Was würdest du dir wünschen, wenn du einen Wunsch frei hättest?
Was als ungewöhnliche Begegnung zwischen Luan und Kate beginnt, wird zu einer epischen Liebesgeschichte. Denn Kate ist vom Olymp verbannt worden und lebt plötzlich als Göttin unter den Menschen.
Gemeinsam geraten die beiden in ein episches Abenteuer, das sie tief in die Welt der griechischen Mythologie führt. Zwischen Göttern, alten Sagen und der Unterwelt müssen sie erkennen, dass ihr Schicksal längst mit den Mächten des Olymp verbunden ist.
Eine Geschichte über Liebe, Freiheit und den Mut, selbst gegen die Götter seinen eigenen Weg zu gehen.
Abenteuer, Fantasy, Liebe
Taschenbuch, 390 Seiten
Taschenbuch
eBook
Schon die erste Testleserin verschlang den Roman in nur drei Tagen – ein Zeichen dafür, wie fesselnd die Geschichte ist. Leserinnen und Leser bestätigen: Die Erwartungen, die der Klappentext weckt – eine Mischung aus Mythologie, Spannung, Humor und zeitgenössischer Tiefe – werden voll erfüllt, oft sogar übertroffen. Besonders gelobt wird, dass die Handlung nicht in Klischees verfällt, sondern mit überraschenden Wendungen und ernsthaften Untertönen überzeugt.
Auch der Schreibstil begeistert: „Du wirst von Mal zu Mal besser“, heißt es in einer Rezension. Er animiere immer wieder zum Weiterlesen, flüssig, lebendig und voller Bilder. Die Buchidee selbst erhielt im Schnitt die Schulnote 1,3, die Umsetzung sogar eine glatte 1.
Die Figuren haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Kate wird als kluge, mutige und manchmal arrogante Frau beschrieben – ein Vorbild, das zeigt, wie man auch nach Rückschlägen wieder aufsteht. Luan gilt als der Außenseiter, der im Laufe der Geschichte eine faszinierende Entwicklung durchmacht. Zum heimlichen Publikumsliebling aber wurde Tartaros, der Herr der Unterwelt, der zugleich stark und grausam, aber auch witzig und überraschend liebenswert ist – und dafür die Note 1+ bekam.
Alle Leserinnen würden „Kate – Eine Göttin auf Erden“ weiterempfehlen. Sie loben die spannende, schlüssige Handlung, die ohne Längen auskommt, die Mischung aus Action und ruhigen Momenten, die starken Charaktere und sogar das Cover. In den Rezensionen heißt es: „Ein vielversprechender Roman, der die alten Legenden um die Götter völlig neu und spannend erzählt … Figuren, an denen man wachsen und manchmal verzweifeln kann, die aber Mut und ein Lächeln schenken.“ Oder: „Eine tolle Story, die mich von der ersten Seite an begeistert hat. Ich konnte mich in jede Situation hineinversetzen und war immer mitten im Geschehen.“
„Kate – Eine Göttin auf Erden“ ist ein moderner Blick auf alte Mythen – spannend, überraschend, tiefgründig und emotional. Ein Roman, der mitreißt, zum Lachen bringt, berührt und zeigt, dass auch Götter ihre Geheimnisse haben.
Kate Neverate ist keine gewöhnliche junge Frau. Sie ist eine Göttin, geboren aus einer Verbindung zwischen dem Titanen Atlas und der Meeresnymphe Amathia. Auf dem Olymp aufgewachsen, kennt sie die Welt der Menschen nur aus der Distanz. Doch ein Konflikt unter den Göttern verändert ihr Leben. Kate wird vom Olymp verbannt und findet sich plötzlich dort wieder, wo für eine Göttin eigentlich kein Platz vorgesehen ist: auf der Erde.
Ohne ihre göttlichen Kräfte muss sie sich in einer Welt zurechtfinden, die ihr fremd ist. Menschen, deren Gefühle und Lebensweise sie bisher kaum verstanden hat, werden plötzlich zu einem Teil ihres eigenen Lebens.
Dann begegnet sie Luan.
Der junge Sterbliche ahnt zunächst nicht, wem er da gegenübersteht. Aus einer ungewöhnlichen Begegnung entwickelt sich langsam eine Beziehung, die beide vor eine unmögliche Frage stellt: Kann ein Mensch eine Göttin lieben?
Doch Kate und Luan bekommen keine Zeit, sich dieser Frage in Ruhe zu stellen.
