Historie

der Schützengesellschaft / Schützenbruderschaft St. Pankratius Zieverich von 1875/1949 

(aus "Zieverich - Geschichte eines rheinischen Dorfes", Festschrift zur 1100-Jahrfeier von Zieverich 1998) von Josef Berger


Im Jahre 1875 gründeten sieben selbstbewusste und ehrenwerte Männer der kleinen selbstständigen Zivilgemeinde Zieverich die Schützengesellschaft. Da sie alle praktizierende Katholiken waren, stellten sie die Gesellschaft unter das Patronat des heiligen Pankratius. St. Pankratius war seit altersher der Hauptpatron der Pfarrgemeinde Paffendorf, zu der auch Zieverich gehörte. Die Gründungsmitglieder der Schützengesellschaft waren die Herren: Karl Jakob Schmitz, Christian Schmitz, Josef Hambloch, Gerhard Schumacher, Peter Erken, Wilhelm Jahn und Wilhelm Reisiger.

Aus den noch vorhandenen spärlichen Unterlagen der St. Pankratius Schützengesellschaft aus der damaligen Zeit ist nicht eindeutig erkennbar, was die eigentlichen Kriterien waren, die zur Gründung der Gesellschaft führten. War es der Stolz und der Patriotismus, den die Deutschen nach dem gewonnenen Krieg über Frankreich 1870/71 empfanden und der im Kaiserreich fast alle Bevölkerungskreise erfasst hatte? Wollte man in Zieverich da nicht nachstehen? Oder war der Gründungsanlass ein örtliches Schutzbedürfnis vor den aufkommenden geistigen Fährnissen in Zeiten des Kulturkampfes? Hatten die Gründer die Gefahren des anbrechenden Industriezeitalters und des aufkommenden Materialismus erkannt, in der christliche Überzeugungen, einen schweren Stand hatten?

In jedem Fall sollte und wollte die Schützengesellschaft ein Hort der Brüderlichkeit, der Heimatliebe, des Patriotismus und des Christentums sein. Aber ebenso sollte die Gesellschaft ein Hort von Frohsinn und Geselligkeit sein, Beistand und Hilfe in Freud und Leid, Gemeinschaft und Freundschaft in guten und in bösen Tagen. Alle diese Ideale sollten durch die Schützengesellschaft gepflegt und von den Schützen gelebt werden.

Ein wichtiges Anliegen der Satzung der Gesellschaft war die Ausrichtung eines Dorffestes, des Schützenfestes, sowie das gesellschaftliche Schießen im Rahmen und mit Waffen der damaligen Zeit. Scheiben- und Vogelschießen war zu dieser Zeit wohl der einzige Sport, der in einem bäuerlich strukturierten kleinen Dorf wie Zieverich möglich war.