Die folgenden Links führen zu Audiodateien, die Ausschnitte des geführten Interviews sind. Es ist empfehlenswert, die Audios und Texte in der richtigen Reihenfolge anzuhören und zu lesen, sie sind allerdings auch einzeln verständlich.
Malak wurde im Nordwesten Syriens nahe Idlib geboren. In ihrer Jugend erlebte sie Familienprobleme und fehlende Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Ihr Bruder wurde unschuldig inhaftiert und sein Tod ist der Familie erst seit kurzem bekannt.
Sie musste mit ansehen, wie ihre damals 35-jährige Mutter Jenan ermordet wurde. Daraufhin floh Malak 2015 mit ihrem 45 Jahre alten Mann und dessen drei Kindern zuerst zu Fuß in die Türkei und von dort mit einem Schlepper in einem Schlauchboot nach Griechenland. Dort folgten sie den Eisenbahnschienen als Orientierung und legten den gesamten Weg bis nach Deutschland zu Fuß zurück.
In Deutschland angekommen wohnten sie in verschiedenen Asylheimen in Zirndorf, Feucht und Fürth. Dort wurde sie schließlich auch von ihrem gewalttätigen Ehemann befreit. Dieser hatte ihr auch verboten, einen Sprachkurs zu machen und Deutsch zu lernen.
Die Familie in Fürth vermittelte ihr ein Zimmer in einer Wohnung eines Bekannten. Dieser wohnte in Erlangen und wurde schließlich wie ein Ziehvater für Malak.
Anfangs musste sie sich noch an die kulturellen Unterschiede gewöhnen, nun fühlt sie sich hier zuhause. Beim Deutschlernen half es ihr besonders, sich mit vielen unterschiedlichen Menschen zu unterhalten und so die Sprache im Alltag zu lernen.
Sie hat uns noch eine weitere Anekdote erzählt, die zeigt, was ihr beim Lernen der Sprache geholfen hat:
Nachdem sie wegen ihrer damaligen Religionszugehörigkeit Schwierigkeiten hatte, einen Ausbildungsplatz in einem Kindergarten oder einem Bestattungsunternehmen zu finden, half ihr Ziehvater ihr, einen Ausbildungsplatz als Staudengärtnerin zu bekommen. Ihr Interesse für Pflanzen entwickelte sie bereits in der Kindheit. Auf die Frage, was sie vermisse, antwortete sie:
Außerdem erinnerte sie sich noch an eine weitere Geschichte aus ihrer Kindheit mit ihrem Bruder:
Auf unsere Frage, ob sie nach Syrien zurückkehren wolle, antwortete sie, dass das nicht möglich ist, weil ihre Familie sie wegen ihrer Flucht töten würde. Das haben ihr Vater und Onkel ihr am Telefon angedroht. Außerdem hat sie sich in Deutschland ein eigenes Leben und soziales Umfeld aufgebaut und sich vollständig integriert.