Unsere Heimat ist nicht nur ein Ort auf der Landkarte, sondern ein Gefühl tief in unseren Herzen verankert. Es ist der Ort, an dem wir geboren wurden, aufgewachsen sind und unzählige Erinnerungen geschaffen haben. Jeder Straßenabschnitt, jedes Geschäft, jedes Gebäude trägt eine Geschichte in sich, die eng mit unserer eigenen verbunden ist.
In unserer Heimat kennen wir die Menschen, die Nachbarn, die Geschäftsleute - sie sind wie eine erweiterte Familie, die uns unterstützt, wenn wir sie brauchen. Wir feiern zusammen, trauern zusammen und stehen füreinander ein, auch in schwierigen Zeiten. Diese Verbundenheit und Gemeinschaftssinn machen unsere Heimat zu einem besonderen Ort.
Die Natur in unserer Heimat ist von unvergleichlicher Schönheit - die sanften Hügel, die rauschenden Quellen, die grünen Wälder. Hier finden wir Ruhe und Erholung, können dem Alltag entfliehen und neue Kraft schöpfen. Wir schätzen und bewahren diese Naturschätze, denn sie sind ein Teil unserer Identität.
Unsere Heimat ist geprägt von Traditionen und Bräuchen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Sie verleihen unserer Heimat einen einzigartigen Charakter und machen sie zu einem Ort voller Leben und Vielfalt.
Unsere Heimat ist mehr als nur ein Ort - sie ist ein Gefühl von Zugehörigkeit, Liebe und Vertrautheit. Wir sind stolz darauf, hier zu leben und unseren Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten. Denn in unserer Heimat sind wir zu Hause, hier sind wir angekommen.
In einer Zeit, in der schnelle Veränderungen unsere Lebensweise prägen, ist es von großer Bedeutung, die Wurzeln unserer Heimat zu bewahren und zu stärken. Eine einheimische Familie hat sich genau dieser Aufgabe verschrieben und einen wunderbaren Platz gestaltet, der sowohl Raum für Besinnung als auch für Gemeinschaft bietet.
Dr. Margret Marquart †
Das Margret Marquart Catholic Hospital in Kpando (Ghana)
Schon im Alter von 16 Jahren wusste Margret Marquart, dass sie Missionsärztin werden wollte. Nach Abschluss ihres Medizinstudiums trat sie deshalb der Internationalen Bewegung Christlicher Frauen (GRAL) bei und bereitete sich in deren niederländischem Zentrum de Tiltenberg auf ihren Auslandseinsatz vor. Ende 1956 wurde sie an ihren ersten Einsatzort, das Rubaga Hospital in Kampala (Uganda), entsandt.
Drei Jahre später schickte man sie nach Ghana, wo sie im Jahr 1960 in der Stadt Kpando zusammen mit den beiden österreichischen Krankenschwestern Anita Linninger und Phily Fuchs ein Missionskrankenhaus, das Kpando Hospital, gründete. Dort war sie 17 Jahre als Chefärztin tätig. Im Jahr 1982 wurde das Kpando Hospital ihr zu Ehren in Margret Marquart Catholic Hospital (MMCH) umbenannt. Heute trägt die Klinik den Namen MMCH Volta Eye Clinic. Als eine der am besten ausgestatteten Augenkliniken in Ghana bietet sie die einzige Behandlungsmöglichkeit für die etwa zwei Millionen Einwohner der Volta-Region.
Für ihr langjähriges Engagement wurde Margret Marquart am 21. Dezember 1970 durch Bundespräsident Gustav Heinemann das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen; überreicht wurde es ihr am 5. Februar 1971 in Accra (Ghana) durch den Botschaftsattaché Helmut Müller.
Im April 1977 kehrte Margret Marquart aus gesundheitlichen Gründen in ihre Heimat zurück. Zunächst Fremde im eigenen Land, arbeitete sie nach einer Phase der Neuorientierung zunächst beim Gesundheitsamt in Tuttlingen und danach von 1978 bis 1992 beim Deutschen Institut für Ärztliche Mission (Difäm) in Tübingen.
