Die Privat-Bibliothek von Amos Vogel befindet sich im Österreichischen Filmmuseum und beinhaltet mehr als 8.000 Bücher, Zeitschriften und Juvenalia.
Amos Vogel wurde am 18. April 1921 in Wien als Amos Vogelbaum geboren. 1938 emigrierte er über Kuba in die USA, wo er bis zu seinem Tod am 24. April 2012 in New York und Philadelphia lebte. Amos Vogel war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der internationalen Filmkultur. Er war Gründer und Kurator von Cinema 16 (1947–1963), dem größten Filmclub der USA mit Schwerpunkt auf unabhängigen Film; Gründungsdirektor des New York Film Festival (1963–1968) mit Fokus auf zeitgenössische Avantgarde; Essayist und Autor des filmtheoretischen Standardwerks Film als subversive Kunst (1974); Professor für Film Studies an der Annenberg School for Communication der University of Pennsylvania; Vortragender, Kritiker und Berater bei zahlreichen internationalen Filmfestivals.
Mit seinem provokanten Verständnis von Film als subversiver Kunst stellte Amos Vogel das gewohnte Filmverständnis vehement in Frage und setzte sich für einen kinematographischen Kosmos voller verpönter, vergessener, widerspenstiger und zensurierter Werke ein. 2021 hätte dieser Protagonist des kuratorischen Widerspruchs seinen 100. Geburtstag gefeiert. Das Österreichische Filmmuseum würdigte den in Wien geborenen Vogel mit einer Reihe von Projekten und Aktivitäten, die das ganze Jahr über stattfanden.
Eine der zahlreichen Bemühungen Amos Vogels bestand in seiner innovativen Arbeit zu Forschung, Reflexion und Vermittlung des und subversiven Potentials von Film. Die Vorstellungen des Cinema 16 waren von Einführungen, Gesprächen und Debatten begleitet; beim New York Film Festival legte er einen Schwerpunkt auf Vermittlungsprogramme, Symposien und Diskussionen; und noch vor seiner jahrzehntelangen Lehrtätigkeit an der Annenberg School for Communication organisierte er 1967 eine Konferenz für Filmpädagogik.