In einem bemerkenswerten Schreiben des Schuldirektors Ernst Müller, datiert auf den 12. Oktober 1839, welches an die ehrwürdige Schulinspektion der Stadt Schneeberg gerichtet ist, findet sich unter Punkt 3 eine interessante Anfrage bezüglich des Bergmanns Hennig. Dieser Hennig unterrichtet in seinem im Schiesshausgrunde gelegenen Wohnhaus eine beachtliche Anzahl von Kindern im Alter von fünf bis acht Jahren im Lesen. Es wird zudem berichtet, dass er neuerdings auch Unterricht in den Fächern Schreiben und Rechnen anbietet. Dieser Passus stellt den ersten urkundlichen Hinweis auf die später als Schreyerschule bekannte Privatschule dar, die im Jahr 1835 von dem Bergmann Carl Friedrich Hennig, geboren am 1. März 1788, ins Leben gerufen wurde. Die Beweggründe, die den Bergmann Hennig dazu veranlassten, Kinder zu unterrichten, sind leider nicht dokumentiert. Dennoch ist klar, dass die Schulbehörde über seine Aktivitäten alles andere als erfreut war. In ihrem oben genannten Schreiben äußern sie das dringende Ersuchen, dem Bergmann Hennig als einem ungeeigneten Leselehrer das Fortführen seiner Privat-Lesestunden zu unter-sagen.
Doch entgegen der Erwartungen der Schulbehörde zeigten die Eltern keinerlei Bereitschaft, ihre Kinder von Hennigs Unterricht abzuziehen. Ein Gutachten des Oberpfarrers Wagner, der als Vertreter der geistlichen Schulaufsicht fungierte und am 5. November 1839 verfasst wurde, beschreibt Hennig als einen moralisch integren Menschen, der von seinen Schülern geliebt wird und dessen Tätigkeit als unentbehrlich erachtet wird – zumindest solange die Schule nichts Besseres anbieten kann. Wagner warnt eindringlich davor, durch ein Verbot böses Blut zu erzeugen und rät zu einem behutsamen Vorgehen.
Der Fall dieses nicht ausgebildeten Lehrers aus Schneeberg wurde schließlich an die Königliche Kreisdirektion Zwickau weitergeleitet. Diese traf am 4. August 1840 die Entscheidung, dass Hennig weiterhin unterrichten dürfe; allerdings wurde ihm auferlegt, sich der in der Bürgerschule eingeführten Lautiermethode zu bedienen und diese ordnungsgemäß zu erlernen. Der Schulinspektion wurde aufgegeben, ihm hierfür eine angemessene Frist zu setzen. Ob und inwieweit Hennig dieser Anordnung nachgekommen ist, bleibt jedoch unklar. Tragischerweise erkrankte er im Oktober 1844 und verstarb am 11. Februar 1845. Dennoch lebte seine Schule weiter, denn er hatte bereits einen hervorragend geeigneten Nachfolger gefunden: seinen Schwiegersohn Julius Heinrich Schreyer. Unter Schreyer entwickelte sich die Privatschule zu einer recht populären Bildungseinrichtung.
Die Lebensgeschichte des Bergmanns und Privatlehrers Julius Heinrich Schreyer wird durch seine eigenen Aufzeichnungen sowie durch familiäre Überlieferungen gestützt und bietet einen faszinierenden Einblick in das Bildungswesen jener Zeit sowie in das Engagement von Personen wie Hennig und Schreyer für die Bildung der Jugend in ihrer Gemeinde.
Obwohl die persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse von Julius Heinrich Schreyer zunächst auf den ersten Blick individuell erscheinen mögen, reflektieren sie, möglicherweise ohne eine tiefere Reflexion, die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit auf eindrucksvolle Weise. Diese Verhältnisse waren geprägt von den Herausforderungen und Umbrüchen, die das Leben der Menschen im Erzgebirge bestimmten.
Julius Heinrich Schreyer erblickte am 23. September 1815 das Licht der Welt im Schulhaus von Wildbach, einem kleinen Ort nahe Schneeberg. Zu diesem Zeitpunkt hielt sich seine Mutter dort auf, um ihre eigenen Eltern zu besuchen. Sein Vater, ein Berghauer in Hayda bei Raschau, war in der Bergbauindustrie tätig, während seine Mutter als älteste Tochter des Schullehrers und Organisten Julius Friedrich Krauß (†1835) in Wildbach aufwuchs. In dieser familiären Umgebung verbrachte der junge Schreyer seine Kindheit und wurde nicht nur in den schulischen Fächern unterrichtet, sondern erlernte auch die Kunst der Landwirtschaft, die zur Besoldung der Lehrerstelle gehörte. Diese vielseitige Ausbildung war nicht nur eine wertvolle Grundlage für seine spätere Laufbahn, sondern auch ein Spiegelbild der damaligen Lebensrealitäten.
Nach seiner Konfirmation im Jahr 1829 stand Schreyer vor einer entscheidenden Wahl: Sollte er den Weg seines Vaters als Bergmann einschlagen oder dem Vorbild seines Großvaters folgen und Lehrer werden? Diese Entscheidung war nicht leicht, insbesondere da seine Mutter, die stets betont hatte: „Du musst Lehrer werden“, bereits 1825 im Wochenbett gestorben war. Eine Stiefmutter, die ihn in dieser entscheidenden Phase seines Lebens begleitete, zeigte sich nicht bereit, die nötigen Opfer für seine Ausbildung zu bringen. Leider blieb auch der Traum vom Bergmannsberuf unerfüllt. Der Wunsch, bei seinem Vater in der Gottesgeschick-Fundgrube zu arbeiten, konnte nicht realisiert werden; Arbeitsplätze wurden nur an jene Bergleute vergeben, die das Verdienst nötiger hatten als der junge Schreyer. Diese Situation verdeutlicht die gesellschaftlichen Folgen des Niedergangs des erzgebirgischen Montanwesens, das viele Bergleute in eine brotlose Existenz stürzte.
So blieb Julius Heinrich Schreyer bis zu seinem 18. Lebensjahr bei seinen Großeltern, die ihn verpflegten und unterstützten. Im Gegenzug half er sowohl in der Schule als auch in der Feldwirtschaft mit und trug somit aktiv zum Familienunterhalt bei. Endlich, im Juni 1834, wurde er als Bergmann vom königlichen Bergamt Annaberg auf der Grube „Kießels Hoffnung“ am Fürstenberg bei Haide (Grünhain-Beierfeld) angenommen. Zu diesem Zeitpunkt zog er wieder zu seinen Eltern; jedoch stellte sich heraus, dass seine Stiefmutter ihn schlecht behandelte. Wehmütig dachte er an die liebevolle Fürsorge seiner Großeltern zurück.
Doch schon ein Jahr später sollte sich sein Leben erneut ändern: Nach dem Tod seines Großvaters im Jahr 1835 kehrte er nach Wildbach zurück. Die Großmutter hatte das Recht, die Einkünfte des Schulamtes noch für ein halbes Jahr zu genießen, war jedoch verpflichtet, einen Vikar für den Schul- und Kirchendienst zu stellen. An dieser Stelle bot sich der Ortspfarrer Groß an, die Schule für diese Übergangszeit zu verwalten – allerdings unter der Bedingung, dass ihm Julius Heinrich Schreyer als Hilfskraft zur Seite gestellt wurde. So geschah es tatsächlich: Aus dem Bergmann wurde nun ein Lehrer – wenn auch ohne formale Rechte und lediglich mit Pflichten betraut.
Der junge Schreyer übernahm fortan das Unterrichten in den Fächern Schreiben, Lesen und Rechnen sowie im Singen und versah zudem den Küsterdienst - wenn auch ohne das Orgelspiel. Diese Wendung in seinem Leben zeigt nicht nur seine Anpassungsfähigkeit an die Gegebenheiten seiner Zeit, sondern lässt auch erkennen, wie eng persönliche Schicksale mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verwoben sind.
Die Tatsache, dass er seine Aufgaben mit großem Erfolg und zur vollsten Zufriedenheit erfüllte, wurde durch eine zweimalige Inspektion der Schule durch den Superintendenten eindrucksvoll bestätigt. Ursprünglich war geplant, dass sein Vertretungdienst lediglich ein halbes Jahr in Anspruch nehmen würde; letztendlich erstreckte sich dieser jedoch über einen Zeitraum von einem Jahr und zwei Monaten. Während dieser Zeit erhielt er seinen Lohn nur sporadisch, oftmals in sehr geringen Beträgen oder sogar gar nicht. Als schließlich ein neuer Kirchenschullehrer an die Schule berufen wurde, war Schreyer überflüssig geworden. Er hatte seine Pflicht erfüllt und konnte nun seinen Posten verlassen. Leider musste er erkennen, dass sowohl die Schulbehörde als auch die Kirchenbehörde ihn im Grunde genommen nur aus-genutzt hatten. Er war bereitwillig eingesprungen, um die Vakanz zu überbrücken, doch trotz seiner hervorragenden Leistungen wurde ihm zwar nahegelegt, sich seminaristisch weiterzubilden, jedoch geschah nichts Konkretes zur Unterstützung seiner beruflichen Förderung.
Es ist wichtig zu betonen, dass dieser Vorwurf nicht den Ortspfarrer Magister Christian Traugott Groß (1751-1826) trifft. Dieser zeigte sich bereitwillig, Schreyer ein ganzes Jahr lang zu unterrichten und ihn auf den Besuch eines Lehrerseminars vorzubereiten. Doch die Umstände waren alles andere als günstig: Die Großmutter war gezwungen gewesen, die Dienstwohnung zu räumen, und lebte nun bei ihrem Schwiegersohn, einem Waldarbeiter mit fünf Kindern unter 14 Jahren. In dieser beengten und chaotischen Umgebung sollte Schreyer das Gelernte anwenden und seine Hausaufgaben erledigen. Natürlich war es für ihn unerlässlich, seinen Lebensunterhalt zu verdienen; deshalb musste er Feldarbeiten verrichten und oft in den Wald gehen. Unter diesen schwierigen Bedingungen stellte sich schnell heraus, dass ein geregeltes häusliches Studium schlichtweg unmöglich war. Eine Unterstützung durch seine Eltern wurde durch die Stiefmutter verhindert, was die Situation weiter erschwerte. Resigniert hielt Schreyer in seinem Lebensbericht fest: „Kurz gesagt, es ging nicht.“ So scheiterte der gut gemeinte Versuch des Pfarrers Groß letztlich an den harten Realitäten der sozialen Umwelt. Schreyer erhielt keine Förderung, die seinen Talenten und Neigungen gerecht wurde - eine Unterstützung, die heutzutage als selbstverständlich angesehen wird. Statt eines sozialen Aufstiegs erlebte er vielmehr einen Abstieg, während seine Anlagen drohten, ungenutzt zu verkümmern.
In den Jahren 1838 und 1839 fanden Schneeberger Verwandte aus Mitleid eine Beschäftigung für ihn: Sein Vetter und die Muhme Köhl nahmen ihn als Gelegenheitsarbeiter auf, vorwiegend im Schweinehandel. Wie sehr ihn diese Situation belastete, beschreibt er eindringlich: „Da war mir's weh in meinem Herzen, wenn ich an die Vergangenheit dachte; Schulvikar gewesen und jetzt Schweinetreiber. Wie oft im Stillen habe ich heiße Tränen vergossen über das Vergangene.“
Und der Bergbau? Der Bergbau, einst eine vielversprechende Perspektive für junge Menschen, bot in jenen Zeiten kaum noch Chancen. Die Verzweiflung, die in der Luft lag, war greifbar und führte dazu, dass viele in ihrer Not nach Wegen suchten, um aus der bedrückenden Situation zu entkommen. Inmitten dieser Herausforderungen fand sich ein junger Mann, dessen Mut und Entschlossenheit ihn dazu trieben, beim Schneeberger Bergmeister Schütze vorzusprechen. Mit einem Herzen voller Hoffnung schilderte er ihm seinen Lebensweg und die missliche Lage, in der er sich befand. Zu seiner Erleichterung stieß er auf Verständnis und Unterstützung. In den Aufzeichnungen des Quartals Luciae 1839 ist vermerkt: „In der ersten Woche wurde ich auf der Fundgrube Daniel angelegt.“
Mit diesem neuen Anfang war er nun wieder als Bergmann tätig und konnte seine Arbeit antreten. Endlich hatte er eine regelmäßige Beschäftigung gefunden, die ihm nicht nur ein Einkommen, sondern auch das tägliche Brot sicherte. Diese neue Stabilität eröffnete ihm ganz neue Perspektiven und ließ ihn darüber nachdenken, einen eigenen Hausstand zu gründen.
Hierbei begegnen wir erneut dem Namen Hennig. Der Lehrer Krauß aus Wildbach und der Bergmann sowie Privatlehrer Hennig aus Schneeberg waren enge Freunde. Diese Verbindung war nicht nur von persönlicher Natur; sie umfasste auch wirtschaftliche Aspekte. Hennigs Frau betrieb eine kleine Viktualienhandlung, die von den Produkten der Feld- und Viehwirtschaft des Wildbacher Lehrers profitierte. Durch diese familiären und geschäftlichen Verbindungen lernte Schreyer die Familie Hennig näher kennen. In der besinnlichen Adventszeit des Jahres 1840 entschloss er sich schließlich, den nächsten Schritt im Leben zu wagen und heiratete die älteste Tochter Christiane.
Diese Entscheidung markierte nicht nur einen neuen Abschnitt in Schreyers Leben, sondern auch eine Verbindung zwischen zwei Familien, die durch Freundschaft und Zusammenarbeit gestärkt wurde. Es war ein Zeichen dafür, dass trotz der widrigen Umstände im Bergbau Hoffnung und neue Möglichkeiten existieren konnten, wenn man den Mut fand, sie zu ergreifen.
Im Jahr 1870 erhielt er den sogenannten „Berginvalidenlohn“ und wurde mit der verantwortungsvollen Aufgabe betraut, die Verwaltung der Bergunterstützungskasse zu übernehmen. Diese Position war nicht nur eine berufliche Herausforderung, sondern auch eine bedeutende soziale Verantwortung. In seinem eigenen Haus führte er die Auszahlung der Gelder an Invaliden, Witwen und Waisen durch, was ihm eine zentrale Rolle in der Unterstützung der Bedürftigen in seiner Gemeinde einräumte.
Seine Frau hingegen setzte den von ihrer Mutter übernommenen Handel fort und trug somit ebenfalls zur finanziellen Stabilität der Familie bei. Gemeinsam bildeten sie ein engagiertes Team, das sich sowohl um die wirtschaftlichen Belange als auch um das Wohl der Menschen in ihrer Umgebung kümmerte.
Die Schreyerschule und ihr Unterricht waren ein weiterer Ausdruck ihres Engagements für die Gemeinschaft. Diese Bildungseinrichtung zog nicht nur Kinder aus ärmeren Schichten an, sondern auch die Nachkommen wohlhabender Fabrikbesitzer, die auf die qualitativ hochwertige Ausbildung ihrer Kinder Wert legten. Sogar Volksschullehrer schickten Schüler zu Schreyer, wenn diese Schwierigkeiten im regulären Unterricht hatten. Dies zeugt von dem hohen Ansehen, das Schreyer als Lehrer genoss. Durch die bewusst geringe Schülerzahl, die zwischen 8 und 20 schwankte, konnte er sich intensiv und mit voller Hingabe um jeden einzelnen Zögling kümmern. Diese individuelle Betreuung war ein Markenzeichen seiner Lehrmethoden und trug zur positiven Entwicklung seiner Schüler bei.
Im ersten Stock des Hauses in der Hartensteiner Straße 265 - heute: Nr. 5 - befand sich die zweifenstrige Schulstube, über dem kleinen Laden im Erdgeschoss, wo einige einfache Bänke aufgestellt waren.
In dieser bescheidenen Umgebung vermittelte Schreyer seinen Schülern vor allem solide Kenntnisse sowie praktische Fertigkeiten, die sie für ihr späteres Leben benötigen würden.
Der Unterricht war anschaulich und originell gestaltet; so schrieb er beispielsweise eine Quittung an die Tafel, die dann von den Schülern schön und fehlerfrei abgeschrieben werden musste. Wer diese Aufgabe erfolgreich meisterte, durfte die Quittung erneut schreiben - nun jedoch mit anderen Namen, einer anderen Summe und einem anderen Datum. Dieser Prozess wiederholte sich so lange, bis das Schreiben solcher Formulare - seien es Postanweisungen, Rechnungen oder Bestellungen - für die Schüler zur zweiten Natur geworden war. Da es keinen strengen Lehrplan gab, hatte man ausreichend Zeit für diese Übungen.
Die ehemaligen Schreyerschüler berichteten später oft stolz davon, dass sie ihr Leben lang in der Lage waren, die wichtigsten Dokumente formgerecht und fehlerfrei zu erstellen. Auch im Fach Mathematik wurde Wert auf praxisnahe Inhalte gelegt: Das Einmaleins sowie der Umgang mit Geld standen im Vordergrund des Unterrichts. Darüber hinaus wurden den Schülern grundlegende Kenntnisse in Erdkunde vermittelt, sodass sie bestens auf die Herausforderungen des Alltags vorbereitet waren.
Diese umfassende Ausbildung machte Schreyer zu einem herausragenden Lehrer und prägte das Leben vieler seiner Schüler nachhaltig.
Diese Entscheidung markierte nicht nur einen neuen Abschnitt in Schreyers Leben, sondern auch eine Verbindung zwischen zwei Familien, die durch Freundschaft und Zusammenarbeit gestärkt wurde. Es war ein Zeichen dafür, dass trotz der widrigen Umstände im Bergbau Hoffnung und neue Möglichkeiten existieren konnten, wenn man den Mut fand, sie zu ergreifen.
So wurde der Bergmann Schreyer über einen Zeitraum von mehr als dreißig Jahren in der Rolle eines Lehrers tätig, und während dieser langen Zeit hat er unzählige Schüler geprägt und inspiriert. Als Vater von zehn Kindern hatte er die Verantwortung, nicht nur für deren Wohl zu sorgen, sondern ihnen auch eine Zukunft zu ermöglichen, die ihm selbst verwehrt geblieben war. So konnte er seinen fünf Söhnen das schenken, was ihm in seiner eigenen Jugend verwehrt wurde: eine solide berufliche Ausbildung. Diese Chance war für ihn von unschätzbarem Wert, denn er wusste, dass Bildung der Schlüssel zu einem besseren Leben ist. Einer von ihnen war am Annaberger Lehrerseminar Musiklehrer des späteren Kreuzkantors Rudolf Mauersberger.
Trotz des Ansehens und Respekts, den er aufgrund seiner Lehrtätigkeit genoss, fühlte sich Schreyer tief mit seinen Wurzeln als Bergmann verbunden.
Er war stolz darauf, Teil eines traditionsreichen Handwerks zu sein und hielt bis zu seinem Lebensende an den alten Bräuchen und Werten seines Standes fest. Diese Verbundenheit mit seiner Herkunft verlieh ihm eine besondere Authentizität und Integrität, die sowohl seine Schüler als auch seine Familie beeindruckte. Er starb am 16. November 1888, jedoch hinterließ er ein Erbe, das weit über seine Zeit hinausreicht - ein Erbe der Bildung, des Stolzes auf die eigene Herkunft und der unermüdlichen Hingabe an die nächste Generation.
Julius Heinrich Schreyer hinterließ seine Ehefrau Johanne Christiane geb. Hennig, 5 Söhne und 3 Töchter. Der gebürtige Wildbacher verstarb mit 73 Jahren 1 Monat und 23 Tagen an Lungenentzündung.