Was zunächst wie eine persönliche Geschichte zwischen zwei Menschen aus völlig unterschiedlichen Welten beginnt, entwickelt sich zu einem großen Abenteuer. Ihre Wege führen sie immer tiefer in die Welt der griechischen Mythologie. Alte Götter, mythische Gestalten und längst vergangene Geschichten werden plötzlich zu einer Realität, die unmittelbar in ihr Leben eingreift.
Dabei bleibt der Roman eng mit den Motiven und Figuren der klassischen griechischen Sagen verbunden, erzählt diese Welt jedoch aus einer modernen Perspektive. Der Olymp ist kein ferner Ort aus längst vergangenen Zeiten. Seine Bewohner haben ihre eigenen Interessen, Konflikte, Gefühle und Vorstellungen davon, wie die Welt der Menschen zu funktionieren hat.
Für Kate wird die Erde dabei zu weit mehr als einem Ort ihrer Verbannung. Sie beginnt, die Menschen nicht mehr nur von außen zu betrachten, sondern ihre Gefühle selbst zu erfahren. Liebe, Vertrauen, Angst, Verlust und die Sehnsucht nach Freiheit bekommen für sie eine Bedeutung, die sie als Göttin bisher nicht kannte.
Für Luan verändert sich dagegen alles, was er über die Welt zu wissen glaubte.
Gemeinsam geraten die beiden in Ereignisse, die sie schließlich sogar bis in die Unterwelt führen. Dort begegnen sie Mächten, die seit Jahrtausenden Teil der Geschichten über die Götter sind. Und während sich die Grenzen zwischen der menschlichen Welt, der Unterwelt und dem Olymp immer weiter auflösen, wird deutlich, dass Kates Verbannung nur der Anfang einer viel größeren Geschichte war.
Kate – Eine Göttin auf Erden verbindet Fantasy, Abenteuer, Mythologie und eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Im Mittelpunkt stehen zwei Wesen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: eine unsterbliche Göttin und ein sterblicher Mensch.
Es ist eine Geschichte über Liebe und Freiheit, über Macht und die Grenzen zwischen Göttern und Menschen. Aber auch über die Frage, was einen Menschen eigentlich menschlich macht – und ob selbst die Götter ihre eigenen Regeln immer befolgen können.
Ein episches Fantasy-Abenteuer für Leserinnen und Leser, die sich gerne auf eine Reise in die Welt der griechischen Mythologie begeben und dabei eine Liebesgeschichte erleben möchten, bei der von Anfang an feststeht, dass sie eigentlich unmöglich sein dürfte.
Thriller, Fantasy, Liebe, Lebensgeschichte, Rache
Taschenbuch, 346 Seiten ISBN: 978-3960501305 € 16.90
(auch als EBook erhältlich) € 8.99
Erhältlich: In allen namhaften Onlineshops und im regionalen Buchhandel, ganz in deiner Nähe (auf Bestellung - Lieferzeit ca. 3 Werktage)
Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit ... oder war es vielleicht erst gestern gewesen?
Da ging es ziemlich turbulent im Olymp der Götter zu, und eine Göttin wurde gar verbannt.
Nicht in ein Verlies oder in eine der großen Wüsten, sondern auf die Erde,
direkt zu den Menschen, also dorthin, wo sie noch nie zuvor gewesen war.
Aber beginnen wir diese Geschichte besser ganz von vorne ...
Die göttliche Klangschale kündigte dumpf hallend das Fest der Feste an. Die Horen, einst mächtige Töchter des Schicksals, schwebten dieser Tage öfter durch die Gänge des Zeus als üblich. Sie umwarben mit festlichen Gesängen die lichterfüllten Bewohner des Olymp.
Kate Neverate war die Tochter von Atlas, der einst das Himmelsgewölbe geschultert hatte, und der Meeresnymphe Amathia. Es war der Tag ihres neunzehnten Geburtstages. Und wie jeder neue Tag begann auch dieser in der glanzvollen Stunde im zeitlichen Gefüge der Göttlichkeit, in der sie ihre hellblauen Augen aufschlug. Schönste Vogelgesänge und blasses Säuseln des Windes drangen in ihr Schlafgemach, das einem goldenen Palast glich, dessen hohe Decke mit Edelsteinen und opulentem Prunk reich verziert war. Schmale, hohe Säulen, die bis in den Himmel zu reichen schienen, bildeten die Fenster mit einer Aussicht auf die pompöse Palastanlage und das endlose himmlische Reich des Zeus.
Mit ihrem Augenaufschlag begann Kate, sanft zu schweben. Sie erhob sich durch ihre Zudecke hindurch, die sich an dieser Stelle auflöste und unter ihr wieder ineinanderfügte, um sich anschließend zu einer akkuraten Dekoration auf ihrem glanzvollen Nachtgemach zu formen.
