Wilhelm Terhorst 30 Jahre 1. Vorsitzender des Heimatvereins Schepsdorf.
Während einer Feierstunde im Heimathaus Schepsdorf wurde Wilhelm Terhorst für seine 30-jährige Tätigkeit als erster Vorsitzender des Heimatvereins geehrt.
In seiner Laudatio hob das Ehrenvorstandsmitglied Klaus Haberland, der über 20 Jahre 1. Stellvertretender Vorsitzender war, im Namen des gesamten Vorstandes die besonderen Verdienste von Wilhelm Terhorst, die dieser für den Heimatverein Schepsdorf geleistet hat, hervor.
Nach dem plötzlichen Ableben des ersten Vorsitzenden, Johannes Böker, übernahm Wilhelm Terhorst als erster Stellvertreter am 02.08 1992 die Geschicke des noch jungen Heimatvereins.
Neben seiner Tätigkeit als Ortsbürgermeister war dies eine besondere Herausforderung, die Willi mit Geschick, Freude und einem großen Zusammenhalt in der Schepsdorfer Bevölkerung meisterte.
Der Erwerb des alten Heuerhauses in Lohne, die wichtige Grundstücksfrage für den Standort des neuen Heimathauses, und der Bau des Heimathauses waren die ersten Pflöcke, die Willi für den Heimatverein eingeschlagen hat. Immer wieder hast du es fertig gebracht Schepsdorfer Heimatfreunde für den Bau zu motivieren, so dass über 5000 Stunden ehrenamtliche Arbeit erbracht wurden. Dass dieses schöne, Reetgedeckte Heimathaus als Schmuckstück in der Ortsmitte steht, haben wir zum großen Teil dir zu verdanken.
Gemeinsam mit unseren Museumsdirektor Dr. Andreas Eiynk hast du 1994 dafür gesorgt, dass der Heimatverein Schepsdorf die Hollandgängerausstellung vom Drenthe -Museum in Assen erwerben konnte. Diese Ausstellung ist eine Einmaligkeit im ganzen Nordwestdeutschen Raum und darüber hinaus. Verschiedene Gruppen, Schulklassen, aber auch Studenten mit ihren Professoren der Universität aus Münster und Enschede waren und sind Gäste dieser Ausstellung.
Die Ausweisung und Beschilderung von vier Wanderwegen mit einer Schutzhütte war ebenfalls eine Idee von Willi Terhorst.
Ein weiter wichtiger Punkt deiner langjährigen Arbeit war die Wiederherstellung der Schepsdorfer Emsbrücke nach dem Vorbild der gesprengten Hannoverschen Brücke von vor 1945. Schon bei der Instandsetzung der Brücke im Jahr 2002 warst du der Vorkämpfer für die Gestaltung der Emsbrücke mit seinen prächtigen Bastionen und Pylonen und einem kleinen Aufbau nach dem Vorbild von vor 1945. Immer wieder gelang es dir, Sponsoren für besondere Projekte zu gewinnen.
Auch jetzt bei der Gestaltung der neuen Brücke warst du als Vorsitzender des Heimatvereins wieder beteiligt, dass unsere Emsbrücke ein klassisches Outfit erhält und ein Schmuckstück von Schepsdorf wird.
Über ein Jahr lang haben 4 Schepsdorfer Heimatfreunde unter deiner Leitung die Geschichte Schepsdorf erforscht und in einem lesenswerten Buch zusammengefasst.
Unvergessen werden die von deinem Elternhof geprägten landwirtschaftlichen Vorführungen zu den Erntedankfesten bleiben. Nicht nur das eine Kuh von dir im Beisein von vielen Gästen mit der Hand gemolken wurde als Grundlage für das Erntedankthema „Von der Milch zur Butter“, oder du die Sense und Sichel zur Hand nahmst als Erntedankthema „Vom Korn zum Brot“.
Zusammenfassend kann man sagen du warst über 30 Jahre der Ideengeber und hast es immer wieder verstanden, gemeinsam mit den jeweiligen Vorständen und vielen Schepsdorfer Heimatfreunde für eine gute Sache zu motivieren. Ja, du warst und du bist ein „Emsländischer Macher“.
Für den Heimatverein Lingener-Land überbrachte der langjährige Vorsitzender Hermann Schipper die guten Wünsche und gratulierte zu diesem besonderen Ereignis. Nach seiner Kenntnis würde es Emslandweit keinen Heimatverein geben, der 30 Jahre von ein und demselben Vorsitzenden geführt wurde.
Schipper bedankte sich noch einmal besonders bei Wilhelm Terhorst für zusätzlich 11 Jahre als stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins Lingener-Land. Alle zwei Jahre hast du für die Heimatvereinsmitglieder aller 24 Heimatvereine eine Bildungswoche durchgeführt. Unvergessen sind die Fahrten nach Berlin mit Besichtigung des Bundestages, des Bundesrates, das Bundeskanzleramt, aber auch die Bildungsfahrten nach Rügen, nach Wittenberg oder des Erzgebirges mit dem Besuch der Patenstadt Marienberg der Stadt Lingen.
Unvergessen ist auch der Tag der Heimatvereine im Jahr 2014. Der Heimatverein Darme, Lohne und Schepsdorf hatten unter deiner Leitung ein außergewöhnlich gutes Tagesprogramm erstellt. Drei Bundestagsmitglieder, ein Landtagsabgeordneter und der Landrat des Emslandes waren tief beeindruckt von der Veranstaltung, aber auch von dem guten Zusammenhalt der drei Heimatvereine.
Peter Scholz überreichte im Namen des Vorstands einen Präsentkorb mit einem herzlichen Dankeschön für die geleistete und vertrauensvolle Arbeit als Vorstandsvorsitzender der letzten Dreijahrzehnte.
Der Ortsbürgermeister Hermann Krone überbrachte die Glückwünsche des Ortsrates zu diesem außergewöhnlichen Jubiläum und bedankte sich ebenso herzlich für die geleistete Arbeit für „unser Schepsdorf“.
Heinrich Gehring gratulierte im Namen des Nachbarheimatvereins Darme und würdigte die gute Zusammenarbeit der beiden Heimatvereine.
Für eine große Überraschung des Abends sorgte der Besuch des Ehrenlandrats und Ehrenvorsitzender des Emsländischen Heimatbundes und der Emsländischen Landschaft, Hermann Bröring.
Für Ihn wäre es selbstverständlich, so ein außergewöhnliches Ereignis zu würdigen. Wall Wilhelm un ik beide ut den ollen Landkreis Askendörp komt, hei ut Häbrum und ik ut Rehn, will wie us up Platt unnerholen. Därtig Johr erhrenamtlich an erste stäh tau stohn und so vole in bewägung tau setten, dat is no grote Ehrung wert. Solange kann man nur an erste Stäh ston, wenn du dör und dör Emsländer büs und diene Wodels deip ind Emsland legt.
Sichtlich gerührt nach all den guten Wünschen bedankte sich Wilhelm Terhorst bei den vielen Heimatfreunden, die Ihn über die vielen Jahre unterstützt haben, aber besonders bei seiner Frau Irmgard für die jahrelange Unterstützung, zumal er nicht nur Heimatvereinsvorsitzender sondern auch Bürgermeister und Pfarrgemeinderatsvorsitzender beim Katholischen Standortpfarrer gewesen sei.
Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Musikgruppe Harmonika. Volkslieder auf Hochdeutsch und Plattdeutsch wurden gerne mitgesungen.