Deutsche Gebärdensprache (DGS) ist keine Sammlung von Zeichen, sondern eine eigenständige Sprache mit eigener Grammatik, Kultur und Identität.
Wer DGS lernt, lernt nicht nur eine neue Ausdrucksform, sondern begegnet einer Community mit eigener Geschichte, eigenen Werten und einer starken kulturellen Prägung.
Als hörende Person ist mir bewusst, welche Verantwortung damit verbunden ist.
Aus Respekt vor der Gehörlosen-Community und aus ethischen Gründen führe ich nur Grundlagen-, Einstiegs- und Fortsetzungskurse auf A1- und A2-Niveau durch. Weiterführende Inhalte zu Sprache und Kultur sollten von gehörlosen Dozentinnen und Dozenten vermittelt werden.
Über mich
Mein Name ist Bianca María. Ich bin gebürtige Deutsche und besitze die spanische Staatsbürgerschaft. Ich lebe in Asturias und spreche neun Sprachen sowie spanische und deutsche Gebärdensprache. In sechs Ländern habe ich umfangreiche berufliche Erfahrungen gesammelt, jeweils mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen.
Ich habe spanische Gebärdensprache studiert und später Deutsche Gebärdensprache vertieft. Mein Schwerpunkt liegt auf der strukturierten Vermittlung von Grundlagen sowie auf interkultureller Sensibilität.
Mir ist wichtig, transparent zu arbeiten: Ich bin hörend. Deshalb sehe ich meine Rolle in der Einführung, Sensibilisierung und sprachlichen Basisvermittlung – nicht in der Repräsentation oder kulturellen Deutungshoheit. Respekt gegenüber der Gehörlosen-Community ist für mich kein Schlagwort, sondern eine klare berufliche Haltung.
Gehörlos oder taub?
Warum ich persönlich bei meiner Wortwahl bleibe:
Mir ist bewusst, dass innerhalb der Gebärdensprachszene die Debatte um Begriffe wie „taub“ oder „gehörlos“ sehr individuell geführt wird. Ich schätze diesen Austausch, da er zeigt, wie lebendig die Diskussion ist.
Ein zentrales Spannungsfeld: Viele junge, politisch aktive Menschen sehen „taub“ (angelehnt an das englische „deaf“) als stolze Selbstbezeichnung, während „gehörlos“ als zu medizinisch oder defizitorientiert gilt.
Ich persönlich bevorzuge dennoch „gehörlos“. Sprache hat Geschichte:
Im deutschen Sprachraum ist „taub“ historisch belastet und eng verwandt mit dem althochdeutschen „tumb“, das nicht nur „stumm“, sondern auch „dumm“ oder „einfältig“ bedeutete. Über Jahrhunderte wurden gehörlose Menschen dadurch abgewertet.
Identität sollte aus der eigenen Sprachgeschichte und aus Respekt vor erkämpfter gesellschaftlicher Anerkennung wachsen – nicht aus internationalen Trends.
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Communi-care
Der Begriff communi-care (lateinisch) bedeutet: etwas mit jemandem teilen oder gemeinsam machen.
Kommunikation ist der Prozess der Übermittlung und des Empfangs von Informationen.
Kommunikation in Gebärdensprache ist ein visueller, körperlicher und räumlicher Prozess. Sie lebt vom gegenseitigen Wahrnehmen, vom Respekt und vom echten Verstehen. DGS zu unterrichten bedeutet für mich gleichzeitig Bewusstsein für die Menschen und die Kultur zu schaffen, aus der diese Sprache gewachsen ist.