Ziel → Strategie → Taktik → Umsetzung
Ein Projektmanager entwickelt eine übergeordnete Vorgehensweise, die festlegt, wie langfristig ein übergeordnetes Ziel oder eine Vision erreicht wird. Seine Strategie berücksichtigt dabei sowohl externe als auch interne Umstände und Trends.
'Keine Entscheidung', ist die Entscheidung zur Untätigkeit und selten die beste Wahl!
Ein Projektmanager trifft ohne Furcht vor Reue durchdachte Entscheidungen. Er bewertet seinen Fortschritt und trifft auf Basis seiner Erkenntnisse (Erfolge / Rückschläge) mutig neue Entscheidungen.
Pläne ändern sich – und wir passen uns an.
Ein Projektmanager schmiedet gemeinsam mit seinem Team Pläne, um gemäß seiner Strategie ein spezifisches Ziel zu erreichen. Seine Pläne sind operativ orientiert, verständlich dokumentiert, mit klar definierten Maßnahmen, Ressourcen und Zeitplänen.
Erfahrung
von 2020 bis 2024
Als ich im August 2021 zurück in die Spieleentwicklung ging, formulierte ich: "Spielentwicklung nur gegen faire Bezahlung!" Mit diesem Ziel, war die erste Strategie, Förderung zu beantragen. Das gelang.
Als wir damit die celrage GmbH gründeten, schrieben wir in die Corporate Identity: "Fokus auf Spieleentwicklung". Zudem war es unser Ziel sichere Arbeitsplätze zu schaffen, um nachhaltig ein Games-Studio zu etablieren. Wir entschlossen uns für den Plan, Spiele als Auftragsarbeit für Unternehmen aus anderen Branchen zu entwickeln.
Für Horsch (Landmaschinenhersteller) und Ferdinand Tausendpfund (Bau) entwickelten wir jeweils ein Spielkonzept. Tausendpfund bat uns, das Tätigkeitsspektrum der Bauindustrie spielerisch abzubilden. Unser Konzept garantierte ein strategisches Ressourcen-Management-Spiel optimiert auf ein geringes Produktionsbudget.
seit 2022
Schon die Gründung des Spieleentwicklervereins 2020, ist eine Strategie. Das Ziel ist die Wertschätzung für die Spieleentwicklung und aller an ihr beteiligten – neben weiteren satzungsmäßigen Zielen. So wurde der Verein zum gemeinsamen Heim der Regensburger GameDevs.
Entscheidend für das Verständnis und auch die Begeisterung für die Spieleentwicklung waren und sind Game Jams. Auch ich kam über ein solches Event in die Branche.
Mit dieser Erkenntnis organisiere ich seit 2022 mind. einen der beiden jährlichen Game Jams des GameDev Regensburg e.V. Durch meine abschließenden Fragebögen, kann ich meine Planung jedes mal verbessern, denn eine Strategie basiert am besten auf belastbaren Daten. Neben dem Lob der Teilnehmenden, ist die steigende Teilnehmer- und Sponsorenzahl für mich eines der eindeutigsten Kriterien für den Erfolg unserer Game Jams.
Hier ein Artikel zum Summer Game Jam 2024.
2019
Mit mehr als 2000 Gästen war das Sommerfest des Rommelwood e.V. schon eher so etwas wie ein One-Night-Festival. Die Planungsmeetings mit den Festchefs begannen bereits zehn Monate zuvor. Die Festchefs waren mit ihren jeweiligen Teams zuständig für Beleuchtung und Infrastruktur, Bar, Bierausschank und Essensausgabe.
Ich übernahm vor allen Dingen die Helferanwerbung und konnte 100 Unterstützer*innen aus dem Wohnheim gewinnen, welche in Schichtpläne eingeteilt und je nach Aufgabe geschult wurden (z.B. Hygieneunterweisung).
Als 2. Veranstaltungsleiter übernahm ich die Verantwortung für den sicheren und fröhlichen Festbetrieb. Dank der guten Vorausplanung, war der Festabend ereignisarm für mich. Der Sicherheitsdienst hatte gelegentlich Fragen und um Mitternacht musste ich mit warmen aber bestimmten Worten das Fest beenden, was die feiernden Studierenden murrend akzeptierten. Feierwütige lockten wir in die Bars und Clubs der Stadt, mit welchen zuvor Absprachen getroffen wurden.
Im Nachgang organisierte ich ein kl. Grillfest für die freiwilligen Helfer*innen.
Von diesem Sommerfest habe ich viel gelernt, von langfristiger Planung im Team über die Kommunikation mit Helfern, Dienstleistern, Ämtern und Gästen bis hin zur realistischen Einschätzung von Eventbedarfen.
Besonderes
Als ich während meines Elektrotechnikstudiums dem Netzteam des Studentenwohnheims beitrat hatte ich das erste Mal Kontakt zu agilen Entwicklungsmethoden. Das Team, das überwiegend aus Informatik-Studierenden bestand, traf sich wöchentlich und besprach laufende Projekte. Diese waren in einem Kanban-Board notiert. Für jede Aufgabe gab es ein Kärtchen. Jede Aufgabe wurde von einem Verantwortlichen bearbeitet, welcher ggf. mit anderen zusammen daran arbeitet. Im wöchentlichen Meeting wurden die Entwicklungsstände kurz vorgestellt, wichtige Entscheidungen getroffen und Strategien diskutiert, wie man das Wohnheim technisch aufwerten könnte.
So wurde z.B. ein Bezahlterminal für die Waschmaschinen des Wohnheims gebaut. Mit eigenen Servern im Wohnheim, hostete das Netzteam auch eine eigene Website. Jeder Bewohner hatte einen Login und konnte hierüber verschiedene Funktionen nutzen und Informationen einsehen. Einzigartig war auch die Option, direkt im Browser über den Wohnheims-Server und die an ihm angeschlossene Satellitenschüssel fern zu sehen.
In diesem professionellen Team lernte ich, wie wichtig Dokumentation ist, es aber dennoch eine Grenze gibt ab welcher ihr Nutzen den Aufwand nicht mehr rechtfertigt (2. Satz des Agile Manifesto). Die selbstorganisierten kleinen Einheiten demonstrierten, wie effektiv ein Team arbeiten kann, wenn Entscheidungen vor Ort von den Ausführenden getroffen werden dürfen. Und der Fokus der Informatiker auf ein solides Maß an Exzellenz (clean Code) zeigte seinen Nutzen immer dann, wenn sich Anforderungen änderten und schnelle Anpassungen vorgenommen werden sollten (Wartbarkeit / Erweiterbarkeit). Als das Wohnheim sich durch Neubauten verdoppelte waren alle Komponenten ohne große Aufwände erweiterbar (Skalierbarkeit).
Seit damals habe ich in vielen versch. Teams gearbeitet und gelernt (lyniat.games GmbH, Teavelop GbR, Remonon, GameDev Regensburg e.V., celrage GmbH) und auch meine Erfahrungen bei Siemens Healthineers sind zu nennen, wo ich nacheinander unter drei verschiedenen Chefs verschiedene Führungsstile und Managementpraktiken kennen lernte.
Persönlich bin ich ein großer Freund agiler Methoden, doch habe ich auch gelernt, dass Methoden stets zu einem Team passen müssen. Ich habe viele Pläne sich verändern sehen und muss doch sagen, dass es immer gut war einen Plan zu haben, denn planlos auf ein Ziel zuzulaufen. Die Pläne, die aus beständiger Anforderungsanalyse in engem Kontakt mit den Anwendern entstanden, waren diejenigen, die mitwachsen konnten. Wurden die Anforderungen dann als User Stories formuliert, gab es weniger Rückfragen von den Programmierern und nach deren Umsetzung weniger Interationszyklen zur Anpassung des Features. Alle Software-Entwicklungen an denen ich beteiligt war, hatten eine Kontinuierliche Integration und Entwicklung (CI/CD), d.h. es konnte in kurzen Intervallen getestet / gespielt werden, was hinzugefügt wurde.
Zuletzt will ich aus persönlicher Erfahrung nochmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Bedeutung der Team-Motivation für die Effizienz nicht überschätzt werden kann!
Das Wissen um verschiedene Organisationssysteme und ihre jeweiligen strategischen Stärken und Schwächen ist grundlegendes Werkzeug eines Projektmanagers. Darum ist ein guter Projektmanager ein Stratege.