Kates makellose Haut besaß weder Fältchen noch ein einziges Härchen außerhalb des Haupthaares, ihrer Wimpern und Augenbrauen. Die Vollkommenheit ihres Körpers war selbst in den Kreisen der Götter eine wahre Erquickung und hatte bereits manchem Künstler als Vorbild und Quell der Inspiration gedient. Ihre Schultern waren gerade, ihre Brüste rund und straff. Die Brustwarzen fehlten wie bei allen himmlischen Wesen und der Bauchnabel war nur angedeutet. Sie besaß nur einen einzigen Makel: Das war ein winziges Muttermal knapp über ihrem linken Mundwinkel. Dieser kleine, dunkle Punkt erinnerte daran, dass es selbst unter den Göttern keine vollständige Perfektion geben konnte. Denn die pure Reinheit und der Ursprung allen Seins waren alleine den Erschaffern des Reiches der Erde und der Finsternis vorbehalten.
Kate breitete bedeutsam ihre Arme aus, womit funkelnde, goldene Sternchen ihre Handgelenke und Fesseln umgaben, die sich rasch vermehrten und über ihre Arme krochen und von unten her die Beine bedeckten, bis sie sich am Bauch vereinten. Aus dem Glitzern formten sich edelste Stoffe aus der Garderobe der königlichen Götter. Sie bildeten wie jeden Morgen ihr neues Gewand, während sie graziös schwebend auf den erlesenen Läufer zu glitt.
Kate Neverate zählte zu den besten Schülerinnen seit über eintausendfünfhundert Jahren und hatte die hohe Ehre, am Königsberg der Schicksalsgöttinnen wohnen zu dürfen.
Mit erhaben ausgebreiteten Armen begrüßten sie schneeweiße Tauben und funkelnde Schmetterlinge. Sie kamen zu ihr und ließen sich in vertrauter Harmonie auf ihrer Schulter und den Armen nieder oder landeten aufgeregt daneben.
Das schier endlos hohe Tor ihres Gemaches öffnete sich ohne Zutun. Sie schwebte hinaus in die Halle der gewaltigen Chamyne, sah sich um und beschloss, diesen wundervollen Morgen am heiligen Fluss zu beginnen, um zu danken und Kraft für diesen wichtigen Tag zu schöpfen.
Auf dem Weg, vorbei an der Kathedrale des Aello der Windsbraut, kam ihr Tityos, der große, muskelbepackte und gehörnte Sohn des Zeus, schwebend entgegen. Als er Kate erblickte, verharrte er augenblicklich, legte vornehm die Hand auf seine Brust und verbeugte sich ehrerbietig zum Gruß.
»Einen guten Morgen, edle Tochter von Atlas. Ihr seht liebreizend aus, Euer Gewand kleidet Euch außerordentlich und Euer Haar funkelt graziös im Licht, dass es mir den Morgen versüßt.«
Seine Lippen bewegten sich dabei nicht.
»Verschwindet und nehmt Eure flammenden Sprüche mit.« Auch ihr Mund blieb bei diesen Worten geschlossen. Sie strich sich eine blonde Strähne aus dem Gesicht und schwebte an ihm vorüber, ohne ihn länger anzusehen. Dann fing sie an, ihre Beine zu bewegen, als ob sie laufen würde. Zuerst war es deutlich langsamer, als sie tatsächlich vorankam, dann berührte sie den Boden und lief auf ihren Sandalen zum Tempel der Dione.
»Wartet«, rief Tityos hinter ihr her. »Ich habe Euch ein Geschenk mitgebracht.«
Kate blieb stehen und drehte sich zu ihm um. Sie wartete, bis er zu ihr geschwebt war und sich vor ihr niedergelassen hatte. Mit schräg gestelltem Mund bot sie ihm einen kühlen Blick.
»Für Euch, hochgeschätzte Kate.«
Er hielt ihr einen prunkvollen Kelch entgegen.
»Ist das der Kelch des Giddiness? Wo habt Ihr ihn her?«
Er grinste breit und nickte. »Alles Gute zu Eurem Wiegenfest.«
Kate öffnete ihre Lippen und sprach mit der Stimme ihres Körpers: »Ich will ihn nicht. Niemals befindet er sich rechtmäßig in Eurem Besitz.« Dann stockte sie kurz und fragte: »Wie funktioniert der überhaupt?«
»Umschließt einfach mit Eurer Hand die Schale fest von unten und träufelt ein paar Spritzer des immerwährenden Wassers auf Euer Gegenüber. Dann erscheinen unumwunden die Gedanken der Wahrheit.«
Kate entriss ihm den Kelch. Die klare Flüssigkeit schwappte über. Ein kräftiger Schwall tropfte herab, verblasste und verschwand, bevor er den Boden erreichte. Die Menge im Kelch blieb jedoch gleich gut gefüllt. Sie umschloss ihn wie aufgetragen, tauchte ihre Hand hinein und spritze Tityos damit nass.
