Wie kamst du zum Theaterspielen und warum spielst du Theater?Von 2005 bis 2007 habe ich am Schauspiel-Institut in Innsbruck bei Konrad Hochgruber und Eric Ginestet die „Blöcke“, einen viersemestrigen Lehrgang, absolviert, damals gar nicht mit dem Ziel, irgendwann einmal auf der Bühne zu stehen, sondern mit dem Wunsch, durch das Theaterspielen im beruflichen und privaten Kontext selbstbewusster, souveräner und sicherer im Auftritt zu werden. Als ich dann vor gut 10 Jahren am Westbahntheater erstmals auf der Bühne stand, hat mich das Fieber gepackt und nicht mehr losgelassen. Den 5. Block habe ich dann aus Spielfreude gleich mehrmals absolviert.Es macht mir großen Spaß, in verschiedene Rollen zu schlüpfen, Figuren zu erleben und beleben, neue Facetten auszuprobieren, Herausforderungen anzunehmen, an meine Grenzen zu gehen, mich immer wieder selbst neu zu erkennen und zu entdecken. Es bewegt mich, Menschen zu berühren, indem ich ihnen eine Geschichte erzähle.Ganz besonders schätze ich auch die Textarbeit, das Jonglieren zwischen Philosophie, Poesie, Geplänkel; das Wandern zwischen Welten und Kulturen, Sprachvarianten und Bildern, Werten und Haltungen zu er- und beleben, ist immer wieder eine Herausforderung und ein Genuss.
Was machst du, wenn du nicht Theater spielst?Wenn ich nicht selbst Theater spiele, gehe ich fürs Leben gerne ins Theater, sehe mir Kolleginnen und Kollegen auf diversen Bühnen mit unterschiedlichsten Genres an. Ganz besonders gerne besuche ich in Wien das Theater in der Josefstadt. Wenn neben den Proben, Aufführungen und Theaterbesuchen Zeit bleibt, dann bin ich am liebsten in den Bergen unterwegs: im Sommer mit dem Mountainbike oder kletternd und im Winter auf der Piste und gerne auch mal abseits der Piste bei einer Skitour.
Was ist deine Traumrolle?Mir hätte immer schon mal gefallen, die Jeanne d’Arc zu verkörpern, aber für diese Rolle bin ich leider schon zu alt :-) Meine erste größere Rolle als Lisa in “Kleine Eheverbrechen“ von Eric-Emmanuel Schmitt hat sich auch irgendwie als Traum verwirklicht. Schillers „Maria Stuart“ war eine wunderbare Rolle, und ganz konträr dazu Annie Wilkes in Stephen Kings Misery oder Judith in Heilig Abend von Daniel Kehlmann. Von „Traumrolle“ zu sprechen ist schwierig, da ich wirklich (fast) alles gerne ausprobiere und mich voll und ganz einlasse.
Was bedeutet für dich das Theater im Team? Ich fühle mich im TiT als Teil eines Team, in dem alle alles machen (dürfen), vom Konzept, über den kreativen Prozess, bis hin zur Bühnengestaltung, alles unter der sehr motivierenden und inspirierenden Führung von Markus Pinter. Dass die Proben im Wohnzimmer vonstattengehen, gibt dem Ganzen ein besonderes Flair und Ambiente. Im Vordergrund stehen Spaß, das gemeinsame (Er)schaffen und das Anliegen, den Gästen einen vergnüglichen, berührenden, mit Überraschungsmomenten gespickten und nachhaltigen Abend zu schenken. Das ist mein persönlicher Anspruch ans Theater, und diesen kann ich im Theater im Team gut spüren und erleben.