News‎ > ‎

Es tut sich was...

veröffentlicht um 14.06.2019, 06:34 von Christopher Wintgens   [ aktualisiert: 14.06.2019, 06:56 ]

Vergangenen 24. Mai fand die Generalversammlung der LFBB statt. Es wurden einige Dinge besprochen und entschieden, die wichtige Auswirkungen auf unsere aktiven Spieler haben werden. Nachstehend findet ihr eine kleine Zusammenfassung dieser Punkte.

Neues Ranking-/Klassierungssystem


Das aktuelle Klassierungssystem ist – milde formuliert – ein einziges Desaster. Hauptgründe dafür sind, dass gute aber inaktive Spieler zu schnell abgestiegen sind, ohne aber ihr eigentliches Spielniveau zu verlieren und mittelmäßige aber hochaktive Spieler zu schnell aufgestiegen sind, ohne das dafür nötige Spielniveau erlangt zu haben. Dies wiederum hatte zur Folge, dass gute, inaktive Spieler in den unteren Kategorien „gefangen“ waren und bei ihren seltenen oder weniger seltenen Turnierauftritten ihren Gegnern die Freude am Spiel bzw. am Turnier geraubt hatten, während in den höheren Klassierungen nicht mehr das bis dahin übliche Niveau gewährleistet werden konnte. Während also die Spitze der Klassierungspyramide langsam ausdünnte und vom Niveau her deutlich nachließ, wurde sie in der Basis immer breiter und verwandelte sich so langsam in einen „Fernsehturm“. Dabei hatten es junge Spieler zunehmend schwerer, in die Turnierwelt einzusteigen, da das Leistungsniveau in den unteren Kategorien durch die so genannten „U-Boot“-Spieler dramatisch gestiegen war – mit der Folge, dass man kaum noch neue Gesichter auf Turnieren sieht.


Seit Jahren nun rumort es deshalb ganz gewaltig in der belgischen Badmintonwelt; eine Lösung war aufgrund der belgischen Gegebenheiten jedoch nicht in Sicht. Während auf frankophoner Seite eine Änderung des Systems herbeigesehnt wurde, versperrten sich die Flamen gegen eine erneute Reform.


Auf der letztjährigen Generalversammlung der LFBB wurde der Vorstand daher mandatiert, bis zur Generalversammlung 2019 eine Lösung ohne Flamen zu suchen. Nun wurde diese präsentiert. Alle Erläuterungen, die folgen, gelten demnach nur für die LFBB. Das neue Klassierungssystem weist folgende Grundzüge auf:


    - Jeder Spieler erhält für jedes Spiel Punkte. Wie viele Punkte man erhält, hängt von der Klassierung des Gegners ab. Ein Sieg gegen höher klassierte Gegner bringt mehr Punkte als ein Sieg gegen gleich oder niedriger klassierte Gegner (Schwellenwerte im Link weiter unten)

    - Interclub- und Turnierbegegnungen bringen gleich viele Punkte

    - Aus den Spielen wird ein Durchschnittswert errechnet (Summe der erlangten Punkte/Summe der Begegnungen). Anhand dieses Wertes wird die Klassierung bestimmt

    - Für den Aufstieg müssen für diesen Durchschnittswert mindestens 7 Spiele bestritten werden

    - Es werden weitere Klassierungen geschaffen: pro Serie (A, B, C und D) jeweils vier Klassierungen (A1, A2, A3, A4; B1, B2,… usw.)

