Quellenlage und Beurteilung:
Poznámky pana Bavora
Tatsächlich stammen die belastbarsten Informationen über Jan z Krakovce aus königlichen Urkunden, die von August Sedláček in seinem Werk Zbytky register králů římských a českých z let 1361–1480 (1914) gesammelt und veröffentlicht wurden. Diese Sammlung enthält Regesten, also Zusammenfassungen von Urkunden, die amtliche Vorgänge dokumentieren und somit als zuverlässige Quellen gelten.
Einige dieser Regesten betreffen Jan z Krakovce direkt und belegen beispielsweise seinen Erwerb von Krakovec im Jahr 1363 durch eine Lehnsbestätigung von Karl IV. Diese Dokumente sind in Sedláčeks Sammlung enthalten und bieten wertvolle Einblicke in die Herkunft und den Status von Jan z Krakovce.
Zwar ist das Werk nicht vollständig digitalisiert verfügbar, aber einige Informationen und Auszüge daraus können online eingesehen werden. Zum Beispiel bietet die Webseite Poznámky pana Bavora einige interessante Einblicke in die Regesten, einschließlich derjenigen, die sich auf Jan z Krakovce beziehen.
Basierend auf dem tschechischen Text, der aus den Regesten (Zusammenfassungen) von August Sedláčeks monumentalem Werk "Zbytky register desk zemských království Českého" (Überreste der Landtafelregister des Königreichs Böhmen) von 1914 zitiert, lässt sich Folgendes zusammenfassen und interpretieren:
Zusammenfassung des tschechischen Textes (korrigierte Übersetzung):
Der Text ist ein Auszug eines Blogbeitrags, der eine kleine Auswahl von Einträgen aus den Landtafelregistern der böhmischen Könige Karl IV. und Wenzel IV. aus den Jahren 1361-1480 präsentiert, zusammengestellt von August Sedláček.
Die für Ihre Anfrage relevanten Einträge (insbesondere Nr. 76 und 107) dokumentieren folgendes im Zusammenhang mit der Burg Krakovec und Jan z Krakovce:
Eintrag 76 (ca. 1373?): Die Feste Krakovec mit allem Zubehör ist ein Lehen der Krone. In einer Anmerkung dazu erklärt Sedláček (oder die zitierte Quelle), dass es sich zweifellos um einen Brief handelt, der entweder Jan z Krakovce, den unehelichen Sohn des bayerischen Fürsten, welcher nach dem Jahre 1376 starb, oder seine Waisen betrifft. Es wird auf Eintrag 107 verwiesen, wo erwähnt wird, dass die Waisen Krakovec nach ihm hielten.
Eintrag 107 (Februar 1381): Die Burg Krakovec wurde als Lehen registriert. König Wenzel IV. schenkte die Burg Jír von Roztok, dem obersten Jäger Böhmens, und fügte hinzu, dass Jír sie so erhielt, wie sie einst Jan z Krakovce und seine Waisen hatten.
Korrektur der Übersetzung "linker Handlanger":
Die vorherige maschinelle Übersetzung des Ausdrucks "levobočka knížete Bavorského" als "linker Handlanger des bayerischen Prinzen" ist falsch.
Die korrekte Übersetzung des tschechischen Wortes "levoboček" im historischen Kontext ist "unehelicher Sohn" oder "Bastard".
Die grammatische Struktur des Satzes in Eintrag 76 ("...Jana z Krakovce, levobočka knížete Bavorského, jenž po r. 1376 zemřel...") zeigt zudem eindeutig, dass sich das relative Pronomen "jenž" (welcher) auf Jan z Krakovce bezieht. Das Todesdatum nach 1376 bezieht sich also auf Jan z Krakovce selbst, nicht auf seinen Vater.
Schlussfolgerung im Hinblick auf das Renommee des Autors (August Sedláček):
August Sedláček (1843–1926) ist eine herausragende Persönlichkeit der tschechischen Geschichtswissenschaft. Er gilt als einer der Begründer der modernen tschechischen Burgenforschung und Genealogie und ist bekannt für seine akribische und umfangreiche Arbeit an mittelalterlichen Quellen, insbesondere den Landtafeln. Sein Werk "Zbytky register desk zemských království Českého" ist eine grundlegende Edition und Erschließung dieser wichtigen historischen Dokumente.
