Die Sharks gehen weiter auf Beutezug. Das nächste Opfer: Die BG Ostholstein. Doch das war alles Andere als ein Spaziergang für die Landeshauptstädter. Ein katastrophales erstes Viertel brachte die Kieler in heimischer Halle früh unter Zugzwang. Am Ende stand jedoch ein knapper 75:72 Heimsieg, der Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben gibt.
Sven Herschel eröffnete mit einem erfolgreichen Drei- Punkt- Wurf das Spiel für die Kieler, Noah El- Samalouti ließ kurze Zeit später einen weiteren folgen. So verließ man sich auf die ersten erfolgreichen Angriffe und fand in der Defensive plötzlich nicht mehr zusammen. Mehrere Absprachefehler, fehlende Intensität und zu viel Abstand zum Gegner ermöglichten den Gästen 26 Punkte in den ersten 10 Minuten. Für die normalerweise starke Defensive der Sharks deutlich zu viel. Auch wenn vor allen Dingen der Point- Guard der Ostholsteiner alles zu treffen schien und mit vier Dreiern im ersten Viertel eine Duftmarke hinterließ, konnte dies keine Entschuldigung für die schlechte Phase sein. Der zwischenzeitliche 9:26- Rückstand wurde noch zum Ende des ersten Viertels durch einen 8:0- Run verkürzt in dessen Rahmen es Christian Mourou durch gute Reboundarbeit schaffte, wieder eine bessere Intensität in das Spiel zu bringen.
Coach Jojo Dörband sah sich in der Viertelpause trotzdem gezwungen seine Spieler aufzuwecken und darauf einzustellen, dass dieses Spiel kein Selbstläufer werden würde. Nachdem die Gäste in der Woche das Spiel aufgrund mangelnder Besetzung noch absagen wollten, war die Mannschaft wohl im Kopf schon beim nächsten Spiel. Nach den ersten 10 Minuten war jedoch klar, dass sich viel ändern müsste. Und das tat es mit Beginn des zweiten Viertels auch zunächst. Es wurde besser verteidigt und besser kommuniziert. Gute Hustleplays in dieser Phase u.a. von Marvin Afanyibo pushten die Mannschaft weiter nach vorne. Der Rückstand konnte so in der 15. Minute durch einen erfolgreichen Korbabschluss durch Rico Klimpel auf 30:32 verkürzt werden. Dann kam es jedoch wieder zu einem Bruch und die Defensive schaffte es nicht, den in dieser Phase allein agierenden Center der Gäste zu kontrollieren, sodass dieser zu 10 Punkten in Serie kam, die er sich größtenteils an der Freiwurflinie erarbeitete. So ging es mit einem 42:36 Rückstand in die Pause.
Durch die am Ende nachlassende Defensive verwies der Trainer vor allen Dingen auf die Bedeutung der Verteidigung seiner Mannschaft. Dieser Apell wurde jedoch nicht sofort umgesetzt und man geriet abermals schnell in einen 12- Punkte Rückstand, sodass sich Dörband bereits nach 1,5 Minuten zur nächsten Auszeit gezwungen sah. Hier machte er seinem Unmut Luft und forderte mehr Einsatz. Und ab Mitte des dritten Viertels setzte die Mannschaft dies dann auch endlich um. Aggressive Verteidigung, gute Rotationen und schnelle Gegenangriffe brachten die Sharks in dieser Phase zurück in die Spur. Man konnte das Viertel mit einem 15:2- Run beenden. Thore Christiansen trieb die starke Teamdefense als unermüdlicher Verteidiger voran und Lukas Strietholt konnte dies in der Offensive ezu Punkten in der Zone nutzen. Durch die aggressive Verteidigung konnten Steals generiert werden, wichtige Bälle wurden erobert und die Gegner wurden zu Turnovern gezwungen. Dies war nun das Spiel des KTBs. Mit dem Abpfiff des dritten Viertels war die Körpersprache wieder da und diese sollte in Viertel Nummer vier aufrecht erhalten bleiben.
Auch im letzten Abschnitt wurde die Intensität in der Verteidigung hochgehalten und die Zone konnte jetzt öfter attackiert werden. In Minute 34 konnte man erstmalig die Führung auf 8 Punkte ausbauen. Die erstmalig wieder in begrenzter Anzahl und mit Abstand zum Spielfeld anwesenden Zuschauer sorgten darüber hinaus für eine noch bessere Stimmung in dieser Phase. Nachdem die Gäste abermals in Person von Center Tobias Schramm (30 Punkte bei 22 Freiwurfversuchen) wieder auf einen Punkt herankamen war die Stimmung in der Halle spürbar angespannt und das Spiel befand sich mitten in der Crunchtime. Die Kieler sorgten mit unachtsamen Angriffen dafür, dass die Ostholsteiner auf 69:70 herankamen, ehe Patrick Martin mit dem wichtigsten seiner insgesamt fünf Dreier die Führung auf 73:69 erhöhte. Doch auch dies konnten die Ostholsteiner aufgrund ausbleibender offensiver Erfolge der Sharks kontern und kamen wiederum auf einen Punkt heran. Als dann wiederum Tobias Schramm an der Linie stand und die Chance zur Führung hatte, drohte das Spiel zu kippen. Doch dieser zeigte Nerven und verfehlte beide Versuche. Topscorer Noah El-Samalouti konnte dann mit einem starken Drive auf den Endstand von 75:72 stellen, da die Gäste auch den darauffolgenden Wurfversuch nicht trafen und es verpassten mit einem Foul die Uhr anzuhalten. So war der Jubel bei der Mannschaft sowie bei den Zuschauern groß und die Erleichterung zu spüren.
Der Trainer war glücklich und stolz auf die Entwicklung der Mannschaft während des Spiels. „Wir sind eine Defensemannschaft und das hat uns heute den Sieg gebracht“, ließ er seine Mannschaft nach dem Spiel wissen. Auch wenn die Leistung am Samstagabend alles Andere als souverän war, dürfen die Sharks sich über die weiterhin weiße Weste freuen. Jetzt gilt es dennoch den vollen Fokus auf das nächste Wochenende zu legen, wenn es zum absoluten Top- Spiel der Liga kommt. Dort steht am Sonntagnachmittag das Auswärtsspiel beim bisher ebenfalls ungeschlagenen Tabellenführer in Norderstedt auf dem Programm. Diese konnten ihre fünf Spiele fast ausnahmslos eindrucksvoll und deutlich gewinnen und werden ebenso wie die Sharks weiterhin ungeschlagen bleiben wollen. In der Trainingswoche wird nun der volle Fokus auf dieses Spiel gelegt, in die man nach dem knappen Erfolg mit Selbstbewusstsein starten kann.
Für den KTB spielten:
Thore Christiansen, Sven Herschel (8 Punkte; 1 Dreier), Tobi Amling, Simon Weinberg (4), Marvin Afanyibo (2), Patrick Martin (17; 5), Lukas Strietholt (12), Noah El- Samalouti (21; 2), Bene Möller (1), Rico Klimpel (5), Paul Menge (3; 1) und Christian Mourou (2)