Kirchen und Kapellen stehen oft an Orten, die bereits in vorgeschichtlicher Zeit als heilige Stätten verehrt wurden. Ob der Namensbestandteil „Alt-“ beim Alten Berg bei Böttingen tatsächlich auf eine solche Kultstätte hinweist, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit klären. Gesichert ist jedoch, dass die Region des Heubergs seit der Jungsteinzeit (4. Jahrtausend v. Chr.) als Bestattungsgebiet genutzt wurde.
Im Jahr 1948 untersuchte der Tuttlinger Ingenieur Potschigmann zusammen mit einer Gruppe heimatkundlich interessierter Helfer einen Grabhügel auf dem Alten Berg. Die Grabung förderte Bestattungen aus der Hallstattzeit (ca. 6. Jahrhundert v. Chr.) zutage:
Ein Brandgrab – eine typische Bestattungsform dieser Epoche.
Zwei Körpergräber mit reichen Beigaben.
Das weibliche Grab war nach Nordosten zur Mitte des Hügels ausgerichtet. Die Tote erhielt folgende Beigaben mit:
Einen verzierten Bronzearmring
Bronzereste, die vermutlich zu einer Fibel (Gewandspange) gehörten
Einen Reibstein aus Granit, der zwischen den Oberschenkeln lag
Das männliche Grab lag rechtwinklig dazu, der Kopf war nach Südwesten zur Hügelmitte ausgerichtet. Dem Verstorbenen wurden beigegeben:
Ein Eisenschwert
Ein Eisenmesser
Bronzenieten
Mehrere Tongefäße
Doch der Alte Berg ist nicht der einzige archäologische Zeuge keltischer Bestattungen in der Böttinger Gemarkung. Zwei weitere Gräber aus dieser Epoche wurden in den vergangenen Jahrzehnten entdeckt:
An der Weggabelung in der Gewann Schwemme – Windingen stieß man auf eine weitere keltische Grabstätte.
Bei Bauarbeiten in der Gosheimer Straße 1‑3 (Gewann Heidenwiese) wurde ebenfalls ein keltisches Grab freigelegt, das wertvolle Grabbeigaben wie ein Schwert und Bronzeschmuck enthielt.
Zwar sind aus der Hallstattzeit – die mit den frühen Kelten in Verbindung gebracht wird – bislang keine Siedlungen auf der Böttinger Gemarkung bekannt. Allerdings gibt es im nahegelegenen Raum um den Dreifaltigkeitsberg und an dessen Fuß Siedlungsreste aus dieser Zeitstellung – ein Hinweis, dass die Region damals von Menschen besiedelt war, die ihre Toten in den Hügeln des Heubergs bestatteten.
Quellen: Archäologische Untersuchungen von Jutta Klug-Treppe; Heimatbuch „Böttingen Geschichte und Gegenwart“ (2002); Fundmeldungen des Heimatvereins Böttingen.