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Karv´e saß gerade auf einem Baum und beobachtete das Spiel der aufgehenden Sonne auf dem Wasser, als er plötzlich Schritte hinter sich hörte. Er seufzte. Hatten die anderen ihn denn noch nicht genug verspottet, nur, weil er anders aussah, er war dünner als die normalen Elfen, hatte komplett schwarze Augen und dunkelbraune Haare mit hellen Strähnen, während die anderen helle oder schwarze Haare hatten und den Menschen ähnlicher sahen, abgesehen von ihren Ohren, körperlicher Überlegenheit und einer längeren Lebensspanne. Wegen seinen Unterschieden zu den normalen Elfen wurde er verspottet und musste am Rand des Dorfes Selarr leben, der einzige Grund, weshalb er überhaupt bleiben durfte, waren seine verstorbenen Eltern. Diese sollen auch wie er ausgesehen haben, aber sie hatten Selarr mehrmals vor dem Untergang bewahrt, bis sie schließlich in ihrem eigenen Haus vergiftet und getötet wurden. Karv´e stand auf und drehte sich um, um den anderen Elfen aus dem Weg zu gehen, als er merkte, dass nicht die Dorfbewohner, sondern der Bote Petré auf dem Weg zu ihm war, er hatte dessen Gewand zwischen den Bäumen gesehen. Verwirrt wartete er auf Petré, er hatte im Gefühl, dass dieser ihm nichts Gutes sagen würde. Petré trat zwischen den Bäumen hervor, er lächelte, als er Karv´es fluchtbereite Position sah. „Komm mit, Karv´e! Eclypse hat eine Vision von dir gehabt, du wirst gebraucht.“ Verwirrt runzelte Karv´e die Stirn. Eclypse war die Seherin von Selarr, normalerweise wurden nur die wichtigsten Personen davon informiert, wenn sie eine Vision von jemanden hatte, die anderen waren nicht wichtig genug für die Seherin. Als er sah, das Petré schon fast weg war, stolperte er ihm schnell hinterher, er bewunderte die anmutigen, fast Katzenartigen Bewegungen der anderen Elfen. Sie gingen mitten durch das Dorf, Karv´e spürte die gehässigen und abschätzenden Blicke der anderen in seinem Rücken. Als sie schließlich an dem Haus, nein, es war schon fast ein kleiner Palast, angekommen waren, sah Karv´e etwas, was sein Herz beinahe zum stehen bleiben brachte: Die Königin der Elfen, Octavia, stand in der Tür und wartete auf Petré und ihn! Hastig senkte er seinen Blick, als er ihre Stimme hörte, gefühlslos und kalt, aber nicht unfreundlich, befehlsbewohnt. „Da seid ihr ja endlich. Ich habe schon gewartet“ Damit verschwand sie im Haus von Eclypse, Petré und Karv´e folgten ihr hastig. Schließlich gelangten sie in einen großen Saal, die Seherin und die Königin standen in dessen Mitte und schienen sich zu beraten. Als sie hörten, dass die beiden eintraten, drehten sie sich zu ihnen um. „Na also, ihr habt es also geschafft. Petré, du kannst gehen“ Anders als die Königin, war Eclypses Stimme sanft und freundlich, sie schien Octavias komplettes Gegenteil zu sein. Petré drehte sich um und obwohl es schien, das er nicht gehen wollte, wiedersprach er ihr nicht und verließ den Saal. Plötzlich fühlte sich Karv´e allein gelassen, er trat nervös von einem Fuß auf den anderen und wartete darauf, dass seine Königin oder die Seherin anfing zu reden. Nach einer kurzen Weile, die ihm wie eine Ewigkeit vorgekommen war, fing Octavia an zu sprechen. „Weißt du, warum ich dich hierher gerufen habe?“ Nervös scharrte Karv´e mit dem Fuß auf dem Boden, auch sein Blich war auf die Mamorfliesen geheftet. „Petré hat gesagt, dass ihr eine Vision von mir hattet“, meinte er und deutete mit dem Kopf kurz auf Eclypse, bevor er wieder auf den Boden starrte. Die Königin seufzte. „Eclypse hatte eine Vision, dass du der Elf aus der Prophezeiung bist, dass du an der Seite der Auserwählten kämpfen und ihr helfen wirst.“ Fassungslos starrte Karv´e sie an, er vergaß alle Regeln der Rangordnung und seine eigene Nervosität war wie weggeblasen. „Was? Ich?? Niemals! Ihr müsst euch irren, ich bin kein Retter!“ Scharf sah sie ihn an. „Du wirst gehen, auf keinen Fall wirst du die Auserwählte im Stich lassen!“ Erschrocken wurde Karv´e klar, was er da gerade getan hatte. Er hatte der Königin widersprochen! „O… Okay…“ Ein plötzlicher Anflug von Wärme huschte über ihr Gesicht. „Nichts andres habe ich von dir erwartet. Komm, ich gebe dir noch einige wichtige Sachen und dann brichst du direkt auf.“