Meine Arbeiten entstehen überwiegend in langfristigen Projekten. Ich sammle über Jahre hinweg Bilder als Serie zu einem Thema, oft ohne dass bereits eine konkrete Ausstellung geplant ist. Diese langsame, wiederholte Annäherung an Orte und Motive ist für mich zentral.
Nach einigen Jahren klassischer Plein-Air-Malerei in Ölfarbe habe ich meine Arbeitsweise grundlegend verändert. Früher suchte ich Motive im weiteren Umkreis meines Wohnortes und war auf ein Auto zum Transport von Staffelei und anderen Materielien angewiesen. Das Fahren, Aufbauen und Organisieren wurde mir zunehmend lästig. Ich entschied, meine Motive nur noch zu Fuß aufzusuchen.
Erst auf diesen Spaziergängen und Wanderungen entdeckte ich, was mir zuvor entgangen war. Orte zu verschiedenen Jahres- und Tageszeiten körperlich zu erleben, wurde zu einer Quelle von Inspiration und Lebensfreude. Das Gehen, Beobachten, Zeichnen und Malen wurde zum roten Faden meiner Arbeit – und zu einem festen Bestandteil meines Lebens.
Im Kern porträtiere ich seit vielen Jahren konkrete Landschaften und Landschaftsausschnitte. Seit 2008 liegt mein Schwerpunkt auf dem Arbeiten im Wald. Neben Einzelblättern entstehen immer wieder Zeichen- und Malbücher (Künstlerbücher), die meine Erkundungen begleiten.
Zeichnungen mit Kohle, Tusche oder Markern begleiten meine Arbeit kontinuierlich. Bei den Farben führte mich der Weg von Ölfarbe zu Oilsticks und schließlich – für meine Fußwanderungen – zu handlicheren Materialien wie Ölpastellen. Später kamen wasserlösliche und wasserunlösliche Wachsmalstifte sowie klassische Buntstifte hinzu.
Dieser Mix aus leicht transportierbaren Materialien, die direkt mit der Hand auf Papier gebracht werden, prägt meine Arbeit seit vielen Jahren. Ergänzend nutze ich Gouache, allein oder kombiniert mit den genannten Techniken.
Warum ich in der Landschaft arbeite
Draußen unterwegs zu sein, Landschaft zu erleben, genau zu betrachten, Notizen zu machen und sie als Bild mit nach Hause zu nehmen, ist für mich eine erfüllende Tätigkeit. Aus diesen Erfahrungen ergeben sich weitere Perspektiven – durch Lektüren, Recherchen und Fragen, die über die künstlerische Praxis hinausreichen.
Seit 2020 entwickelt sich meine Arbeit zunehmend in Richtung künstlerischer Forschung. Die Pandemie löste damals einen neuen Blick auf Natur und Landschaft aus; viele Kulturschaffende gingen hinaus in den offenen Raum ohne Maskenzwang. Gleichzeitig trat ich in den Ruhestand und konnte meine Zeit freier gestalten. Das ermöglichte eine intensivere, fast tägliche Erkundung der Umgebung.
Das Interesse für Natur und Landschaft hat mich seit 1985 mehrfach zu umwelt- und kommunalpolitischen Aktivitäten veranlasst. Immer wieder ist die historische Kulturlandschaft um Maulbronn, Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbe in ihrer Substanz durch die Flächenausdehnung von Siedlung, Gewerbe und Strassen gefährdet. 2019 wurde die Bevölkerung durch die Ankündigung einer zweiten Mülldeponie direkt am Ortsrand von Maulbronn überrascht. Seither habe ich mich wieder einmal in einer Bürgerinitiative engagiert, deren Webseite ich betreue : Webseite der Bürgerinitiative Maulbronn
2024 Archiv Kunst+Kulturlandschaft Maulbronn
2021 Goodbye Hamberg ? Betrachtungen zur Klosterlandschaft Maulbronn
2020 Bericht über das Grüne Besenmoos in den Wäldern von Maulbronn
Ausstellungen (zu Projekten)
2006 Ortsansichten Freudenstein u. Hohenklingen, Verein Kunst und Kultur e.V., Freudenstein
2007 Image Maulbronn, Stadt ohne Kloster, Postscheuer Maulbronn
2008 Ein Jahr im Weinberg, Monotypien, Zeichnungen, Winzergenossenschaft Freudenstein-Hohenklingen
2008 Stadtlandschaft Stuttgart, Monotypien, Büchergilde Stuttgart
2010 Künstlerbuch „Graf Pückler in Arles“ mit Monotypien, Illustrationen als Beitrag zur Ausstellung „Pückler usw., usw. – Rezeption, Vermarktung, Kult“ in Bad Muskau.
2013 Landschaften in Ölpastell, Präsentation und Vorführungen für Caran d'Ache, PAPERWORLD, Frankfurt
2014 Piranesi Paraphrasen, Monotypien, in der Buchhandlung Krüger Maulbronn
2016 Ortsansichten Lienzingen, Cafe zur Kirchenburg, Lienzingen
2017 Provenzalische Souvenirs , Monotypien, Rathaus Maulbronn
2019 Der landschaftliche Blick, vom Claude - Glas zum Smartphone, im Cafe Süsses Löchle, Lahr
2025 Kunst+Kulturlandschaft - Archiv KKM - Galerie Sibylle Burrer, Maulbronn
Bäume zeichnen, malen - vergriffen