    - Abstiege sind weiter möglich, aber auf Klassierung (A1->A2->A3->A4, B1->B2->B3->B4, etc.) begrenzt, d.h. ein Abstieg in eine tiefere Serie (A->B, B->C und C->D) ist nicht möglich, außer auf begründeten Antrag an eine neu geschaffene Klassierungskommission

    - folgende Sicherungsmaßnahmen gegen Abstiege werden eingebaut:

        o   ein Sieg, der den Durchschnittswert senkt, d.h. gegen einen niedrig klassierten Gegner, wird nicht berücksichtigt
        o   Niederlagen gegen höher klassierte Gegner werden nicht berücksichtigt
        o   Wenn weniger als 7 Spiele bestritten wurden, wird der Durchschnitt auf Basis der tatsächlich gespielten Spiele berechnet

 Im Grunde entspricht dieses System dem Vorschlag, der zum Jahreswechsel als einer von drei Optionen vorgestellt wurde. Wer genaue Erklärungen und Simulationen einsehen möchte, dem ist die Lektüre folgender Dokumente zu empfehlen:


    - Grundprinzip und Erklärungen

    - Simulationen für gewissen Situationen

 

Zusammenfassend und ohne auf einzelfallspezifische Situationen einzugehen, kann man Folgendes festhalten und im Hinterkopf behalten:


    - Es wird schwieriger abzusteigen, da bei Abstiegsgefahr eine freundlichere Berechnungsweise des Durchschnittwerts greift (nur tatsächliche Spiele, keine Niederlagen gegen stärkere Spieler) …

    -  …aber Abstiege sind gerechtfertigt: wer oft gegen gleichstarke oder schwächere Gegner verliert, steigt ab

    - Es wird schwieriger aufzusteigen (eine Niederlage = 0 Punkte => senkt den Durchschnittswert erheblich) …

    -  …aber Aufstiege sind gerechtfertigt: nur die wirklich guten Spieler steigen auf

    - Es wird einfacher, seine Klassierung zu halten…

    - …aber wer wenig spielt, zahlt einen hohen Preis für seine Niederlagen


Alles in allem ist dies eine durchaus begrüßenswerte Initiative, da dieses neue System viele Elemente aus unserem ursprünglichen Klassierungssystem wieder aufgreift und die Schwächen des derzeitigen Systems neutralisiert. Ob dies auch langfristig funktionieren kann, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.


Ab wann tritt dieses neue System in Kraft?


Mit Beginn der neuen Saison wird das neue System während eines Jahres im Hintergrund laufen, ohne direkt Auswirkungen auf die Klassierungen zu haben. Während der Saison 2019-2020 soll das System mit Daten gefüttert, die Daten ausgewertet und evtl. an gewissen Stellschrauben gedreht werden. Erst in der übernächsten Saison, d.h. im Jahr 2020-2021, wird dieses System dann operationell eingesetzt. Bis dahin bekommen wir nicht allzu viel davon mit.


Ganz wie bisher läuft es dann aber doch nicht weiter, denn…

 

Übergangsmechanismus 2019-2020


Wie eingangs dargelegt, ist die Klassierungspyramide mit Einführung des aktuellen Klassierungssystems in sich zusammengestürzt. Um wieder Ordnung zu schaffen, hat die Generalversammlung auf Vorschlag des Vorstands folgende Maßnahmen für die Saison 2019-2020 gutgeheißen:

    - Jeder Spieler erhält ab dem 1. Juli 2019 für seine drei Disziplinen jeweils die beste Klassierung, die er in den vergangenen 5 Jahren, d.h. seit 2014, erlangt hat -1. D.h. wer etwa im Einzel vor 3 Jahren mal B2 war und jetzt C2 ist, wird auf B2-1=C1 heraufklassiert

    - …es sei denn, die aktuelle Klassierung ist bereits die beste Klassierung der letzten 5 Jahre. In dem Fall behält man seine Klassierung

    - …oder man hat bereits jetzt die beste Klassierung -1. In dem Fall ist das Ergebnis dasselbe und es passiert nichts

    - Wer ein Mal C2 war, kann nicht wieder D werden

    - Bis zum Ende der laufenden Saison wird niemand mehr absteigen, es sei denn auf begründeten Antrag

 

Da dies schon mit Wirkung vom 1. Juli erfolgt, hat das Ganze auch einen Einfluss auf den Index der Interclubmannschaften. Die Kapitäne sind gebeten, dies bei der Mannschaftsplanung zu berücksichtigen.

 

In dem Sinne wünschen wir euch wieder viel Freude auf den Turnieren

 

Euer Vorstand

Comments