Da auch viszerosensible (viscera „Eingeweide“, „innere Organe“) Empfindungen über die Spinalnerven übertragen werden, diese aufgrund fehlender Erfahrungen der zuständigen Region der Großhirnrinde aber nicht einem genauen Ort zugeordnet werden können, werden diese Schmerzen vom Großhirn (fälschlicherweise) entsprechenden sensiblen Hautgebieten, meist dem des gleichen Spinalnervs, zugeordnet, so beispielsweise Schulterschmerzen bei Oberbauchperitonitis.
Bei Erkrankungen innerer Organe kann sich so eine Überempfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen in einem bestimmten Hautareal, der sogenannten Head’schen Zone einstellen. Dieses Phänomen wird in der Diagnostik als Head-Zonenprobe (auch Kalchschmidt-Probe) untersucht. Es können auch übertragene Schmerzen (genannt auch reflektierte Schmerzen[2]) in der Muskulatur (Myotom) des entsprechenden Segments auftreten (Mackenzie-Zone). Ein Beispiel dafür sind ausstrahlende Schmerzen bei Angina Pectoris. Die Head’sche Zone (auch Head-Zone), benannt nach dem englischen Neurologen Sir Henry Head (1861–1940) wird als Hautareal definiert, in dem aufgrund des gegliederten Körperaufbaus (→ Metamerie) eine über das zugehörige Rückenmarkssegment laufende Querverbindung zwischen dem somatischen und dem vegetativen Nervensystem besteht. Diesem Areal sind bestimmte innere Organe zugeordnet, siehe nachfolgende Tabelle. Die Head’sche Zone, die einem bestimmten Organ zugeordnet ist, kann sich über mehrere Dermatome erstrecken, weist jedoch einen reflektorisch bedeutsamen Maximalpunkt auf. Eine Irritation des zugehörigen inneren Organs kann über einen viszerokutanen Reflex eine meist gleichseitige Schmerzzone zur Folge haben (Hyperalgesiezone). Dieses Phänomen wird übertragener Schmerz genannt. Der Schmerz kann u. U. auf Nachbarsegmente oder die ganze Körperhälfte übergreifen (Generalisation). Einige alternativmedizinische Methoden sollen angeblich zur Beeinflussung innerer Organe eine Umkehr des Reflexgeschehens nutzen, indem bestimmte Hautzonen mechanisch, thermisch oder pharmakologisch beeinflusst werden. Diese Methoden, für welche keine wissenschaftliche Evidenz existiert, werden Reflextherapien genannt.[3][4] https://de.wikipedia.org/wiki/Dermatom_(Anatomie)#Übertragener_Schmerz_(Reflektierter_Schmerz)
Wie die Wirbelsäule die gesamte Haut abdeckt - jeder Wirbel deckt ein anderes Haut-Areal ab - insgesamt das ganzheitliche Gefühl aller Richtungen und Begrenzungen des INNEN, das exakt bis zur Haut geht: a) Segmentale oder radikuläre Innervation: Dargestellt sind die von jeweils einem Rückenmarksegment bzw. der rechten und linken Hinterwurzel innervierten Hautareale (Dermatome).
Bei einer Hinterwurzelverletzung (z. B. bei einem Bandscheibenvorfall, Abb. C-1.23) können Sensibilitätsstörungen nach diesem Muster auftreten, wobei durch den Sicherheitsfaktor der überlappenden Dermatome (Abb. B-3.11) mehrere Wurzeln geschädigt sein müssen, damit es zu einem komplett anästhetischen Hautbezirk kommt (s. o.). b) Innervation durch periphere Nerven: Die Gebiete, die durch jeweils einen peripheren Nerv innerviert werden, ergeben ein anderes Muster, da sich die Fasern eines Spinalnervs aufteilen und –jeweils mit Fasern aus anderen Rückenmarksegmenten zusammen –in verschiedenen peripheren Nerven zu dem von ihnen innervierten Hautareal ziehen. Wird ein peripherer Nerv kurz vor dem Versorgungsgebiet geschädigt (z. B. bei Quetschung oder Schnitt im Rahmen eines Unfalls), treten Sensibilitätsausfälle (Anästhesie/Hypästhesie) in dem versorgten Hautgebiet auf.
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Festhalten würde ich allerdings aus dem Blickwinkel von der Wirbelsäule, daß deren Nerven jeweils bis zur Haut (als "äusserstes" Ende) verlaufen. Die Haut liesse sich also als das neuronale Ende der Wirbelsäule beschreiben!! Über die Haut lässt sich also die gesamte Wirbelsäule stimulieren!! Die beiden letzten Sätze finde ich in unserem Sinn Zentral.