»Was soll das?« Entrüstet trat er zurück.
»Wo habt Ihr diesen Kelch her?«, fragte sie ihn noch einmal.
Und er konnte nicht anders, als die Wahrheit kundzutun: »Vor zwei Monden habe ich ihn Metias abgenommen, als er diesen unbeaufsichtigt in der Schenke stehen ließ.« Er hielt sich die Hand vor den Mund, obwohl seine Worte ohnehin nur durch seinen Geist kamen.
Harsch drückte Kate ihm den Kelch an die Brust, zeigte mit ausgestrecktem Arm gen Norden, wo das Heiligtum des Metias stand, und sagte laut und bestimmt: »Geht jetzt, Tityos. Geht mir aus den Augen, bringt den Kelch zu seinem rechtmäßigen Besitzer zurück und tut Buße für Euren Frevel.«
»Aber wir könnten jede Menge Spaß damit haben«, sagte er mit gesenktem Kopf. »Niemand weiß, dass er sich in unserem Besitz befindet.«
Sie stieß ihn zurück und schrie mit göttlicher Stimme: »Ich weiß es und Zeus wird es ebenso wissen.«
Ihre Augen glühten. Ihr ausgestreckter Arm deutete unentwegt gen Norden.
Mit sanftem Lächeln versuchte er sie doch noch umzustimmen. Doch als Maia, ihre Schwester und Tochter von Pleione, zu ihnen schwebte, versteckte er rasch den Kelch hinter seinem Rücken und versuchte unschuldig auszusehen.
»Ein herrlicher Morgen«, stellte sie mit geschlossenen Lippen und ihrer ruhigen, singenden Stimme fest.
Der säuselnde Wind begleitete ihre Worte. Um ihren Haarkranz tanzten funkelnde Sternchen und ihr leichtes Gewand floss im seichten Strom des Atems der Welt. Tityos verbeugte sich galant.
Sie registrierte es mit der Andeutung eines Wimpernschlags und sagte zu Kate: »Ich habe gehört, dass Ihr heute in den Kampf gegen Perseus treten werdet, schönes Kind. Wollt Ihr Euch wirklich diese Blöße geben? Ihr seid zu jung und unerfahren. Er wird mit Euch spielen und Euch mit dem kleinen Finger zerquetschen, sofern er es will.«
»Ich bin nicht scharf auf dieses Duell, Maia. Aber Herakles würde meine Teilnahme sehr gerne sehen. Ich möchte ihm den Gefallen erweisen.«
»Verweigert Euch. Dieses Duell unterliegt nicht Euren Pflichten als Tochter von Amathia. Euer Platz neben den Hallen des Zeus erlaubt Euch die Freiheit der Wahl.«
»Vermutlich habt Ihr recht.« Sie blickte über Maias Schultern, wo sie ihren Herausforderer auf sie zukommen sah. »Dort kommt er höchstpersönlich. Perseus, der grandiose Sohn des Zeus. Und der eingebildetste.«
»Kate. Bitte ignoriert ihn und lasst Euch nicht auf diesen Kampf ein. Ihr habt auch im kommenden Jahr erneut die Chance, um einen Platz im Olymp zu erhalten und gar um den Thron zu kämpfen. Wie Ihr wisst, hat Perseus noch nie einen Kampf verloren. Lasst ihn dieses Jahr einfach gewinnen. Es ist sein letzter Showkampf in der Altersstufe.«
»Er ist noch nicht gegen mich angetreten«, sagte Kate sehr leise und schmunzelte leicht.
Perseus positionierte sich lässig neben sie. Er hatte sich heute besonders herausgeputzt, lächelte die drei an und knickste mit drehender Hand.
»Worüber reden die edlen Damen? Ich hoffe, Ihr habt von mir gesprochen.« Tityos warf er nur einen kurzen Blick zu und nickte blass.
Kate schüttelte kaum sichtbar den Kopf, kniff die Augen zusammen und sah anschließend direkt zu ihm: »Haben wir. Wir reden bereits seit dem Morgen über nichts anderes als Euch.«
Er aalte sich breit grinsend in ihrem Kompliment, fuhr sich durch die Haare und entgegnete: »Ich hoffe, Ihr habt ein wenig trainiert.« Seine Worte klangen überheblich und erfolgsverwöhnt.
