In einem zwischenzeitlich sehr hitzigen Spiel konnten die Landeshauptstädter ihren 4. Erfolg in Serie einfahren, bleiben weiterhin in der Erfolgsspur und geben aktuell den Ton für das Meisterschaftsrennen vor. Mit einer Niederlage und neun Siegen steht man offiziell zwar noch nicht an der Tabellenspitze, dort steht aber momentan mit bereits drei Niederlagen (und vier Siegen) der Lücker TS. Man hat also nach wie vor alles in der eigenen Hand und legt Woche für Woche einen neuen Grundstein, um am Ende dann endlich ganz oben in der Tabelle zu stehen.
Doch das dieser neunte Sieg der Saison ein hartes Stück Arbeit werden würde zeichnete sich bereits in den ersten Minuten ab und wurde von Coach Dörband auch schon vor dem Spiel prophezeit. Dieser bezeichnete die Klausdorfer als einen „unangenehmen Gegner, der heiß darauf ist uns im Meisterschaftsrennen ein Bein zu stellen“. Bereits im Hinspiel, welches die Kieler im ersten Saisonspiel für sich entscheiden konnten, taten sich die nun als Heimmannschaft antretenden Landeshauptstädter gegen die Zonenverteidigung der Gäste schwer. Und so sollte es auch dieses Mal sein. In der Offensive fand man zunächst keinen richtigen Rhythmus und nutzte vor allem zu Beginn des Spiels die Möglichkeiten an der Freiwurflinie nicht konsequent genug. Die Starting Five der Sharks bestehend aus Simon Weinberg, Joni Schirp, Yannick Pahl, Sven Herschel und Rico Klimpel versuchte in der Defensive mit aller Kraft den Center der Gegner den Ball aus den Händen zu nehmen, um diesen ihr gefährlichstes Mittel zu nehmen. Defensiv gelang dabei auch mehr als in der Offensive, was lediglich durch zwischenzeitlich fehlende Unordnung zu fünf schnellen Punkten der Klausdorfer führte. Dadurch dass am Ende des Viertels jedoch die Freiwürfe fielen, entschied man die ersten zehn Minuten mit 17:15 für sich.
Im zweiten Spielabschnitt nahm sich die Mannschaft eine höhere Konzentration auf die Offensive vor und war darauf bedacht, in der Defensive nicht nachzulassen. Die Zonenverteidigung, die die Klausdorfer über die gesamte Spielzeit durchzogen, sollte über gutes Passspiel und aggressives Offensiv- Rebounding geknackt werden. Das mit den Offensiv- Rebounds konnte zeitweise auch sehr gut umgesetzt werden, führte aber nicht oft genug zu den erhofften Punkten aus zweiten Chancen. Vielmehr waren es Fast- Breaks, die die Sharks in Zählbares ummünzen konnten. Jedoch musste man defensiv zu einfache Punkte zulassen, die durch eine nicht beherzt zupackende Defensive zustande kamen. So musste man nach mehreren Führungswechseln beobachten, wie die Gastmannschaft mit einer 31:29- Führung in die Pause ging.
Nun galt es Kräfte zu sammeln und sich auf seine Stärken zu besinnen. Auf das zunehmend sehr körperliche Spiel solle man nicht mit Diskussionen bei den Schiedsrichtern reagieren, so Dörband. Nach dem Seitenwechsel war jedoch zunächst kein großer Umschwung zu bemerken. Die Pause schien beiden Mannschaften nicht gut getan zu haben, da bis zur 23. Minute nur zwei weitere Körbe fielen. Als das Spiel durch einen Dreier und einen Score am Brett durch die Klausdorfer zu kippen schien, legten die Kieler aber richtig los. Die Defensive stand und es wurde gehustlet und um jeden Zentimeter gekämpft. Topscorer des Abends Yannick Pahl eröffnete die mit Abstand beste Phase des KTB mit einem viel umjubelten And- One. Nun war es genau das Spiel der Sharks. Bis zum Viertelende ließ man lediglich zwei (!) Punkte der Gäste zu, was für die enorm starke Defensive in dieser Phase spricht. Zwei Dreier in Folge durch Moritz Jänicke und Sven Herschel brachten den daraus entstehenden 18:2- Lauf richtig in’s Rollen. Diese Phase sorgte in dem häufig auch ungeliebten dritten Viertel für eine 51:33- Führung.
Diese sollte nun noch über die letzten zehn Minuten gebracht werden. Auch hier bewahrte man die Konzentration, schickte die Klausdorfer jedoch durch viele Fouls oft an die Linie. Dies nutzten sie über das gesamte Spiel, ebenso wie die Kieler, nicht genug aus (FW-Quote Klausdorf: 56%, FW- Quote KTB: 55%), konnten es jedoch auch nicht durch andere Aktionen kompensieren. Auch wenn der Vorsprung zwischenzeitlich auf dreizehn Punkte schmolz, schafften es die Kieler die Führung über die Zeit zu bringen und konnten auch die letzten zehn Minuten mit 18:16 gewinnen. Einige Unkonzentriertheiten zum Ende des Spiels führten dazu, dass Coach Dörband auch bei einem entschiedenen Spiel noch eine Auszeit nahm, was den Perfektionismus des Trainers und der Mannschaft zeigt. Am Ende ist auf der Anzeigetafel aber die erfreulichste Nachricht des Tages zu lesen: Heim 69 – Gast 57.
Stolz und erleichtert zeigte sich der Trainer und lobte vor allem die Moral in der zweiten Halbzeit und die überragend Energie von der Bank zu jeder Zeit des Spiels. Auch die in weiterhin begrenzter Zahl anwesenden Zuschauer gaben dem KTB in den wichtigen Phasen nochmal einen Push. Nun gilt es die Siegesserie am Sonntag (24.04.) gegen TuS Lübeck auszubauen, um dann mit Rückenwind in das Pokal Final Four am 30.04. zu gehen, um dort den ersten Titel der Saison holen zu können.
Für den KTB spielten:
Lukas Strietholt (18 Punkte), Moritz Jänicke (3; 1 Dreier), Marcus Lütkefels (3), Simon Weinberg (8; 1), Jonathan Schirp (1), Patrick Martin (6), Yannick Pahl (19; 2), Noah El- Samalouti (2), Sven Herschel (3; 1), Rico Klimpel (6), Bene Möller, Tobias Amling