Dieses Werk markiert eine neue Verdichtung in meiner Tuschearbeit.
Mit 24 x 30 cm (4,5cm Galerie-Keilrahmen) ist es bewusst klein gehalten – mein bislang kleinstes Format auf Leinwand. Doch gerade in dieser Reduktion entsteht eine extreme Nähe.
Neben dem Pinsel kam erstmals intensiv die Tuschefeder zum Einsatz. Dadurch entsteht eine nervöse, fast verletzliche Linienstruktur. Die Oberfläche bleibt offen, roh, fragmentiert. Jede Schraffur, jeder Strich ist sichtbar – nichts wird geglättet.
Die Figur erscheint nicht mehr als ikonisches Ganzes, sondern als psychologisches Fragment. Der Blick steht im Zentrum. Die Scheren sind nicht nur Requisit, sondern Erweiterung der Identität. Werkzeug und Wesen verschmelzen.
Im Gegensatz zu früheren Arbeiten, die stärker mit Fläche und grafischer Klarheit arbeiten, geht es hier um innere Spannung. Um Verdichtung. Um die Nähe zwischen Verletzlichkeit und Bedrohung.
Tusche zwingt zur Entscheidung.
Keine Korrektur. Kein Zurück.
Dieses Bild ist weniger Pose –
es ist Zustand.