Zum Stück
Herr Mockinpott sitzt im Gefängnis ohne zu wissen warum. Nachdem er sich teuer wieder herauskaufen kann, wurde er bereits in allen Bereichen seines Lebens durch einen anderen ersetzt.
Während er sich an immer höhere Instanzen wendet um die Ursache seiner Leiden herauszufinden, bemerkt er erst sehr spät, dass eigentlich die Frage ganz falsch gestellt ist.
Das 1968 uraufgeführte Stück basiert auf der Idee von Kafkas „Prozess“ (von dem Weiss auch eine Bühnenfassung geschrieben hat): Ein Mann wird angeklagt und verurteilt, obwohl er nichts verbrochen hat.
In „Wie dem Herrn Mockinpott das Leiden ausgetrieben wird“ verarbeitet der Autor das Thema in einer Art Nummernrevue, in der sein Held auf die Suche nach dem ‚Warum’ geschickt wird.
Dabei behandelt das Stück durchaus zeitlose Themen: Das Gefühl, dem System ausgeliefert zu sein, die Ersetzbarkeit jedes Menschen, auch wenn jeder glaubt er sei unersetzbar und die ewige Frage nach dem ‚Warum immer ich?’, obwohl diese Frage nie beantwortet werden kann, sondern nur das Selbstmitleid nährt.
Markus Pinter --- Mockinpott
Ursula Konrad --- Frau Wurst
Marilena Falkner --- Amtsfrau; Arbeiterin; Ärztin; Frau Gott
Irina Kapavik --- Wärterin; Ehefrau; Arbeitgeberin; Krankenschwester; Regierungsrat
Christian Eisenstecken --- Nebenbuhler; Türsteher
Susanne Felkel --- Frau Advokat; Regierungsrat; Krankenschwester
Ann-Katrin Heger --- Engel
Petra Heger --- Engel
Besonders danken wir Andrea Kofler für die
aktive Mitarbeit und der Herstellung der Requisiten.
Mitwirkende :
Regie --- Markus Pinter
Technik --- Rolf Demmel
Grafik & Design --- Andreas Sparber
Requisite, Maske, Bühne --- alle
Wir bedanken uns bei Westbahntheater Konrad Hochgruber
Der Autor
Peter Ulrich Weiss wurde am 8. November 1916 in Nowawes bei
Potsdam als ältester Sohn des jüdisch- ungarischen Textilkaufmannes
Eugen Weiss und der aus der Schweiz stammenden Schauspielerin
Frieda Weiss geboren.
Er interessierte sich schon früh für Kunst und Kultur und begann bald zu schreiben und zu malen. Während der NS-Herrschaft war er gezwungen nach Schweden auszuwandern, wo er sich in derKünstlerszene etablierte und einige Texte veröffentlichte, an der Kunstakademie studierte und sich an Ausstellungen beteiligte und bei Filmen mitwirkte.
Im deutschsprachigen Raum wurde Weiss durch seinen‚Mikroroman’
Der Schatten des Körpers des Kutschers
und vor allem durch das 1964 erschienene Avantgardestück
Die Verfolgung und Ermordung Jean-Paul Marats
bekannt, das auch mit dem Tony Award ausgezeichnet wurde.
Der dreibändige Monumentalroman
Die Ästhetik des Widerstandes(1975-1981) wird als Weiss’ Hauptwerk bezeichnet.
Am 10. Mai 1982 starb Peter Weiss in einer Stockholmer Klinik. Noch im gleichen Jahr wurde er posthum mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt.