Aschhausen gehört seit 1972 als eine von neun Ortschaften zur Gemeinde Schöntal.
Reste der Ruine Urhausen beim „runden Häuschen“
Schloss Aschhausen heute
Karte von 1796 aus dem Landesarchiv, Bestand N 11 Nr. 4 (ursprünglich aus Schöntaler Bestandsaufnahme), zeigt die drei Gemarkungen Aschhausen, Ottenhausen (links in blau) und Urhausen (oben rot umrandet). Unglaublich, wie detailgenau die Karte schon damals aufgemessen und gezeichnet wurde und wie schön sie auch heutige Größen vieler Wald- und Flurstücke sowie Gemarkungsnamen widerspiegelt (Bitte beachten: Der Nordpfeil zeigt nicht, wie heute üblich, nach oben).
Es geht in der Urkunde nicht um die Ortschaft Aschhausen, sondern um die Anfänge Schöntals. Das Kloster wurde hier zum ersten Mal „Speciosa Vallis“ Schöntal genannt. Wichtig für uns Aschhäuser ist, dass ein “Theodericus de Askeshusen“ als 14. von 26 Zeugen die Richtigkeit dieses Dokuments bezeugt hat und damit auch gleichzeitig den Beweis seiner Existenz erbringt. Die Besiedlung in dieser Gegend hat schon vor 1163 begonnen. Erste Aschhausen-Nennungen finden sich bereits Mitte des 11. Jahrhunderts - allerdings ohne exakte Datierung und ohne Urkunden.
Die alte Burg stammt aus dem 12 . / 13. Jh., war ab 1315 Mainzer Lehen und wurde 1523 abgebrannt. Nur der Bergfried blieb erhalten. Der zweite Bau ist aus dem Jahre 1579 und wurde 1713 - 1740 so umgestaltet, wie wir ihn heute kennen. Verschiedene Herren von Aschhausen lebten hier vom 12. Jh. bis 1657, die Äbte aus Schöntal von 1671 - 1802 und ab da gehörte das Schloss den Reichsgrafen von Zeppelin-Aschhausen.
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Am Ende des Hochmittelalters ist die Besiedlung unsers Tales zum größten Teil abgeschlossen. Durch die Realteilung (Erbe wird auf alle Erben verteilt) gab es sehr viele kleine Burgen. Zahlreiche Auseinandersetzungen trugen dann dazu bei, dass viele Siedlungen und kleinere Burgstellen aufgeben wurden. Auf der Gemarkung von Aschhausen finden sich zwei solcher „Wüstungen“.
Ottenhausen (Ödenhausen):
Von dieser Wüstung gibt es keine oberirdischen Zeichen mehr. Lediglich Flurnamen wie Hausgiebel erinnern an eine Siedlung. In einer Oberamtsbeschreibung wird Ottenhausen schon 1564 als „öde“ bezeichnet. Am Nordhang zwischen Ottenhausen und Aschhausen sind unter dem Wald noch unterschiedliche Ackerterrassen aufzufinden.
Urhausen:
An einer Krümmung des Erlenbachs genau unterhalb des Ringwalles sind die Reste eines Burgturmes erhalten. Etwa 20 Meter über der Talaue befindet sich die Burgstelle Urhausen. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um eine kleine Schirmburg, die einzelne Hofgruppen (Curia) vor Überfällen schützen sollte. Wie so oft bei Burgen dieser Art lässt sich das Alter nicht genau datieren. In der ersten urkundlichen Erwähnung 1228 wurden als Besitzer die Herren von Boxberg genannt. 1308 — 1505 sind Herren von Urhausen genannt. Nach vielfachem Besitzwechsel ging die 1434 bereits als Burgstall bezeichnete Anlage an die Herren von Aschhausen über. Entgegen früherer Erkenntnisse hat dieser Turm wohl nichts mit dem darüber liegenden Ringwall zu tun. Der Gemarkungsname mit Grenzen hat sich bis in die heutige Zeit erhalten, Bieringen und Aschhausen stritten sich eine Weile um das Gebiet, bis es schließlich 1834 Aschhausen zugeschlagen wurde.“
In diese Zeit um 1200 bis 800 v. Chr. datiert man die Entstehung der Ringwallanlage auf dem Zargenbuckel im Gewann Platte. Auf einem nach Süden spitz zulaufenden, bewaldeten Höhenrücken haben der Erlenbach im Osten und ein parallel verlaufender Bach einen steilen Sporn herausgeschnitten. Der Name Zargenbuckel kommt von Zargen und bedeutet Schild oder Schutz. Dieser Sporn wird von einem mächtigen Ringwall, heute immer noch über 4,5 Meter hoch, und verschiedenen davorliegenden Gräben geschützt. Der 133 m lange Wall verläuft sichelförmig an der engsten Stelle des Sporns und sichert ein ca. 5-6 Hektar großes Areal gegen die dann breiter werdende Hochfläche ab.
Verschiedene Grabungen ergaben zwei größere Siedlungsperioden. Zwischendurch wurde der Wall durch Feuer zerstört. Man vermutet, dass dieser Wall keltische Siedlungen schützte.
Nach den Funden schätzt man den Ringwall gut 1000 Jahre älter als den Limes, daher vermutet der Limes-Fachmann Gerhard Krautter aus Forchtenberg, dass unsere Anlage „das älteste noch sichtbare Bauwerk im Hohenlohekreis“ sein könnte.
Auf dem Pfad der Stille können die Ringwallanlage auf dem Zargenbuckel und die Ruine Urhausen besichtigt werden.
Wer sich genauer für dieses Thema interessiert, dem ist die wissenschaftliche Publikation des Landesdenkmalamtes von 1993: „Der Zargenbuckel bei Schöntal-Aschhausen“ zu empfehlen, da hier alle vorangegangenen Untersuchungen mit einbezogen wurden.
Darstellung Zargenbuckel, Ringwall und Urhausen Flurkarte NO 8231/32 von 1834
Topographische Aufnahme J. Steiner 1899