Am Freitag habe ich als Zuschauer einen Englisch-Gesangswettbewerb an der Schule der Mutter meiner Gastfamilie besucht. Von der Gesangsqualität der einzelnen Teilnehmenden her hat er sich kaum von DSDS unterschieden – von der Stimme eines Opernsängers bis zu der einer Motorsäge war so ziemlich alles dabei.
Direkt am nächsten Tag, am Samstag, besuchte ich den Marcha para Jesús. Der Ablauf von einem solchen Marcha ist aus deutscher Sicht schwer zu erklären und durchaus gewöhnungsbedürftig. Er fühlt sich ein bisschen an wie eine Demonstration, da viele Menschen mit Bannern und Fahnen eine festgelegte Route durch die Gegend ziehen. Es wird nur nicht für oder gegen etwas protestiert, sondern die ganze Aktion soll , ähnlich wie ein öffentliches Glaubensbekenntnis. Jedoch endete sie schließlich mit einer Rede, die für mich mehr oder weniger die gesamte Veranstaltung ruiniert hat, da der Redner christliche Inhalte mit rechtskonservativen, menschenrechtsverachtenden und vor allem patriotischen Positionen verwechselte – Eine Entwicklung des Christentums, die mich auch in Deutschland schockiert und hier ähnlich zu beobachten ist. Also: Man muss immer aufpassen, wo man hineingerät. Ich war also letztendlich froh, den Platz zu verlassen.
In der folgenden Woche habe ich viel mit der Gastfamilie an der Renovierung ihres zweiten, leerstehenden Hauses gearbeitet, das sie nun vermieten wollen und das deshalb komplett neu hergerichtet werden muss. Dazu gehörten vor allem das Austauschen sämtlicher Lampen und das Schmirgeln und Streichen sämtlicher Wände. Ich war zwar froh, helfen zu können, aber das war auf Dauer schon ziemlich anstrengend.
Und jetzt habe ich so gut wie Ferien! In drei Wochen muss ich noch einmal mündliche Prüfungen abnehmen, aber ansonsten habe ich jetzt erstmal frei, aber leider noch keine konkreten Reisepläne.
Gesangswettbewerb - Eine Kandidatin bei ihrem Auftritt
Gesangswettbewerb - Jury
Beginn vom Marcha para Jesús (am Plaza 28 de Julio)
Das zu renovierende Haus