Ein Auge.
Kein Ausweichen.
Die rote Linie ist kein dekoratives Element.
Sie ist Markierung. Grenze. Eingriff.
Sie steht für alles, was wir nicht mehr übersehen können – Polarisierung, Bewertung, Zuschreibung, moralische Schnellurteile. Wer nicht eindeutig Position bezieht, wird positioniert. Wer nicht markiert, wird markiert.
Das Auge bleibt offen.
Es sieht – und wird gesehen.
In einer Zeit permanenter Sichtbarkeit verschwimmen Beobachter und Beobachteter. Öffentlichkeit ist kein Raum mehr, sondern Zustand. Die rote Diagonale schneidet durch Identität, durch Meinung, durch Gesicht.
Es gibt keine neutrale Fläche mehr.
Keinen unberührten Raum.
Acryl als Fläche.
Tusche als Nerv.
Rot als Störung.
Dieses Bild fragt nicht leise.
Es fordert Haltung.
50x50cm (4,5cm Galerie Keilrahmen)