Kate musste zu ihm aufsehen. Auf seiner Schulter saß ein goldgeschmücktes Cape, das von einer goldenen Kordel gehalten wurde. Die andere Schulter war frei. Sein breiter Hals strotzte vor Kraft und ließ seinen Kopf winzig erscheinen. Kate bemerkte Maias flehenden Blick. Ihre Gedanken säuselten von Harmonie. Perseus sah zu Kate hinab und grinste herausfordernd.
Kate stellte selbstsicher ihr Lächeln entgegen und sagte: »Ich hoffe, edler Krieger des Zeus, Ihr verzeiht mir Eure Schmach nach diesem Kampf.«
Perseus fing herzhaft zu lachen an.
Als er sich wieder ein wenig beruhigt hatte, sagte er gespielt aufrichtig: »Um den Leuten eine angemessene Unterhaltung zu bieten, werde ich Euch in den ersten Minuten verschonen. Versprochen, Zuckerpüppchen. Ich muss weiter. Wir sehen uns heute Nachmittag.«
Er wandte sich ab und stolzierte davon. Sie schluckte und sah ihm erzürnt nach.
»Sagt einfach ab. Lasst Euch nicht provozieren.«
Sein Gelächter verhallte nach einigen Fuß Abstand und er sagte abfällig, mit schnippenden Fingern und ohne sich umzudrehen: »Kleine Nymphe.«
Dann entglitt er in die große Halle.
Kates Blick verweilte noch eine Weile in seiner Richtung. »Wie kann er es nur wagen?« Sie sah zu Maia. »Ich werde da sein. Ich werde ihm beweisen, dass eine Neverate ein würdiger Gegner ist.«
Ihre Wege trennten sich und Kate verbrachte den halben Tag am heiligen Fluss. Sie dankte den Mächten der Götter für ihre Geburt, das königliche Leben, das sie führen durfte, und die Ordnung und Güte des himmlischen Universums.
Das Fest begann am frühen Nachmittag. Den Höhepunkt bildete der finale Kampf der beiden Sieger aus den besten Häusern des Olymp. Die Fanfare dröhnte und die Zuschauer hatten erwartungsvoll ihre Plätze eingenommen.
»Dieses Jahr tritt das Haus des Zeus, vertreten durch Perseus, gegen das Haus Poseidon, vertreten durch Neverate, an. Die Regeln bleiben unverändert wie im letzten Jahr.«
Die Leute fieberten dem Höhepunkt des Tages entgegen. Der Redner ließ den Posaunen ihr Spiel, nahm eine weitere Pergamentrolle, schob sie auseinander und fuhr fort, während tausende Augen auf ihn gerichtet waren:
»Im Namen des Hohen Rates, bestehend aus Hera, Poseidon, Athene, Apollon, Ares, Persephone, Hades, Dionysos und Zeus, eröffnen wir die Arenaspiele auf dem Platz des himmlischen Olymp. Der Hohe Rat duldet während des Duells alle Fähigkeiten und Meisterschaften innerhalb des Zirkels mit Ausnahme von Portalen und der Kraft des schwarzen Lichts. Gekämpft wird, bis ein Spieler den Boden berührt oder eindeutig die Hand zur Aufgabe hebt.«
Ehrwürdig verbeugte er sich zuerst nach hinten zum Hohen Rat, dann zu den Zuschauern und schließlich noch einmal zu den Kämpfern. Die Posaunen spielten den finalen Ruf und er reckte die Arme in die Höhe und sagte: »Der Kampf ist eröffnet.«
Die Kontrahenten standen sich auf ihren Ausgangsplätzen etwa achthundert Fuß entfernt gegenüber. Perseus war mit nacktem Oberkörper erschienen und strotzte vor Muskelkraft. Zwei breite Lederbänder kreuzten sich auf seiner Brust. Er trug eine schmale, goldene Krone in seinem schwarzen Haar. Seine schweren Stiefel waren mit goldenen Ornamenten und langen Bändern geschmückt, die fast bis auf den Boden reichten. Mit lässig verschränkten Armen schwebte er auf der Stelle. Ihn umgab eine feine Aura aus schwarzem Nebel, der sich fortwährend um ihn herum ausbreitete und zu Boden sank.
