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finden sich zum ersten Mal auch solche in deutscher Sprache. In 13 Programmen beschrieb er die Lyceumsbibliothek. Nachdem er 1764 eine Rede über die Rechtgläubigkeit eines Rektors gehalten, wurde er nach einem Abschiedswort des Oberpfarrers von den Schillern aller Klassen honorifice and beweg- lich dimittirts. Am Tag der Abreise ward der Exrektor mit Cantaten und Carminibus angesungen und von den Primanern und einigen Sekundanern zu Pferde bis nach Stollberg begleitet. Der neue Rektor Reusmann (1765-96) war ein auf philologischem und theologischem Gebiet sehr bewanderter Gelehrter. Noch sind 44 gelehrte lateinische Abhandlungen von ihm erhalten, in denen sprachliche, exegetische, dogmatische und geschichtliche Gegenstände erörtert werden. Die Schule war gut besucht: 1787 sassen in Prima 35, in Sekunda 26 Schüler. Die dramatisch-musikalischen Aufführ ungen des Gregoriusfestes, das anderwärts um diese Zeit vielfach bereits abgeschafft war, mussten sich einer verschärften Kontrole unterwerfen, da seit einigen Jahren wahrgenommen, dass viele besonders für anwesende Fremde ärgerliche Begünstigungen und Ungebührnisse verhänget worden. Die Gregoriusfeier hatte sich auch in Schneeberg überlebt. Reusmanns Amtsnachfolger Johann Friedrich Schaarschmidt (1797-1813) war ein frommer unid gelehrter Mann, ein eifriger Pädagog, der die lateinischen und griechischen Studien hoch hielt und dem. doch dabei bereits das Verständnis für deutsche Wissenschaft und deutsche Sprache, für Realien und praktische Durchhildung der Zöglinge aufging. Die Früchte seiner Thätigkeit kann man aus den Vale dictionsreden seiner Schüler erkennen, von denen drei gedruckt erhalten sind: C. G. Leonhardt aus Mor- genrote sprach 1800 über das Thema: Welcher Jüngling kann am Ende des 18. Jahrhunderts zufrieden mit sich selbst von der Schule auf die Universität übergehen?; Chr. Hnr. Kanngiesser feierte 1797 das Vaterland und speziell Schneeberg und sein Lyceum in lateinischen Distichen und C. F. Schaarschmidt, des Rektors 16 jähriger Sohn (später Geheimer Rat im Königlichen Ministerium des Innern) veröffentlichte 1805 über den Nutzen emer gut eingerichteten Herodotlektiire eine lateinische Abhandlung und pries in artigen lateinischen Versen die Fürsorge der Väter der Stadt für das Lyceum. Der Rektor selbst schrich, wie seine Vorgänger, lateinische Programmabhandlungen und zwar teils zur Erklärung antiker Autoren, teils aus dem Gebiet der Mythologie und Altertumskunde der griechisch-römischen Welt. Aber abwechselnd damit suchte er durch eine Reihe deutsch geschriebener Programme weite Kreise für päda gogische Tagesfragen zu interessieren. Was er in einer lateinischen, in den Turmknopf der St. Wolfgangs kirche gelegten Denkschrift als seines Lebens Ziel bekannte: sich anzustrengen, dass er die von den Vor- fahren ererbte Schule in einer, tiefgehenden Studien abgeneigten, Zeit den Nachkomtoen ungeschädigt ifberliefere, dies hat er in rastlosem Eifer zur Zufriedenheit seiner Vorgesetaten erreicht. Als er wäh rend der Schrecknisse des Krieges starb, rühmte Oberpfarrer Wahl ihm Unverdrossenheit, Treue, äusserste Pünktlichkeit und religiösen Sinn nach. Nirgends, sagt Wahl, wwar ihm wohler, nirgends fand er für seinen Geist und für sein Herz einen angenehmeren und köstlicheren Genuss, als im Umgange mit seinen Schülern und Zöglingen, als in der Vorstellung, ein Werkzeug in der Hand der Vorsehung zu seyn, durch welches Licht und Ordnung in ihre Kenntnisse, Richtigkeit und Gründlichkeit in ihre Urtheile, Festigkeit in ihre Grundsätze gebracht und der Sinn fitr alles Wahte, Gute und Schöne in ihnen geweckt, genährt, geptlegt und unterhalten werden solltes. Auch nach Schaarschmidts Heimgang erfreute sich das Lyceum der Zufriedenheit der vorgesetzten Behörde. So berichtet Oberpfarrer Wahl an den Superintendenten Lorentz in Zwickau 1816: Wenn sich bey allen Stiirmen der Zeit und bey den traurigen Veränderungen, welche so manche ähnliche Anstalt im Laufe der Zeit erfahren hat, die hiesige lateinische Schule noch immer in einem vorzüglich guten Ruf und Flor erhalten hat, so verdankt sie diess nächst Gott unter anderem auch dem Umstande, dass, wie gering dotiert auch die Lehrerstellen sind, doch diese noch immer mit gelehrten und richtigen Männern. besetat waren. Unter den gelehrten und würdigen Subjecten, deren Ilerufung sich die Oberbehörden auch nach Schaarschmidts Tod bei Besetzung vacanter Stellen bei der hiesigen lateinischen Stadtschule immer haben angelegen sein lassen, verdient den Ehrenplatz Mag. Johann Gottlob August Voigtländer (1890 bis 1828). Als der Sohn des hiesigen Diakonus und nachherigen Archidiakonus M. Joh. Hnr. G. Voigt- lander hatte er im Elternhause und auf der Schule seiner Heimat eine so vortreffliche Erziehung genossen, dass er in dem jugendlichen Alter von 20 Jahren zum Hüter des Lyceums gewählt wurde. Mit der Kraft