Little Miss Britophil
- Across Great Britain -
Little Miss Britophil
- Across Great Britain -
2018 ging es endlich ein Mal quer über die große Britische Insel und endlich konnte ich den einen oder anderen Drehort von Harry Potter, Outlander und Poldark besuchen:
Hastings - London - Cornwall - Cotswolds - Bath - Liverpool - Chester - Newcastle - Alnwick - Bamburgh - Lindisfarne - Berwick - Blackness Castle - Linlithgow Palace - Midhope Castle - Doune Castle - Cairnpapple - Campbell Castle - Edinburgh
Station 1 im Süden Englands: Hastings und Battle: Ich sage nur 1066.
Wer in Großbritannien von Süden nach Westen will, muss in London umsteigen. In dieser Stadt gibt es immer etwas Neues zu entdecken und zu erleben, nicht zuletzt dank Harry Potter, Peter Pan und Paddington Bär.
Go west: Cornwall ist Poldark-Zone. Und am Portcurno Beach ist das Meer türkis (ja, genau in England!).
Wir sind uns fast sicher: Die Leute, die bei der Levant Mine auf der Wiese ein Meeting hatten, waren Location-Scouts von der Serie "Poldark". Das berühmte St. Ives hat sicherlich seinen Charme, sticht aber nicht aus der Menge an zauberhaften Dörfern an der cornischen Küste heraus.
Die Cotswolds: Nicht nur der Landstrich der Serie "Downton Abbey", sondern auch Drehort für "Star Dust", "Harry Potter" und Garten von Prince Charles. Wir hatten eine Tour in kleiner Runde gebucht und haben Halt gemacht in Castle Combe, Malmesbury, Bibury, Stow-on-the-Wold, Bourton-on-the-water und Tetbury.
Diese "goldgelbe" Stadt ist Jane Austen-Revier.
Beatles-Town Liverpool hat noch mehr als Musik und Clubs zu bieten: Chinatown, Prachtbauten an der Hafenpromenade und ein unterhaltsames Museum. Und vergiss nicht, alle Lamabanana zu zählen!
Chester: Nach unserer etwas missglückten Ankunft (B&B hatte unsere Buchung storniert und die Ersatzunterkunft lag am anderen Ende der Stadt, es regnete) entdeckten wir doch noch, was diese historische Stadt alles zu bieten: rote römische Mauern und Amphitheater und rustikal-romantische Bummelgassen, die von schwarz-weißen Fachwerk aus der Tudor-Zeit gesäumt sind.
Newcastle upon Tyne: Die Stadt der 7 Brücken.
Alnwick: Hat nicht nur "Hogwarts"-Gemäuer für Harry-Potter-Fans zu bieten (es gibt sogar Broomstick-Lessons, aber leider ausgebucht), sondern auch für Bibliophile einen der größten Second-hand-bookshops Großbritanniens in einem alten Bahnhofsgebäude.
Northumbria: Die Ostküste kurz vor Schottland hat eine spannende Küstenlinie mit Bamburgh Castle (direkt oberhalb vom Strand), Holy Island Lindisfarne (Bitte den Gezeitenplan beachten!) und Berwick (Ist es englisch oder schottisch? Nach 13 x Hin und Her weiß das in kultureller Hinsicht niemand so genau.
Blackness Castle: Nicht nur bekannter Drehort von "Outlander" (Jamie Fraser wurde hier von Black Jack Randall ausgepeitscht, Brianna und Roger waren auch hier), sondern auch von "Mary Queen of Scots" mit Saoirse Ronan. Der Blick auf die Queensferry Crossing Bridge ist besonders schön, wenn die Brücke von der Sonne erleuchtet wird.
Linlithgow Palace: Eigentlich sollte man das Schloss vielmehr wegen seiner historischen Bedeutung im Zusammenhang mit Maria Stewart besuchen, ich wollte aber primär hin, weil auch hier "Outlander" gedreht wurde. Die Ruine ist sehenswert, manchmal glaubt man jedoch, in einer alten Fabrik ohne Dach zu stehen. Die Umgebung des Schlosses lädt zu einem Spaziergang ein.
Kleiner Wermutstropfen: Einen Tag vorher war der von mir sehr verehrte Kinderbuch-Illustrator Chris Riddell in der Buchhandlung im Ort, um sein neuestes Buch "Once upon a Wild Wood" dort vorzustellen. Wenigstens habe ich ein signiertes Exemplar kaufen können.
Um das Zuhause der "Outlander"-Frasers zu besuchen, muss man zunächst zum hochherschaftlichen Anwesen Hopetoun House (das selbst in "Outlander" als Palast vom Herzog von Sandringham fungierte) fahren, sich dort im Souvenirshop eine Zufahrtserlaubnis für "Lallybroch", das eigentlich Midhope Castle heisst, zu kaufen und dann fährt man mit einer etwas vagen Wegbeschreibung ca. 30-45 Minuten durch die Gegend. Obwohl Midhope zu Hopetoun gehört, ist es ziemlich weit entfernt vom Schloss, was nur dafür spricht, wie riesig das gesamte Anwesen ist. In der Nähe vom Hopetoun Hofladen biegt man dann von der Landstraße in eine relativ unscheinbare Zufahrtsstraße ab, wo man dann auf einem Wiesengrund sein Auto abstellen kann. In einem kleinen Schuppen sitzt jemand, der tatsächlich die Zufahrtserlaubnis sehen wollte und Eintritt zahlt man auch noch (obwohl es sich mehr um Zutritt auf das Gelände handelt, denn das baufällige Castle selbst darf nicht betreten werden). Hinter hohen Hecken öffnet sich der Weg, der direkt nach Lallybroch führt. Trotz der Strommasten und den Spuren des Verfalls fühlt man sich sofort in die Serie versetzt. Ein Must für jeden "Outlander-Fan".
Ein weiteres Must für Film- bzw. Serienfans ist Doune Castle: Outlander, Game of Thrones (allerdings nur für ein paar ganz wenige Bilder für die Pilotfolge, die später nochmal in Irland gedreht wurde) und "Ritter der Kokosnuss" vom Monty Python-Trupp. Am interessantesten fand ich dementsprechend den Innenhof und die ehemalige Küche, sich vorzustellen, wie ein ganzes Filmteam dort Platz gefunden haben will.
Und wo wir an dem Tag schon im Burg-Modus waren, sind wir noch weiter bis zum Dollar Glen gefahren, wo das Campbell Castle stand. Ob es am Regen lag, dass wir die einzigen Besucher waren, weiß ich leider nicht. Aber so hatten wir die Burg ganz für uns und der Mann an der Ticketkasse freute sich über ein Schwätzchen mit uns.
Letzte Station unserer Reise: Edinburgh. Meine schottische Liebschaft. Ich kann mich dem rustikalen Charme der Stadt nicht entziehen: Seine Altstadt mit den Pflasterstein-Gassen und Hinterhöfen, der herrliche Park unterhalb der Burg, die Nationalgallerie mit einem Gemälde zu Shakespeares "A Midsummer Night's Dream" (The Quarrel of Oberon and Titania). Auch hier kann man Jamie Fraser und Harry Potter begegnen. Allerdings hat es etwas gedauert, bis wir den Hinterhof gefunden haben, in dem Jamies Druckerei verortet wurde. Die Bakehouse Close liegt direkt neben dem Museum of Edinburgh, das viele nicht kennen. Als wir danach gefragt hatten, wurden wir erst mal zum Nationalmuseum geschickt. Die Stadt war ein würdiger Abschluss und doch musste ich feststellen, dass es auf dieser Insel immer noch so viel zu sehen gibt.