Nach einigen Jahren klassischer Plein-Air-Malerei in Ölfarbe habe ich meine Arbeitsweise verändert. Früher suchte ich "bildwürdige" Motive im weiteren Umkreis meines Wohnortes. Das Herumfahren mit dem Auto und das Hantieren mit Staffelei und Ölfarben wurde mir aber zunehmend lästig. Ich entschied, meine Motive nur noch zu Fuß aufzusuchen.
Erst auf Spaziergängen und kleinen Fußwanderungen im Umkreis von 4-5 km um meinen Wohnort entdeckte ich, was mir zuvor entgangen war. Meine Arbeiten entstehen seitdem vor Ort, in Projekten, die über Jahre hinweg zu Bildsammlungen werden.
Orte zu verschiedenen Jahres- und Tageszeiten zu "erlaufen" und zu erleben, wurde zu einer Quelle von Inspiration und Lebensfreude. Draußen unterwegs zu sein, Landschaft zu erleben, genau zu betrachten, Notizen zu machen und sie als Bild mit nach Hause zu nehmen, ist für mich eine erfüllende Tätigkeit. Mit meinen Bildern erkunde ich das Territorium, meinen Lebensraum. Ich versuche, ihn zu erleben, zu erkennen und zu verstehen. Meine Bilder und zunehmend auch Texte enthalten und zeigen meine Vorstellungen über die Welt, die mich umgibt. Ich male und zeichne Landschaften. Ich beschreibe und zeichne auf, was ich sehe und wie ich es sehe. Durch Lektüren und Recherchen versuche ich, Antworten auf meine Fragen zu finden.
Seit 2020 hat sich mein Interesse zunehmend auf naturkundliche Themen verschoben. Die "Landschaftsbildproduktion" sehe ich inzwischen als einen Teil eines umfassenden Interesses an Landschaft und Umwelt. Aus dem Zeichnen von pittoresken Buchen mit schöner Moosdecke ging Ende 2019, Anfang 2020, die Kartierung des Grünen Besenmooses (Dicranum viride) hervor. Die Arbeit an Baumporträts provozierte mich, vor vielen Jahren erlernte Kenntnisse über Wälder und Moose wieder zu beleben. Zunächst sah ich meine Bilder daher auch als naturkundliche Illustrationen. Der Mal- und Zeichenprozess und die Tätigkeiten der Mooskartierung vermischten sich schnell und gaben sich gegenseitig immer wieder neue Impulse. Das Malen und Zeichnen wurde zu einem Werkzeug, um Erkenntnisse über die Lebensgemeinschaft der Wälder zu gewinnen.
Der Umzug von Maulbronn nach Filderstadt Bernhausen Ende 2023 war eine Zäsur. Die gewohnte, überwiegend ländlich geprägte Umgebung mit viel Wald fast direkt vor der Haustür und einer durch Straßen vergleichsweise wenig zerschnittenen Landschaft ist verloren. Der Kontrast zwischen Klosterlandschaft und suburbaner Randzone mit Flughafen könnte nicht härter sein. Die Themen Wald und Landschaft sind aber geblieben. Jetzt, im Sommer 2026, habe ich mich noch immer nicht von der Maulbronner Landschaft und ihren Wäldern gänzlich verabschiedet. Den Ortswechsel erlebe ich inzwischen aber als eine Bereicherung, die mir neue Perspektiven öffnet. Noch immer ist meine Welt klein, aber nicht mehr so eng begrenzt wie zuvor.
Das Interesse für Natur und Landschaft hat mich seit 1985 mehrfach zu umwelt- und kommunalpolitischen Aktivitäten veranlasst. Die historische Kulturlandschaft um Maulbronn, Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes, ist immer wieder durch die Flächenausdehnung von Siedlung, Gewerbe und Straßen in ihrer Substanz gefährdet. Im Dezember 2019 wurde die Bevölkerung durch die Ankündigung einer zweiten Mülldeponie direkt am Ortsrand von Maulbronn überrascht. Seither habe ich mich wieder einmal in einer Bürgerinitiative engagiert, deren Webseite ich betreue : Webseite der Bürgerinitiative Maulbronn
Inzwischen will der Enzkreis seine Abfallgeschäfte noch weiter ausbauen. Die seit 1972 bestehende Hausmüll- und später Bauschuttdeponie am Hamberg soll erweitert werden. Die ursprünglich im Planfeststellungsbeschluss festgelegte Wiederaufforstung verfüllter Deponieabschnitte soll zu Gunsten einer Nachnutzung durch ein Gewerbegebiet mit Recyclingzentrum und flächiger Fotovoltaik inklusive Batteriestation entfallen. Die Deponie soll deshalb mit Magerrasen abgedeckt werden. Die Deponiefläche würde dadurch auf mehr als 20 ha anwachsen und den schmalen Waldstreifen am Nordhang des Hamberg auf einer Länge von mehr als einem Kilometer unterbrechen.
2024-2025 Archiv Kunst+Kulturlandschaft Maulbronn
ab 2023 Landschaft Filderstadt
ab 2021 Goodbye Hamberg - eine Müllkippe im UNESCO Welterbe
2020-2026 Bericht über das Grüne Besenmoos in den Wäldern von Maulbronn
Ausstellungen (zu Projekten)
2006 Ortsansichten Freudenstein u. Hohenklingen, Verein Kunst und Kultur e.V., Freudenstein
2007 Image Maulbronn, Stadt ohne Kloster, Postscheuer Maulbronn
2008 Ein Jahr im Weinberg, Monotypien, Zeichnungen, Winzergenossenschaft Freudenstein-Hohenklingen
2008 Stadtlandschaft Stuttgart, Monotypien, Büchergilde Stuttgart
2010 Künstlerbuch „Graf Pückler in Arles“ mit Monotypien - Illustrationen als Beitrag zur Ausstellung „Pückler usw., usw. – Rezeption, Vermarktung, Kult“ in Bad Muskau.
2013 Landschaften in Ölpastell, Präsentation und Vorführungen für Caran d'Ache, PAPERWORLD, Frankfurt
2014 Piranesi Paraphrasen, Monotypien, in der Buchhandlung Krüger Maulbronn
2016 Ortsansichten Lienzingen, Cafe zur Kirchenburg, Lienzingen
2017 Provenzalische Souvenirs , Monotypien, Rathaus Maulbronn
2019 Der landschaftliche Blick, vom Claude - Glas zum Smartphone, im Cafe Süsses Löchle, Lahr
2025 Kunst+Kulturlandschaft - Archiv KKM - Galerie Sibylle Burrer, Maulbronn
Bäume zeichnen, malen - vergriffen