Wenn Sedláček in seinen Anmerkungen zu einem Registereintrag eine Person wie Jan z Krakovec mit der präzisen Information "unehelicher Sohn des bayerischen Fürsten" identifiziert, dann ist dies nicht als reine Spekulation zu verstehen. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Feststellung, die auf seiner gründlichen Analyse der zugrundeliegenden Registereinträge und wahrscheinlich auch anderer relevanter historischer Dokumente basiert, die ihm bei der Identifizierung der im Register nur knapp genannten Personen zur Verfügung standen.
Das Renommee Sedláčeks als sorgfältiger und kenntnisreicher Historiker verleiht dieser Aussage ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit und Belastbarkeit. Es ist seine fundierte Schlussfolgerung aus den historischen Quellen, auch wenn die genaue genealogische Beziehung in dem sehr kurzen eigentlichen Registereintrag vielleicht nicht explizit in aller Ausführlichkeit genannt wurde. Sedláček liefert hier die historisch rekonstruierte Identität der Person, die im Register genannt wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Text von Sedláček, korrekt übersetzt und im Kontext seines Renommees interpretiert, die sehr belastbare Information enthält, dass Jan z Krakovec der uneheliche Sohn eines bayerischen Fürsten war und nach 1376 starb, woraufhin seine Waisen kurzzeitig die Burg Krakovec hielten, bevor diese 1381 neu verliehen wurde.
Tatsächlich stammen die belastbarsten Informationen über Jan z Krakovce aus königlichen Urkunden, die von August Sedláček in seinem Werk Zbytky register králů římských a českých z let 1361–1480 (1914) gesammelt und veröffentlicht wurden. Diese Sammlung enthält Regesten, also Zusammenfassungen von Urkunden, die amtliche Vorgänge dokumentieren und somit als zuverlässige Quellen gelten.
Einige dieser Regesten betreffen Jan z Krakovce direkt und belegen beispielsweise seinen Erwerb von Krakovec im Jahr 1363 durch eine Lehnsbestätigung von Karl IV. Diese Dokumente sind in Sedláčeks Sammlung enthalten und bieten wertvolle Einblicke in die Herkunft und den Status von Jan z Krakovce.
Zwar ist das Werk nicht vollständig digitalisiert verfügbar, aber einige Informationen und Auszüge daraus können online eingesehen werden. Zum Beispiel bietet die Webseite Poznámky pana Bavora einige interessante Einblicke in die Regesten, einschließlich derjenigen, die sich auf Jan z Krakovce beziehen.
Basierend auf dem tschechischen Text, der aus den Regesten (Zusammenfassungen) von August Sedláčeks monumentalem Werk "Zbytky register desk zemských království Českého" (Überreste der Landtafelregister des Königreichs Böhmen) von 1914 zitiert, lässt sich Folgendes zusammenfassen und interpretieren:
Zusammenfassung des tschechischen Textes (korrigierte Übersetzung):
Der Text ist ein Auszug eines Blogbeitrags, der eine kleine Auswahl von Einträgen aus den Landtafelregistern der böhmischen Könige Karl IV. und Wenzel IV. aus den Jahren 1361-1480 präsentiert, zusammengestellt von August Sedláček.
Die für Ihre Anfrage relevanten Einträge (insbesondere Nr. 76 und 107) dokumentieren folgendes im Zusammenhang mit der Burg Krakovec und Jan z Krakovce:
Eintrag 76 (ca. 1373?): Die Feste Krakovec mit allem Zubehör ist ein Lehen der Krone. In einer Anmerkung dazu erklärt Sedláček (oder die zitierte Quelle), dass es sich zweifellos um einen Brief handelt, der entweder Jan z Krakovce, den unehelichen Sohn des bayerischen Fürsten, welcher nach dem Jahre 1376 starb, oder seine Waisen betrifft. Es wird auf Eintrag 107 verwiesen, wo erwähnt wird, dass die Waisen Krakovec nach ihm hielten.
Eintrag 107 (Februar 1381): Die Burg Krakovec wurde als Lehen registriert. König Wenzel IV. schenkte die Burg Jír von Roztok, dem obersten Jäger Böhmens, und fügte hinzu, dass Jír sie so erhielt, wie sie einst Jan z Krakovce und seine Waisen hatten.
