Acryl, lasierend auf altem Fensterladen
Dieses Werk ist nicht auf Leinwand entstanden, sondern auf einem alten, gebrauchten Fensterladen. Ein Objekt, das selbst Jahrzehnte von Wetter, Licht und Gebrauch in sich trägt.
Die Farbe wurde bewusst lasierend und transparent aufgetragen. Nichts wird überdeckt. Die Maserung des Holzes bleibt sichtbar, Risse und Unebenheiten bleiben Teil der Komposition. Das Gesicht entsteht nicht gegen das Material – sondern aus ihm heraus.
Die vertikale Fuge des Fensterladens teilt das Porträt in zwei Hälften. Diese Linie ist kein Zufall, sondern Spannung. Innen und Außen. Nähe und Distanz. Verletzlichkeit und Stärke.
Das Holz bringt seine eigene Geschichte mit – jede Kerbe, jede dunkle Spur ist gelebte Zeit. Die Malerei reagiert darauf, statt sie zu verstecken. Licht trifft auf Struktur, Pigment verbindet sich mit Patina.
Das Gesicht wirkt ruhig, fast zurückhaltend. Der Blick geht nicht frontal in Konfrontation, sondern seitlich – beobachtend, reflektierend. Die Transparenz der Farbe lässt das Motiv mit dem Untergrund verschmelzen. Mensch und Material werden eins.
Dieses Werk ist kein klassisches Porträt.
Es ist ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Zeit wird hier nicht übermalt – sie wird sichtbar gemacht.