Ein Stern kommt selten allein!
Es gibt verschiedene Sternsysteme.
Unser Sonnensystem kennt nur ein Zentralgestirn - unsere Sonne.
Andere Sternsysteme bestehe aus Doppel-, Dreifach-, oder Mehrfachsternen.
Dabei können die unterschiedlichsten Komponenten auftreten, die dann physikalisch gebunden um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen.
Doch Vorsicht:
Manchmal stehen die Sterne auch nur optisch nebeneinander und sind in Wahrheit hunderte von Lichtjahren voneinander entfernt!
delta Lyrae
Der hellste Stern des Sommerdreiecks ist die Wega im Sternbild Leier. Sie ist einer der hellsten Sterne der Nacht. Trotz der Lichtverpestung unserer Stadt findet man ihn leicht.
Allein für das Auge ist der Rest der Leier nicht interessant. Durch ein Fernglas oder Teleskop erkennt man jedoch etwas Beeindruckendes:
ein Leierstern entpuppt sich als zwei – als ein roter und ein blauer Stern.
Die unterschiedlichen Farben bedeuten, dass beide Sterne unterschiedliche Oberflächentemperaturen haben. Ein roter Stern ist kühler an seiner Oberfläche als unsere Sonne – ein blauer heißer als sie.
Ein Blick durch das Fernglas auf Delta Lyrae zeigt die Eigenarten der beiden Sterne.
Delta Lyrae findet man in der Nähe der Wega – links unten von ihr. Im Weltraum ist Delta Lyrae jedoch rund 1000 Lichtjahre weiter entfernt als die Wega. Auch sind die beiden Delta Lyrae-Sterne circa 200 Lichtjahre voneinander entfernt. Sie haben also keine Verbindung.
Der blaue Stern Delta1 Lyrae ist ungefähr 780 Lichtjahre von uns entfernt.
Die orange-rote Komponente Delta2 Lyrae ist hingegen ein entwickelter heller Riese in einer Entfernung von etwa 900 Lichtjahren.
Doch am Himmel stehen sie so nahe zusammen, dass ihr Licht zu einem Punkt verschmilzt.
Jeder der beiden Sterne ist leuchtkräftiger als die Wega. Wären sie uns gleich nahe, würden sie der Wega den Rang ablaufen.
Aus:https://www.deutschlandfunk.de/delta-lyrae-100.html