Ein Sondenfinder ist ein sehr nützliches Tool, wenn man nach der Landung eine Radiosonde zwar das Signal hört, die Sonde aber nicht sichtbar ist. Der Sondenfinder dekodiert das Signal von RS41, M10 und DFM Sonden (RS92 können nur gepeilt werden) und zeigt die Koordinaten an. Diese gibt man dann in Google Maps o.ä am Mobiltelefon ein und kann zur exakten Landeposition gehen.
Für den Bau eines Sondenfinders benötigt man:
Raspberry PI 3
Ein Display mit Gehäuse (hier wird ein HDMI Display empfohlen, weil es schneller reagiert und somit auch mit einer Peilantenne Echtzeitwerte liefert)
SDR Stick mit TXCO (wenn der Stick einen TXCO hat, braucht die Abweichung in der Software nicht eingestellt werden)
Power Pack um den Sondenfinder mitnehmen zu können
Wenn alles läuft, unter Config die Frequenz und Sondentype eingeben und Signal decodieren. Verstärkung zuerst auf Auto belassen, wenn notwendig kann die Verstärkung reduziert werden, um ein Übersteuern des Empfängers zu verhindern, bzw. bei Peilen noch eine vernünftige Kurve zu sehen
Wenn man Google Maps verwenden möchte, empfehle ich die Offline Karten Funktion, da Sonden öfters dorthin fallen, wo keine LTE Netzabdeckung ist :-)
Der Sondenfinder nach Mirko basiert ebenfalls auf TTGO Geräten, wobei hier nicht die teurere Variante des T-Beams notwendig ist, es reicht V 2.1, da die Auswertungsintelligenz in der APP, die es leider nur für Android gibt, vorhanden ist. Die Installation erfolgt per flashen eines Bin Files (Achtung auf die Anfangsadresse 0x00000 !!!) und das Installieren der APP am Handy. Per Bluetooth verbinden sich der TTGO und das Handy, dann können sämtliche Paramenter, wie Frequenz,Sondentype etc... vom Handy aus auf den TTGO übertragen werden.
Das Highlight hier ist sicher die Möglichkeit, die am Handy angezeigte Karte zum Auffinden der Sonde zu benutzen, am 3.Dezember hatte ich diese Kombination das erste Mal im urbanen Raum im Einsatz, die Reichweite war erstaunlich.
RS92 Sonden wurden bis dato nicht erfolgreich decodiert.
Falls man das Heltec Board verwenden möchte muss man die PINs im Config verändern, danke an OE3SMA.
Hansi DL9RDZ hat von einiger Zeit begonnen, die LoRa Hardwareplattform für das Decoding von Radiosonden zu benutzen. Basis sind die sogenannten TTGO Geräte, die von LiLyGo entwickelt werden.
Im Wiki von Hansi findet man Anleitungen und Beschreibungen, für den Schnellstart reicht das flashen eines Binary Files nach dieser Anleitung.
Der Vorteil von dieser Software ist das plattformunabhängige Decodieren, sprich es ist ein kleiner Webserver eingebaut, der entweder einen Hotspot erzeugt oder wenn der TTGO in ein Netzwerk eingebunden ist, über die dementsprechende IP angesprochen werden kann. Über den Browser können sämtliche Einstellungen vorgenommen werden. Ebenso werden bei einer Internetverbindung die Almanach Daten für die RS92 Sonden heruntergeladen, ein Decodieren dieser Sondentype ist daher ebenfalls möglich.
SRSC50 und IMET Sonden können derzeit nicht decodiert werden.
Als Hardware empfiehlt sich der TTGO T-Beam wobei angemerkt wird, dass es eine Version 0.7 und 1.0 gibt. 0.7 hat ein nicht optimales Ladedesign, sowie einen surrenden DC/DC Wandler, daher wird die Version 1.0 empfohlen. Die Funktion ist in beiden Fällen gleich.
Es kann auch der kleine TTGO V 2.1 verwendet werden, wobei hier zumindest ein Handy oder ein Handnavigationsgerät vorhanden sein muss, um die am TTGO angezeigte Position zu finden.
Im T Beam ist ein GPS eingebaut und am Display wird die Distanz sowie der Winkel zur Sonde angezeigt, kann also autark verwendet werden.
Ich habe dies Gerät als Mini Decoder im Einsatz, d.h. der Platzbedarf soll so minimal wie notwendig sein, Hansi hat auf Wunsch einiger OMs in die Software eine Unterstützung für größere Displays eingebaut.