Korrektur der Übersetzung "linker Handlanger":
Die vorherige maschinelle Übersetzung des Ausdrucks "levobočka knížete Bavorského" als "linker Handlanger des bayerischen Prinzen" ist falsch.
Die korrekte Übersetzung des tschechischen Wortes "levoboček" im historischen Kontext ist "unehelicher Sohn" oder "Bastard".
Die grammatische Struktur des Satzes in Eintrag 76 ("...Jana z Krakovce, levobočka knížete Bavorského, jenž po r. 1376 zemřel...") zeigt zudem eindeutig, dass sich das relative Pronomen "jenž" (welcher) auf Jan z Krakovce bezieht. Das Todesdatum nach 1376 bezieht sich also auf Jan z Krakovce selbst, nicht auf seinen Vater.
Schlussfolgerung im Hinblick auf das Renommee des Autors (August Sedláček):
August Sedláček (1843–1926) ist eine herausragende Persönlichkeit der tschechischen Geschichtswissenschaft. Er gilt als einer der Begründer der modernen tschechischen Burgenforschung und Genealogie und ist bekannt für seine akribische und umfangreiche Arbeit an mittelalterlichen Quellen, insbesondere den Landtafeln. Sein Werk "Zbytky register desk zemských království Českého" ist eine grundlegende Edition und Erschließung dieser wichtigen historischen Dokumente.
Wenn Sedláček in seinen Anmerkungen zu einem Registereintrag eine Person wie Jan z Krakovec mit der präzisen Information "unehelicher Sohn des bayerischen Fürsten" identifiziert, dann ist dies nicht als reine Spekulation zu verstehen. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Feststellung, die auf seiner gründlichen Analyse der zugrundeliegenden Registereinträge und wahrscheinlich auch anderer relevanter historischer Dokumente basiert, die ihm bei der Identifizierung der im Register nur knapp genannten Personen zur Verfügung standen.
Das Renommee Sedláčeks als sorgfältiger und kenntnisreicher Historiker verleiht dieser Aussage ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit und Belastbarkeit. Es ist seine fundierte Schlussfolgerung aus den historischen Quellen, auch wenn die genaue genealogische Beziehung in dem sehr kurzen eigentlichen Registereintrag vielleicht nicht explizit in aller Ausführlichkeit genannt wurde. Sedláček liefert hier die historisch rekonstruierte Identität der Person, die im Register genannt wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Text von Sedláček, korrekt übersetzt und im Kontext seines Renommees interpretiert, die sehr belastbare Information enthält, dass Jan z Krakovec der uneheliche Sohn eines bayerischen Fürsten war und nach 1376 starb, woraufhin seine Waisen kurzzeitig die Burg Krakovec hielten, bevor diese 1381 neu verliehen wurde.
Konsequenzen:
a) Wenn Jan z Krakovce der uneheliche Sohn von Rudolf II. von der Pfalz ist:
https://www.historickaslechta.cz/slechtic-vypravuje/hus-na-krakovci/
b) Wenn Philipp Bechinie Abkömmling der Familie Bechinie von Lazan ist:
Zurückreichen des Stammbaumes in diese Familie
Schluss
Die beiden Fallbeispiele zeigen exemplarisch, wie komplex genealogische Fragestellungen werden können, wenn es keine klaren Primärbelege gibt. Während sich bei Jan z Krakovce zumindest eine historische Urkunde anführen lässt, fehlen bei Philipp Bechinie jegliche offizielle Hinweise auf eine adlige Herkunft. Dennoch sind beide Fälle von großer Bedeutung: nicht, weil sie spektakuläre Abstammungen belegen würden, sondern weil sie den kritischen Umgang mit genealogischen Hypothesen exemplarisch vor Augen führen.
Statt einfache Antworten zu geben, öffnet sich hier ein Raum für Nachdenklichkeit, für Interpretation und für die Erkenntnis, dass auch Lücken und Unsicherheiten Teil der Familiengeschichte sind. Wer diese Forschung fortsetzt, wird auf diesen Grundlagen aufbauen können – und hoffentlich eines Tages neue Puzzlestücke hinzufügen.