener Strasse, Autohaus Domagala