Kate startete auf der anderen Seite, direkt unter der Empore des Königshauses. Zwei lodernde Fackeln zierten ihren Startpunkt. Sie hatte sich für dieses Duell ein weißes Cape mit Kapuze ausgesucht, das quer darüber eine dezente, rote Arabeske zierte. Weiße Sandalen, die bis hoch zu den Knien geschnürt waren, ein ebensolcher weißer Gürtel und darunter ein sehr knapper Minirock verliehen ihr einen epischen Glanz. Sie sah zu Perseus, der sich auf den ersten Angriff vorbereitete, und schwebte ihm bedächtig entgegen. In der Arena kehrte langsam Ruhe ein. Sie kannte seine Stärken vom Training und wusste um seine Macht und Gerissenheit.
Die letzten Zuschauer klatschten noch immer und feuerten damit die Kämpfer an. Kate war nervös. Das war eine Eigenschaft, die sie sonst nicht kannte. Aber dieser Kampf um den Thron und die Nachfolge von Zeus war etwas Bedeutendes. Auch wenn sie leicht auf den Thron verzichten könnte, wäre Perseus bestimmt die falsche Besetzung dafür. Alleine deshalb musste sie gewinnen.
Es wurde Zeit, sich zu konzentrieren. Sie richtete all ihre Gedanken auf Perseus, ihre Abwehr und den bestmöglichen Angriff. Bisher hatte sie immer geschafft, was sie im Leben erreichen wollte. Noch viel wichtiger war es jetzt, Perseus in die Schranken zu weisen.
Sehr bedächtig schwebte sie angriffsbereit mit grazil aneinandergelegten Beinen und leicht durchgedrückten Knien auf ihn zu. Sie fokussierte Perseus.
Blitzschnell richtete er seine Hände nach vorn und schoss einen schwarzen Nebelpfeil daraus hervor. Kate wartete bis zum letzten Moment und zog ihr Cape lässig vor sich, woran der Nebel zerschlug und sich vor ihr auflöste. Perseus glitt jetzt ebenso auf sie zu, riss mit fast unmerklicher Handdrehung und der Macht seiner Gedanken beiläufig den Sockel einer gebrochenen Säule aus dem Boden und schleuderte ihn zu Kate. Das Geschoss raste im Bogen durch die Luft. Staub und Steinchen bildeten einen feinen Vorhang. Die Zuschauer applaudierten.
Selbstsicher und mit flüssiger Bewegung wich Kate dem mächtigen Geschoss aus. Der Sockel schlug neben ihr in den Sand, erschütterte den Boden und blieb im aufgewühlten Dunst aufrecht stecken. Ein Murren ging durch die Reihen.
Perseus blieb auf der Stelle schweben und stemmte seine Hände in die Hüfte. Er wartete eine Weile, bis er sich auf die Brust klopfte.
»Los, kleine Nymphe. Komm und zeig mir, was du drauf hast.«
Gelassen verharrte sie, auf der Stelle schwebend, und verschränkte ihre Arme. Aufmerksam verfolgte sie seine Hände, die kaum sichtbar den »Nimbleball« vorbereiteten. Wie erwartet, erschuf er sogleich drei dicht aufeinanderfolgende, winzige Feuerkugeln aus seinen Fingerkuppen, die geradewegs auf sie zurasten. Mit flach aufgestellter Hand entfachte sie den transparenten Spiegel der Athene, dessen Macht der Bewegung den Schutz in die Breite zog, und riss beide Hände zur Seite. Das schaffte sie gerade noch rechtzeitig, um den flinken Angriff abzuwehren.
Flugs darauf ballte Perseus seine Fäuste, die sogleich zu flimmern begannen. Kate kannte die Attacken für alle möglichen Angriffe, deren Aufladezeit und entsprechende Wirkung sowie die jeweilige Verteidigung dazu. Doch was er nun vorhatte, entzog sich ihrem Wissen. Seine Fäuste flimmerten stärker. Er hatte seine Arme durchgestreckt und angespannt, sodass seine Adern hervorquollen. Mit finsterem Blick sah er sie von unten herauf an. Dieses formgewandte Grinsen gefiel Kate überhaupt nicht. Rasch öffnete er seine Fäuste, spreizte die Finger weit auseinander, von denen ein Strahl rotschwarzen Nebels in den Boden unter ihm floss. Es war der »Cage of Night«, fiel es Kate wie Schuppen von den Augen. Eine verbotene Macht des schwarzen Lichtes.
»Das wirst du nicht wagen«, schrie sie ihm entgegen, während sich unter ihm der Boden laut grollend aufwühlte und kleine Steinchen darauf tanzten.
