Das Kaninchen ist, was es frisst
Erkenntnisse über die Ernährung von Kaninchen
Futtermittel oder –pflanzen, die Kaninchenzüchter für die Fütterung nutzen und die nicht analysiert wurden, werden häufig als prekär für die Tiere angesehen. Kaninchen fressen in der Regel nur das obere Drittel von den Blättern, in dem sich die Nährstoffe konzentrieren und nur wenige Pflanzenfasern enthalten sind. Die Samen verschiedener Pflanzen decken beim Wildkaninchen dessen Energiebedarf, auch Hauskaninchen lassen sie sich gern schmecken. Ebenso beliebt sind die Samenstände von Kräutern, etwa von Breitwegerich.
Kaninchen gehören in die Gruppe der Blattfresser. So werden Tierarten bezeichnet, deren Hauptnahrung aus den blättrigen Teilen grüner Landpflanzen besteht. Diese setzen sich beim Kaninchen überwiegend aus Süßgräsern und Kräutern zusammen. Je nach Aufenthaltsort, Jahreszeit und individuellen Vorlieben oder körperlichen Befinden wird der Hauptteil der Nahrung durch Samen, Moose, Pilze, Rinden und Wurzeln ergänzt.
Da der Wassergehalt in Wiesenpflanzen 75 – 85 % beträgt, müssen die Kaninchen ein entsprechendes Nahrungsvolumen aufnehmen, das für die Füllung de fünf bis sieben Meter langen Darms und einen stetigen Transport des Nahrungsbreis sorgt. Die frische, blättrige Nahrung enthält zwischen 2,0 und 4,5 % Rohprotein, etwa 1 % Rohfett und 2 – 6 % Rohfaser.
Die natürliche Nahrung des Kaninchens bildet in verarbeiteter Form die Grundlage von industriellen Fertigfuttern. Dafür werden die Pflanzen getrocknet, zermahlen und in Stäbchenform gepresst. Das Resultat wird als „Pellets“ bezeichnet.
Seit einigen Jahren gibt es auch sogenannte „Strukturfutter“, deren Bestandteile nur grob zerkleinert, nicht gemahlen, und teilweise zu Blöcken gepresst werden. Für „Pellets“ gibt es seit Jahrzehnten verschiedene Empfehlungen für Nährstoffgehalte.
Bei Alleinfutter ergeben sich zurzeit etwa folgende Inhaltsangaben: Rohprotein etwa 15 %, Rohfett etwa 3 %, Rohfaser etwa 16 %, der Wassergehalt kann mit etwa 10 % angenommen werden.
Weitere Informationen bzw. Fachliteratur erhalten alle Interessenten bei den Hollager Kaninchenfreunden oder unter der Tel.-Nr. 9104.
Pressewart
Franz Hollermann