Autismus und ADHS sind neurologische Entwicklungsstörungen, die gemeinsam auftreten können. Die genetische Grundlage für diese Komorbidität ist noch nicht vollständig geklärt. Menschen mit Autismus und ADHS bewegen sich in einem Spektrum. Die Kernsymptome können unterschiedlich ausgeprägt sein. Die Symptome können sich im Laufe des Lebens verändern. Autismus kann in einer großen Vielfalt sichtbar werden.
"Kennst du eine:n Autist:in, kennst du eine:n Autist:in.
Ein Aspekt bei ADHS ist die Hyperaktivität. In der Kindheit kann sie stärker in den Vordergrund treten und im Erwachsenenleben eher kompensiert werden. Manche Betroffene haben gelernt, sich zumindest zeitweise anzupassen oder ihre Schwierigkeiten verbergen, um im Arbeitsleben zu funktionieren. Es gibt wenig Fachpersonal und Diagnostik für Erwachsene.
Die Kombination von Autismus und AD(H)S kann zu mehr funktionellen Einschränkungen und einer geringeren Lebensqualität führen. Die Diagnose und Behandlung dieser beiden Störungen erfordert eine sorgfältige Abklärung der Symptome und ihrer Ursachen.
Neben ADHS können autistische Menschen auch andere psychische Komorbiditäten aufweisen, wie zum Beispiel Angststörungen, depressive Störungen oder Zwangsstörungen. Die Prävalenz dieser Komorbiditäten ist bei Menschen mit Autismus höher als in der Allgemeinbevölkerung. Die Gründe dafür sind noch nicht vollständig verstanden, aber es wird vermutet, dass sowohl biologische als auch psychosoziale Faktoren eine Rolle spielen.
Eine weitere mögliche Komorbidität bei Autismus ist die Hochbegabung. Hochbegabung wird definiert als ein Intelligenzquotient (IQ) von mindestens 130. Die Prävalenz von Hochbegabung bei autistischen Menschen ist schwer zu schätzen, da es verschiedene Methoden zur Messung der Intelligenz gibt und einige autistische Menschen Schwierigkeiten haben, an solchen Tests teilzunehmen. Hochbegabte autistische Menschen können besondere Stärken in bestimmten Bereichen wie Mathematik, Musik oder Sprachen haben, aber auch besondere Herausforderungen in Bezug auf soziale Anpassung, emotionale Regulation oder Lernmotivation.