Mein Name ist, meine Hobbys sind, ich bin x Jahre alt...
Diesen Vorspann erspare ich uns mal lieber. Kurz gesagt, mein Leben ist sehr abwechslungsreich, auch privat.

In der ehemals Deutschen Demokratischen Republik (DDR) geboren, wurde ich ständig zwischen zwei System hin und her gerissen. Auf der einen Seite die Doktrin der Arbeiter- und Bauernmacht, auf der anderen Seite die Weltanschauung der Kirche. Beides habe ich irgendwie nie richtig zusammen gebracht. Daher kommt vermutlich mein Drang, ständig alles hinterfragen zu müssen, auch heute noch. Meine Schulzeit war ätzend. Ich verstand den Sinn nicht, warum man sich 6 Stunden am Tag an einen Stuhl gefesselt von ideologisch geprägten, alles besser wissen wollenden, Lehrern traktieren lassen muss. Es wurde mir bis zuletzt nie richtig erklärt.

Meine Lehre verlief nicht besser. Während der Ausbildung zum Anlagenmaschinist bei der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft (SDAG) WISMUT tat ich mein Bestes, um nicht aufzufallen. Mit mäßigem Erfolg. Meine Einstellung zur sozialistischen Diktatur konnte ich nur schwer unterdrücken.  Deshalb bin ich oft genug angeeckt. Ein Erlebnis ist mir in Erinnerung geblieben. Ich war zur Musterung bei der Nationalen Volksarmee (NVA) vorgeladen. Das Tribunal, bestehend aus vier hochrangigen Offizieren, wusste, dass ich den Dienst an der Waffe verweigern würde. Man bot mir einen Deal an. Wenn ich aus der Kirche austreten würde, dann dürfte ich im Musikcorps der NVA mitspielen. Das sei eine große Ehre, schwärmte man mir vor. Es gibt Menschen, die für weniger Ehre ihr Kreuz gegen das FDJ-Hemd ausgetauscht haben (siehe dieses Beispiel). Mit mir ging das nicht. Die Antwort lautete NEIN: Damit war dann auch die Variante Bausoldat vom Tisch und ich bekam die Einberufung zum Wehrdienst an der Waffe.

Nach meiner sehr anstrengenden 25 jährigen Ehe, aus der drei wunderbare Kinder erwachsen sind, brauchte ich etwas Zeit, mich neu zu sortieren. Glücklicherweise lernte ich vor einigen Jahren eine tolle Frau kennen, mit der ich mich ausgezeichnet verstehe. Sie hat ähnliche Ansichten wie ich und ihr Leben verlief auch nicht besonders gut. Wir leben zusammen in einem kleinen Häuschen mit einem leider viel zu großen Garten, der allein kaum zu bewirtschaften ist. Deshalb bringe ich mich ein und versuche ein guter Gärtner zu werden. Ein paar Dinge habe ich schon gelernt, wie auf den Fotos zu sehen ist.

Ich bin gespannt, was das Leben noch so bringt. Einige Weggefährten, auch sehr nahestehende, sind leider nicht mehr da. Ich denke oft an sie zurück und überlege, ob ich zu Lebzeiten gut genug zu ihnen war. Meinem Vater hätte ich gern mehr geholfen, als es ihm schlecht ging. Aber irgendwie ist immer irgendwas, das einen von den eigentlich wichtigen Dingen abhält...

Nicht immer leicht: Im Garten fallen auch körperlich schwere Arbeiten an. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und Spaß dabei.

Die ersten Erdbeeren im Jahr sind immer die leckersten. Inzwischen bin ich regelrecht süchtig danach. Hmmm - einfach köstlich...

Hier beim Paletten streichen. Eine meiner leichtesten Übungen. Da sieht man wenigstens, was man gemacht hat.

Mein Birnenbäumchen habe ich von Claudia geschenkt bekommen. Es wächst und gedeiht, weil es von ihr liebevoll gepflegt wird.