"Die Studie „MINT-Herbstreport“ zeigt, dass die Arbeitskräftelücke im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) trotz Ukraine-Krieg und der damit verbundenen konjunkturellen Abkühlung auf hohem Niveau bleibt. Die MINT-Lücke erreicht im Oktober 2022 mit insgesamt rund 326.100 einen der höchsten Werte für den Monat Oktober. Engpässe sind in den IT-Berufen und Berufen der Energie- und Elektrotechnik zuletzt stark gestiegen. Im Baubereich nehmen Engpässe wieder leicht ab. MINT ist zur Erreichung von Erfolgen in Transformationsprozessen zentral und sichert die Zukunftsfähigkeit unseres Landes."
Grafisch stellt sich der MINT-Bedarf wie in der nachfolgenden Abbildung dar.
Auf der rechten Seite erkennt man schnell die Corona-Delle und anschließend den Anstieg des erhöhten Bedarfs an ausgewiesenen Expert*innen (dunkelblau) aufgrund des beschleunigten Transformationbedarfs. Aber auch an Fachkräften (beige) mangelt es sehr, wobei hier noch im traditionellen Sinne auf die Abschlüsse geschaut wird, was sich gerade in diesen Sektoren zunehmend auflöst.
Wir haben einen Innovationsstau und angesichts der Klimakrise einen unglaublichen Druck, in den nächsten 3 bis 5 Jahren die Zügel rumzureißen und technologisch neue Wege zu gehen.
Dies ist wichtig, sich vor Augen zu führen: Es geht bei MINT nicht nur um die Entwicklung datengetriebener, neuer Geschäftsmodelle, sondern vor allem auch um die Entwicklung neuer, sinnvoller, klimafreundlicher Technologien und Produkte.
Bei der Vorstellung des MINT-Herbstreports 2022 identifizierte man drei Strategien, um den Bedarf zu decken:
Kurzfristig: Schnelle Integration ausländischer Fachkräfte
Mittelfristig: Weiterbildung für alle Erwerbstätigen
Langfristig: Bessere Ausbildung der Schüler*innen
Mit Blick auf die Mathematik sind hier v.a. die Aus- und Weiterbildung zu diskutieren. Es besteht aktuell ein mindestens zweigleisiger Handlungsbedarf, um der Dringlichkeit des Problems Genüge zu tun.