Arbeitsmigration ist die Wanderung (lat. migratio) von Menschen zum Zweck der Arbeitsaufnahme. Hierbei erfolgt die Mehrheit der Arbeitskräftewanderung aus wirtschaftlich schwächeren Ländern in wirtschaftlich weiter entwickelte Länder. Diese Abwanderung gut ausgebildeter Fachkräfte wird als Talentenabwanderung (Brain Drain) bezeichnet.
Deutschland gehört zu den größten Hauptzielländern innereuropäischer Arbeitsmigration. Dabei findet nur ein Teil der Arbeitsmigrantinnen und -migranten Aufnahme im ersten Arbeitsmarkt. Viele von ihnen kommen in verschiedenen Formen atypischer Beschäftigung wie Entsendungen, Saisonarbeit und Soloselbstständigkeit unter. Mit einem derzeitigen durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Höhe von 43.500 € pro Kopf und einer dynamischen Wirtschaft ist Deutschland zu einem der Hauptziele für innereuropäische Migration geworden.
Die „Blaue Karte“ oder auch „Blue Card“ ist ein Aufenthaltstitel, der einem ermöglicht, in allen Berufen zu arbeiten, für die sie ihre Qualifikation befähigt.
Deutschland ist durch den demographischen Wandel und eine alternde Bevölkerung bereits heute in verschiedenen Branchen auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen, um Nachfragelücken im Arbeitsmarkt abzudecken.
Push Faktoren:
· Fehlende Arbeitsplätze/ Unterbeschäftigung -> Abwanderung in Länder mit höherer Nachfrage an Arbeitskräften
· wirtschaftliche Krisen
· geringere Löhne
· unzureichende berufliche Perspektiven
· persönliche Motivation nach beruflicher Veränderung,
· internationale Berufserfahrung
· Familiennachzug
Pull Faktoren:
· Bessere Arbeitsbedingungen
· Gender-Pay-Gap
· hoher Bedarf an Arbeitskräften
· keine Hürden zum Arbeitsmarkt
· Lohnhöhe
· soziale Sicherheit
· höhere Lebensstandards
· Zugang zu Bildung
Die Migration kann durch kulturelle oder persönliche Umstände gefördert oder gebremst werden. Kulturelle Migrationserwartungen können beispielsweise die Abwanderung von Arbeitskräften fördern, Erwartungen, bei der Familie zu bleiben oder das Hab und Gut zu verwalten, entsprechend bremsen.
Risiken für Beschäftigte aus dem Ausland sind im Grundsatz auf alle Formen der mobilen Beschäftigung übertragbar. Das Risiko von Lohnbetrug oder Ausbeutung ist bei mobilen Beschäftigten größer als bei heimischen Beschäftigten durch Unterschiede bei den Arbeitsrechten innerhalb der EU sowie in den Sozialversicherungssystemen, den Lohnsystemen, den Besteuerungssystemen und den Arbeitsrechten. Die Verlagerung des Arbeitsortes in ein anderes Land enthält die Notwendigkeit diese Unterschiede genau zu kennen, um sich damit selbst vor Ausbeutung zu schützen. Darüber hinaus gibt es eine sprachliche Barriere.