Sein Lächeln blieb, als seine Hände nach vorne schnellten. Kate führte eine Seitwärtsrolle aus. Noch als sie kopfüber war, kristallisierte die Luft um sie herum und ließ sie dagegen fallen. Hilflos sackte sie in der festen Kugel nach unten. Perseus schob seine Hände aneinander und die Kristalle um Kate verengten sich. Sie stemmte sich dagegen und sah die Kristalle innerhalb der Kugel rot erglühen. Die Luft begann zu kochen.
Kate schnappte nach Luft. Die Hitze brannte in ihren Lungen. Ihre Wimpern schmolzen zusammen und ihre Haare fingen an zu qualmen. Eilig stellte sie den großen Spin gegen die Barriere. Druck baute sich auf und die Kraft von rotierendem Eis prallte gegen die heiße Membran, zerbarst vor ihren Augen und fiel kraftlos in sich zusammen. Es folgte ein andauernder Eisstrahl, der das glühende Hindernis durchschnitt. Der entstandene Riss schloss sich umgehend, als sie die Macht einstellte, noch bevor sie entkommen war. Für einen Moment erkannte Kate Perseus glühende Augen durch die Kristalle. Er sah aus wie von Tartaros besessen. Es war ein Ausdruck der Finsternis, als wollte er sie töten. Die Luft wurde heißer und fing im Kern zu brennen an. Mit seinem Handschlag explodierte die Kugel in einer gewaltigen Erschütterung, die selbst die Tribüne und den großen Palast erbeben ließ.
Die Menge sprang auf und kommentierte den Schlag mit Raunen. Als sich das Feuer, die Hitze und der schwarze Qualm lichteten, lag Kate, flach über der Erde schwebend, mit dem Gesicht nach unten in der Nähe ihrer Startposition. Ihr weißes Cape war grau bis schwarz, verbrannt und zerrissen.
Perseus glitt mit erhobener Hand und auf sich deutend auf sie zu und sah erhaben in die fassungslose Menge. Ihm fehlten anscheinend der Jubel und der ihm gebührende Zuspruch. Als er neben Kate schwebte, verschränkte er die Arme, stellte lässig einen Fuß auf ihren Rücken und drückte sie nach unten. Anfangs ging es ohne Mühe, doch kurz vor dem Bodenkontakt musste er seine Anstrengung unter einem breiten Lächeln verbergen. Fast berührte sie die Steine, als sie sich seitlich wegrollte, seinen Stiefel fasste und ihn mit dem »Rush Shove« zur Seite schleuderte. Die Zeit nutzte sie, um sich aufzurichten und einen Quell lähmender Strahlen auf Perseus zu schleudern. Es folgte ein Eiskristall, der ihn an seiner Brust traf, eindrang und ihn durch die Arena schleuderte. Erst kurz vor dem Rand konnte er sich abfangen, bevor er den Boden berührte. Schnell konzentrierte er sich und war trotz sichtlicher Schmerzen kampfbereit. Mit gekonnter Geste zerbarst er die Spitze des goldenen Palastes, die kippte und in die Tiefe auf die Arena zustürzte. Er bündelte das tonnenschwere Geröll zu einer massiven Masse, das die Form eines spitzen Dorns annahm und den Kurs in Richtung Kate änderte.
Sie sah, wie er sich eine Pause gönnte, während die gigantische Spitze immer schneller wurde. Er riss sich leidend den Kristall aus seiner Brust, der eine klaffende Wunde hinterließ. Er schien viel zu vertragen. Vermutlich hätte Kate an dieser Stelle bereits aufgegeben. Aber Perseus stellte bereits seine Arme für den nächsten Angriff schräg nach hinten.
Kate sauste zur Tribüne hinüber. Der Keil aus der Spitze des goldenen Palastes verfolgte ihre Bewegung. Sie hatte keine Zeit, sich hinter dem Schrein zu sammeln oder sich auf ihre gleißende Angriffssäule vorzubereiten. Da sie ziemlich dicht an der Schutzbarriere der Tribüne stand, prallte die tonnenschwere Spitze dagegen. Der Rat wusste schon, warum er eine solche Barriere für nötig erachtete.
Trümmerteile zerbarsten an dem Wall und verteilten sich über Kates Haupt, die auf der Stelle ein schützendes Schild über sich aufbaute und zur Seite auswich.
Perseus schoss wieder den »Nimbleball« auf sie und zerschnitt im selben Augenblick ihren Schutz. Die Trümmerteile rasten ungehindert auf sie zu, die drei Feuerkugeln kamen von vorne. Flink wich sie dem Feuer aus. Eine Kugel brannte ein Loch in ihr Cape, ein Gesteinsbrocken traf sie an der Schulter. Taumelnd riss sie sich das brennende Cape herunter und rief aus dem Boden den »Rain Cloudiness« hervor, der sie mit kühler, feuchter Luft umgab, das Feuer löschte und die Brocken über ihr augenblicklich aufweichte. Es blieb ein matschiger Regen übrig, der sie nicht verletzen konnte, sondern sie großflächig übergoss.
