Reservelazarett Velten
den 4.4.44
Liebe Mutti
Ich Liege nun hier im Lazarett im Bett. Ich habe mir eine kleine Verletzung zugezogen die mir leider verbot ehr zu schreiben zumal ich dazu Zeit und Lust gehabt hatte. Aber es ging nun mal nicht anders. Die Wunde muß genaht und geklammert werden, Ich wurde von uns sofort mit einem Auto hierher gefahren und sofort behandelt. Ich bekam etwa 5 Spritzen. Die Verletzung ist am Daumen linke oben. Der Artzt meinte ich hatte mir eine Sehne mit Verletzt denn der Daumen bleibt steif. Ich versuche ihn immer zu bewegen aber es geht nicht und es bestünde auch die Gefahr das ich durch das spannen des Fingers die Wunde mit auf zerre und das will ich nicht denn sonst würde die Heilung hinaus gezögert werden. Ich bekam heut erst alle Post nachgeschickt. Von Dir vom 26.1. 28.1. 29.1. 30.1. Der vom 29. war schon am 1.2 hier die anderen erst heut. Den ersten konnte ich Dir nicht Gleich beantworten da ich noch nicht richtig schreiben konnte. In einem der letzten Angriff ging in der von uns etwas 20 km entfernt eine Mine runter die den Veltnerbahnhof und Postamt traf. In einem der letzten Briefe schreibst Du mir das Du an mich ein Päckchen an mich abgsandt hast. Dieses ist bis heut noch nicht da. Da muß ich Dir leider etwas trauriger mitteilen. In den letzten schweren Angrieffen wurden 4 Postämter die uns mit Post versorgten beschädigt 3 total das 4 ist das Veltner Postamt. Wie ich schon schreib ist darin der Nähe eine Mine runter gegangen. Ich war heut Nachmittag dort und habe es mir angesehen. Die Post die unter den Trümmer liegt suchen sie herraus. Das Dach ist weg so das der Regen hineinströmen konnte. Ich erhielt von Tante Lotte ein Päckchen das ich erst heut erhielt es war noch etwas feucht so das ich annehmen muß das es noch gerettet werden konnte. Dein Päckchen mit dem Messer wird vielleicht auch noch gefunden werden oder ist mit in die Luft gegangen. Hoffentlich hast Du keins von den guten Messern mit hinein getan denn das wäre ja schade. Die Kugeln von Tante Lotte und das Tütchen von der sußen Trude habe ich mir noch auf es muß noch etwas troknen so schmekt es nicht gut. Sage den beiden meinen herzlichsten Dank und ich konnte vorläufig nicht gut schreiben und ich würde später schreiben. Mir geht es gut. Schmerzen habe ich keine das ich Spritzen bekommen habe. Der Unterartz ist ein prima Mann er ist bestimmt nicht so grausam wie manchuner. Mit mir liegen noch 7 Mann im Zimmer. 2 Soldaten haben Splitter in Beim (Von der Mine am Veltern Bahnhof). Sie haben große Schmerzen. Der eine ist sehr lustig und macht sehr viel spaß. Er heißt Willi. Dann ist noch ein Willi der ist 35z. Alt als ich ihn seih dachte ich er ist in Mitte von 50er Jahren. Es sind 5 Soldaten und 2 Liv. H darunter ich Wir sind heut ungezigen erst lagen wir hoch oben sind aber ganz unten und haben schönen Ausblick auf die Straße.
Es güßt Dich
Dein Sohn
H. Christoph
Bitte verzeihe die Schrift ich schreibe im Bett. Hebe der Brief auf damit ich Dir später einmal alles genau erzählen kann.
Ich befürchte nur noch das die Daumen Steif bleibt und da kann ich ja nicht mehr Kl. Spielen!
(Rosemarie later told the story that Christoph was a natural piano player. He learnt to play without his parents knowing he could, simply by hearing his mother play. The story was that his mother went into town and met a friend who asked her who was playing the piano at her house so beautifully. She replied that it must be a mistake as there was no one else at home who could play but later she found out it was Christoph.)