In den klassischen MINT-Fächern sinkt die Anzahl der Studierenden kontinuierlich leicht ab, derweil der entsprechende Frauenanteil daran etwas zugenommen hat.
Die Zahlen in dieser Sammlung unterscheiden sich radikal von mir hier genutzten offiziellen Zahlen. Habe eine Anfrage an das Stat. Bundesamt gestellt, um die Unterschiede zu verstehen.
Trotz des hohen Bedarfs und der guten Jobaussichten boomen die Erstsemesterzahlen im MINT-Sektor leider nicht
"Etwa 50 Prozent der MINT-Studienanfängerinnen und -anfänger entscheiden sich für die Aufnahme eines ingenieurwissenschaftlichen Studiengangs. Dieser Anteil nimmt jedoch seit 2015 stetig ab. Auf der Beliebtheitsskala der MINT-Studienfächer folgen die Naturwissenschaften und die Informatik mit jeweils rund 20 Prozent und die Mathematik mit zehn Prozent der MINT-Studierenden im ersten Semester."
Insgesamt ist im Wintersemester 2022/2023 ein (weiterer) Rücklauf der Gesamtzahl sämtlicher Studierender zu verzeichnen.
Jedoch haben sich wieder mehr Studierende in Informatik und Maschinenbau eingetragen als zuvor. Insofern ist dieser Trend der immer niedrigeren Erstsemesterzahlen offenbar gestoppt.
Gleichwohl wächst die Abbruch- und Wechselquote in MINT-Studiengängen kontinuierlich an.
"Die Wechsel- und Abbruchquote in den MINT-Fächern ist im Jahr 2020 mit rund 53 Prozent, laut IW Köln, so hoch wie nie zuvor. Das DZHW berechnet 2020 eine etwas geringere Quote in Mathematik/Naturwissenschaften (43 Prozent) und in den Ingenieurwissenschaften (35 Prozent) im universitären Bachelorstudium. Die Gründe für den Abbruch eines MINT-Studiengangs sind vielfältig, hauptsächlich lassen sich jedoch zwei Faktoren ausmachen: Einerseits liegen die Interessen der Studierenden und die tatsächlichen Studieninhalte zu weit auseinander, andererseits bringen die Studienanfängerinnen und -anfänger keine ausreichenden Voraussetzungen für ein erfolgreiches MINT-Studium mit. Hier führen vor allem die unzureichenden mathematischen Kompetenzen der Studierenden zum Scheitern des Studiums. Viele MINT-Studiengänge haben keine Zulassungsbeschränkungen, sodass auch Abiturientinnen und Abiturienten mit erheblichen MINT-Defiziten ein Studium aufnehmen können. Für die kommenden Jahre ist eine weiter steigende Wechsel- und Abbruchquote wahrscheinlich, da Universitäten und Hochschulen ihre Prüfungsregelungen pandemiebedingt eher großzügiger gehandhabt haben und vermutlich mehr Studierende nicht prüfungsaktiv sind.
Um die hohe Wechsel- und Abbruchquote in den MINT-Fächern von Studienbeginn an zu senken, können Zulassungsbeschränkungen oder Eignungsfeststellungsverfahren helfen. Zudem ist es wichtig, die Studienberatung an den Hochschulen und vor der Aufnahme des Studiums zu intensivieren. Dies hilft Interessierten dabei, ein Fach zu finden, dessen Inhalte besser zu ihren individuellen Interessen passen. Mit sogenannten Self Assessments bieten Hochschulen Interessierten die Möglichkeit, sich über Studieninhalte zu informieren und ihr eigenes Kompetenzprofil mit den für die jeweiligen Fächer erforderlichen Kompetenzen abzugleichen. Außerdem unterstützen zusätzliche Angebote wie Brücken- oder Vorkurse die Studierenden zu Studienbeginn. Die Erstsemester lernen die fachlichen Voraussetzungen für ein erfolgreiches MINT-Studium kennen und können ihre Defizite vor allem im mathematischen Bereich ausgleichen. Zudem sollten Universitäten und Hochschulen ihre Didaktikkonzepte prüfen und weiterentwickeln – Unterstützung können sie dabei zum Beispiel von der im Jahr 2020 gemeinsam von Bund und Ländern etablierten Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“ erhalten."
Okay, das Problem ist grundsätzlich erkannt, dass auch die Didaktik entwickelt werden muss ...