Papst Johannes Paul II. berief Margret Marquart im Jahr 1979 zur Konsultorin der Kongregation für die Evangelisierung der Völker (Propaganda Fide). In der Funktion als Beraterin in Weltgesundheitsfragen für den Päpstlichen Rat „Cor Unum“ nahm sie als Vertreterin des Vatikans an Konferenzen in Veldhoven, Manila und São Paulo teil.
Bischof Georg Moser ernannte sie 1980 zur Beraterin des Bischöflichen Ordinariats Rottenburg.
Neben ihrer beruflichen Tätigkeit engagierte sich Margret Marquart immer für arme, hilfsbedürftige und am Rande der Gesellschaft stehende Menschen. Von 1992 bis 1996 arbeitete sie ehrenamtlich als Seelsorgerin für die Asylbewerber in der Abschiebehaft bei der Justizvollzugsanstalt Rottenburg. Aus Verärgerung über die in ihren Augen unmenschliche Abschiebepraxis gab Margret Marquart als Zeichen des Protestes das ihr verliehene Bundesverdienstkreuz im Jahr 1997 an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel zurück.
Margret Marquart starb im April 2004 an einer Tumorerkrankung in ihrem Heimatort Böttingen.
Bernhard Häring war bäuerlicher Herkunft. In den Redemptoristenorden trat er 1932 ein und wurde 1938 zum Priester geweiht. Um sein Doktorat zu erlangen promovierte er bei Theodor Steinbüchel, immatrikulierte sich im September 1940 an der Theologischen Fakultät Tübingen, musste jedoch unmittelbar danach eine Ausbildung in Augsburg absolvieren und wurde gegen Ende 1940 einer Infanteriedivision bei Bayeux zugeteilt. Seine Kriegserfahrungen gründeten seinen „tiefen Glauben an das Gute in allen Menschen“. Er war sicher, dass er die göttliche Vorsehung bei seinem Kriegseinsatz erfahren und verspüren konnte, sie „gesehen und mit seinem Leben berührt“ habe. Seine Erlebnisse hatten ihn dazu gebracht, „gegen eine einseitige Gehorsamsmoral Stellung zu nehmen und Sprecher sowohl einer Gesinnungs- wie einer Verantwortungsethik zu werden“.
Von 1947 bis 1951 war er an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Redemptoristen in Gars am Inn und von 1951 bis 1987 Professor für Moraltheologie an der Theologischen Hochschule der Redemptoristen Accademia Alfonsiana in Rom. Dort schrieben auch spätere polnische Moraltheologen unter seiner Leitung ihre Doktorarbeit. Als Gast-Professor lehrte er an der Yale-Universität in New Haven (Connecticut) und am Union Theological Seminary in the City of New York.
Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil war er theologischer Berater, arbeitete an mehreren Konzilstexten mit, am intensivsten an der Pastoralkonstitution Gaudium et spes und war Konsultor des Sekretariats für die Nichtglaubenden.
Er verfasste zahlreiche Werke zur Moraltheologie und zu Zeitfragen. Vor allem durch seine zwei Standardwerke der Moraltheologie Das Gesetz Christi (1954) und Frei in Christus (1979–1981) wurde er weltweit bekannt. Die Bibliothek der Redemptoristen in Gars am Inn, wohin Häring 1988 mit einem Großteil seiner Schriften übersiedelte, hat insgesamt etwa 430 verschiedene Ausgaben seiner Werke in 17 Sprachen nachgewiesen.
In seinen letzten Lebensjahren litt er an den Folgen einer Kehlkopfkrebserkrankung. Gleichzeitig hatte er bis zuletzt mit Lehrbeanstandungsverfahren
durch die Glaubenskongregation zu kämpfen. Sie blieben aber alle ohne Erfolg.
Häring starb am 3. Juli 1998 wenige Tage nach einem Gehirnschlag im Krankenhaus Haag (Kreis Mühldorf am Inn). Sein schlichtes Grab befindet sich auf dem Garser Klosterfriedhof.