Clips aus den Filmen Tränen der Erinnerung, Poetry und Tree of Life.
In Tränen der Erinnerung reist eine 27-jährige Frau aus Tokio zur Safranernte aufs Land. Erinnerungen an ihre Kindheit begleiten sie und kommen ihr in die Quere. Die Clips verbinden zwei Alltagsmomente der Heldin – ihre Welt als zehnjähriges Kind und ihre Welt als erwachsene Frau – zu einem poetischen Echo.
In Poetry will eine alternde Frau, bevor Alzheimer ihr das Bewusstsein raubt, noch ein Gedicht schreiben. Die Clips beobachten, wie in dem Lyrikkurs, den sie dafür an der Volkshochschule besucht, die Poesie des persönlichen Alltags in Erscheinung tritt.
Tree of Life ist voller Erinnerung an die Kindheit der Hauptfigur.
Der Film Poetry, der die Entstehung eines Gedichtes zeigt, wäre hier ganz zu sehen.
Auch dem Autor James Joyce lag daran, das Besondere im Alltäglichen zu entdecken. Die "Epiphanie" bezeichnet bei ihm einen plötzlichen Moment der Erkenntnis oder Offenbarung, in dem eine Figur oder der Leser eine tiefere Wahrheit über die Welt, eine Situation oder sich selbst begreift. Der Begriff stammt ursprünglich aus der christlichen Tradition und meint die Erscheinung des Göttlichen, wurde aber von James Joyce für die Literatur fruchtbar gemacht. Bei Joyce beschreibt die Epiphanie einen Augenblick, in dem das Gewöhnliche, oft Banale, plötzlich durchsichtig wird und sein eigentliches Wesen offenbart. Es ist ein Moment intensiver Wahrnehmung, in dem sich in einer alltäglichen Begebenheit, einer Geste, einem Wort oder einem Bild eine verborgene Bedeutung zeigt. Diese Erkenntnis kommt unvermittelt, blitzartig, und verändert das Verständnis dessen, was man sieht oder erlebt. Die Epiphanie ist nicht das Ergebnis logischer Schlussfolgerung, sondern eine intuitive Einsicht, die oft schwer in Worte zu fassen ist. Sie kann für die betreffende Figur einen Wendepunkt bedeuten oder einfach ein flüchtiger Moment der Klarheit sein, der wieder vergeht, aber eine Spur hinterlässt. Die kongeniale Verfilmung seiner Kurzgeschichte Die Toten, die in einer Epiphanie gipfelt, ist hier zu sehen.
Zur gewöhnlichen Quelle der Inspiration hier auch Drehbuchautor John Patrick Shanley an der Hochschule für Fernsehen und Film.