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Seufzend machte Akaria an einem Baum halt. In den letzten Tagen hatte sie sich so sehr an Falkenfrost gewöhnt, dass sie sich jetzt, wo er einmal für sie beide jagen war, sehr alleine fühlte. Sie besah sich ihre Umgebung genauer. Überall um sie herum war unberührte Natur, nirgendswo waren die Anzeichen eines Dorfes oder eines Weges, noch nicht mal einen Pfad hatte sie auf ihrem Weg gesehen. Falkenfrost hatte die meiste Zeit die Führung übernommen und er hatte sie gelehrt, wie sie sich, ohne zu sprechen, mit ihm verständigen konnte. Außerdem hatte er es für sehr wichtig befunden, das sie wusste, wie sie ihre Gedanken verschleiern konnte, sodass niemand diese lesen konnte. Als sie Falkenfrosts leise Schritte hinter sich hörte, musste sie unwillkürlich lächeln. Er schaffte das, was noch nicht mal ihre Schwester oder ihr Vater geschafft hatten. Sie war glücklich, fühlte sich unendlich frei. Mit einem Lächeln auf ihren Lippen drehte sie sich zu ihm um, aber als sie sah, dass Falkenfrost keine Beute bei sich trug, runzelte sie die Stirn. //Was ist los, Falkenfrost? Warum hast du keine Beute dabei?// Falkenfrosts Ohren zuckten und er ließ ein leises grollen hören. //Nicht jetzt! Es kommt jemand// Auf einmal war Akaria hellwach. Wer sollte denn außer ihnen mitten im Wald herumstreunen? Auf leisen Pfoten schlich Falkenfrost auf einen Baum zu, als er mit einem bedrohlichen Knurren absprang, hörte Akaria plötzlich jemanden erschrocken aufschreien, dann vernahm sie fremdartige Worte: „Shaptë esrama!“ Akaria schnappte nach Luft, als Falkenfrost vor Schmerzen aufschrie. Winselnd lag er auf dem Boden, aus seiner Flanke lief das Blut. Ohne richtig zu wissen, was sie tat, stürzte sie zu Falkenfrost, aus dem Augenwinkel sah sie einen Jungen. Brüllend stürzte sie sich auf ihn, er schien nicht mit ihr gerechnet zu haben, wahrscheinlich hatte er sie noch nicht einmal gesehen. Mit einem Aufschrei kippte er nach hinten, als Falkenfrost Akaria warnte //Pass auf! Er verfügt über Magie, und das nicht zu wenig! Er ist gefährlich!// Akaria zögerte und zog sich einen Schritt zurück //Aber was soll ich denn machen? Wenn ich fliehe, wird er dich töten!// Sie musterte den Jungen zögerlich, fluchtbereit. Er war recht dünn, hatte eine sehr blasse Haut, die einen starken Kontrast zu seinen schwarzen Augen bildete. Seine Ohren liefen spitz zu, sie schienen immerzu zu zucken, und seine dunkelbraunen Haare hatten merkwürdige helle Strähnen. Und dann kam Akaria in den Sinn, dass so kein normaler Mensch aussah. Plötzlich riss der Junge die Augen auf, als ob er gerade verstanden hätte, dass er einen großen Fehler gemacht hätte. „Wer bist du? Oder besser gesagt, WAS bist du?“, fragte Akaria vorsichtig, während sie einen weiteren Schritt zurücktrat und sich neben Falkenfrost hockte, um ihm sanft über sein Fell zu streichen. „Mein… Mein Name ist Karv´e… Ich bin ein…“, er stockte kurz, bevor er sich wieder fasste, „Ich bin ein Elf. Wer bist du? Es tut mir leid, dass ich deinen - was ist es? Deinen Freund? Es tut mir sehr leid, dass ich deinen Freund angegriffen habe. Ich glaube, das war ein Fehler.“ Neugierig sah Akaria ihn an, sie wusste nicht, was sie sagen sollte, als er sich neben Falkenfrost hockte, die Augen schloss, und wieder diese Fremdartigen Worte murmelte. Was macht er? fragte sie sich, Heilt er Falkenfrost? Schließlich öffnete er wieder die Augen und auch der Gepard regte sich wieder, er ließ ein erschöpftes schnurren hören und sagte zu Akaria: //Danke ihm bitte, meine Freundin. Er wusste wahrscheinlich nicht, wer ihn angreifen wollte und hat einfach nur aus Erschrecken gehandelt// Nachdem Akaria ihm diesen Dank ausgesprochen hatte, wandte er sich ihr erneut zu: „Du hast mir immer noch nicht verraten, wie du heißt. Ich weiß, dass du die Auserwählte bist, weil nur du mit der Raubkatze kommunizieren kannst, aber wie du heißt oder wie du bist, dass weiß ich nicht.“ Verwirrt sah Akaria ihn an. „Mein Name ist Akaria, aber was meinst du damit, dass ich die Auserwählte sei?“ Er seufzte. „Ich muss dir wohl noch einiges erklären. Aber wie dem auch sei, wir haben schließlich alle Zeit der Welt.“