Seit 2012 engagiere ich mich in der Aufarbeitung des NSU-Komplex, zunächst in Köln, mit ersten Publikationen, Aktionen und Organisierungen sowie der Gründung der Gruppe Dostluk Sinemasɪ, die 2012 / 2013 die erste Veranstaltungsreihe zur Nagelbombe auf der Keupstraße durchgeführt hatte. Es folgte 2013 die Gründung der Initiative „Keupstraße ist überall“. In diesem Rahmen fanden auch die ersten Betroffenentreffen von Angehörigen der Opfer im NSU-Komplex statt. Ausgehend von der Organisierung der betroffenenzentrierten Aufarbeitung in Köln bildete sich das bundesweite Aktionsbündnis „NSU-Komplex auflösen“ gemeinsam mit zahlreichen anderen Akteuren und Initiativen.
Das Bündnis organisierte unzählige Veranstaltungen, Workshops, Publikationen, Plakatkampagnen u.v.m. im engen Austausch mit Angehörigen der Opfer und ihren Anwält*innen und vielen weiteren zivilgesellschaftlichen Trägern, etwa NSU-Watch und anderen. Aus dem Aktionsbündnis ging 2017 auch das Tribunal „NSU-Komplex auflösen!“ hervor, das der unbefriedigenden Aufarbeitung vor dem OLG München, aber auch dem institutionellen Rassismus im NSU-Komplex, eine zivilgesellschaftliche Aufarbeitung des NSU-Terrors entgegenstellte. Gemeinsam mit den Betroffenen entwickelte es eine eigene Untersuchung der neonazistischen Netzwerke, sowie des behördlichen und medialen Handelns und deren Opfer-Täter-Umkehr.
Meine Arbeit ab 2014 lag in der Initiierung, Organisierung und Durchführung des Tribunal "NSU-Komplex auflösen!", in der Pflege der Netzwerke mit Betroffenen und Initiativen, in der Organisierung von bildungspolitischen Veranstaltungen und Performances sowie in der Erarbeitung von Aufklärung und der gesellschaftlichen Diskursintervention.
Im Zuge dieser Arbeit sind zahlreiche Materialien, Texte und andere Formate entstanden. Vor allem aber sind während dieser mehr als zehn Jahren vertrauensvolle und belastbare Kontakte und Netzwerke entstanden. Diese Arbeit habe ich ab 2016 im institutionellen Rahmen meiner Arbeit als Referent für Migration in der Rosa-Luxemburg-Stiftung fortgeführt.
Seit 2019 bin ich darin aktiv, diese Netzwerke zum NSU-Komplex in die solidarische Arbeit nach Halle und Hanau zu tragen und bildnerisch zu begleiten und die Vernetzung mit anderen Betroffenen zu ermöglichen und die gemeinsame Erinnerungskultur zu stärken. 2023 war ich Teil der Entwicklung der Machbarkeitsstudie zum NSU-Dokumentationszentrum und stehe in Kooperation mit dem Interims-Zentrum in Chemnitz.
Im Laufe dieser Jahre bin ich mit meiner Arbeit neben den Angehörigen, Betroffenen, Gedenkinitiativen und Wissenschaftler*innen mit zahlreichen institutionellen Trägern, Stiftungen und Kultureinrichtungen in Kontakt gekommen.