Perseus agierte weiter. Er griff gen Erde und lockte eine schwarze Dunstwolke aus dem Boden hervor, die er sogleich ins Erdreich zurückschickte. Im gleichen Augenblick, in dem der schwarze Nebel unter seinen Füßen verschwand, tauchte er unter Kate wieder auf, umhüllte sie und griff nach ihr wie die Hand eines Riesen, der sie ins Erdreich ziehen wollte. Sie bündelte die Energie des Wassers aus der Luft, schob sie unter sich und schützte sich so vor der Berührung des Bodens. Dann sah sie, wie ihr Widersacher die tödliche Wölbung vorbereitete, der sie die mächtige Kraft der gleißenden Angriffssäule entgegenstellen wollte. Doch zunächst schoss sie einen ersten, schwachen Strahl davon zu Boden, um sich mithilfe des Drucks aus den Klauen des Nebels zu befreien. Die mächtige Kraft wirbelte sie rücklings nach oben, drehte sie unkontrolliert, bis sie sich mit ausgestellten Armen und Beinen in luftiger Höhe stabilisieren konnte. Dort brauchte sie nur einen Wimpernschlag, um die volle Gewalt der tödlichen Wölbung vorzubereiten, die sie auf Perseus schoss.
Mit Leichtigkeit fing er ihre Attacke ab. Dazu musste er erneut die Macht des Schwarzen Lichtes bemüht haben. Kate zweifelte an sich. Wieso tat er das? Wer erlaubte es ihm und wieso brachen sie nicht den Kampf ab?
Sie konnte deutlich erkennen, wie ihre Macht der Wölbung in seiner finsteren Wolke vor ihm tanzte, bis er sie in dunkle Materie umwandelte. Damit würde sich die Wirkung vervielfachen, wusste Kate.
Sie hoffte, dass er es nicht wagen würde, diese zerstörerische Macht tatsächlich einzusetzen. Sie sah zur Tribüne. Der Rat schritt noch immer nicht ein. Erkannten sie nicht, was Perseus vorhatte? Kate wusste, dass diese Kraft den Schutzwall sprengen und den Palast zerstören würde. Wenn diese Kraft richtig ausgeführt werden würde, könnte sie die Götter auf dem Schicksalsberg vernichten und den Olymp für alle Zeiten unbewohnbar machen.
Sie sah wieder zu Perseus. Das Glühen seiner Hände hatte sich bereits über die Arme bis zu seiner Brust ausgebreitet. Er drehte die Handflächen bedächtig nach außen. Seinen Augen entfuhr das Feuer des schwarzen Lichtes. Es gab keine Zeit mehr zu verlieren. Kate richtete einen Arm zur Sonne. Sie schoss die Naturgewalten des Wassers und des Windes empor, woraufhin sich augenblicklich der Himmel verdunkelte. Die Sonne verlor ihre Wärme und das Licht. Kate mischte ihre Kraft mit den stärksten Mächten des Schwarzen Lichts, die den Göttern überliefert worden waren, was auf diese Weise bisher noch niemandem zuvor gelungen war. Der grelle Schein der Sonne bündelte sich, strömte lodernd zu ihr und floss in ihren aufgestellten Arm. Die Arena und der Palast verloren ihre Farben. Selbst dem Olymp entzog es die Beständigkeit, er begann zu bröckeln und sich an allen Ecken und Enden aufzulösen. Perseus blickte sie starr an, seine Augen waren schwarze Flammen und er war umgeben von einem finsteren Schleier. Er feuerte seinen tödlichen Strahl zu Kate. Einen Bruchteil später stellte sie das Licht des Universums dagegen.
Ein heftiger Schlag erschütterte die Erde und schmetterte Kate wie vom Zug gerammt durch die Arena. Sie schlug gegen die Schutzbarriere, wo sie abprallte und reglos in den Sand fiel. Kate sah noch, wie auch Perseus zu Boden ging und rücklings am anderen Ende der Arena über einem Felsen lag. Entfernt hörte sie die mächtigen Worte von Zeus über den Platz hallen: »Der Kampf ist beendet. Die Regeln wurden gebrochen.«
Das war das Letzte, was sie mitbekam, bevor sie ihre göttlichen Sinne verlor und die Dunkelheit ihre Seele einhüllte.