Im Ostend. R.
d. 9.7.44
Liebes Roselchen!
Zu Deinem Geburtstag gratuliere ich Dir aufs herzlichste und wünsche Dir alles Gute. Mögest Du Deinen Geburtstag in Ruhe, und ungestört verleben. Schade ist ja nir, daß Du ihn nicht zu Hause mit Mutti verleben kannst. Auch wenn ich nicht dabei sein könnte, aber wenigstens wäre Mutti nicht so allein. Aber trotzdem werden meine Gedanken stehts bei Dir sein. Ich muß öfter an Mutti und Dich denken. Wie schon wäre es doch wenn wir drei wieder einmal beisammen sein könnten, nicht wahr?
Liebe Rosel! Du wirst ja öfters über meine Schreibfaulheit geschimpft haben. Aber ich kann nichts dafür. Wir haben nicht allein so viel Dienst, sondern die meiste Zeit verlaufen wir.
Um 8 Uhr beginnt unser Dienst und hört Abens um ½8 Uhr auf. Damit ist aber die Zeit eingerechnet in der wir zum Mittag- und Abendessen gehen. Heut ist Gott sei dank die Pumpe fertig den sonst mußten wir das Wasser über 1km weit schleppen um uns wenigstens waschen zu konnen. Und um 9 Uhr müssen wir schon im Bett liegen. Da ist der Tag schon wieder rum. Nur Sonntag nachmittag haben wir frei und da sitzen aller an dem Tisch und schreiben.
Nun, liebes Roselchen wie geht es Dir denn, und wie ist das leben dort? Ich glaube die schönste Zeit in Komißleben ist die Revier. Was machen die beiden von R.A.D.? Ich glaube daß ich im September auch zum R.A.D. Kommen werde. Un bis dahin werde ich nur noch 1mal Urlaub fahren können. Nun Liebes Roselchen sei nochmals recht herzlich gegrüßt
von Deinem Bruder
Hans-Christoph
(This letter to his sister Rosemarie serving with the Luftwaffe, is one of the very few written in ink and also neatly, the rest being written in pencil and often scribbled)
R.A.D. = Reichsarbeitdienst