Jesus wurde zum Haus des Hohen Priesters gebracht, wo die obersten Priester, die anderen führenden Männer des Volkes und die Schriftgelehrten sich versammelt hatten.
Währenddessen versuchten die obersten Priester und der gesamte Hohe Rat Zeugen zu finden, die gegen Jesus aussagten, damit sie ihn zum Tod verurteilen konnten. Doch alle ihre Bemühungen waren vergebens. Zwar sagten viele falsche Zeugen gegen ihn aus, aber sie widersprachen einander. Schließlich standen ein paar Männer auf und behaupteten: »Wir haben gehört, wie er sagte: `Ich werde diesen Tempel, der von Menschen errichtet wurde, zerstören und in drei Tagen einen neuen bauen, der nicht von Menschen erbaut ist.´«
Doch auch ihre Aussagen stimmten nicht überein.
Da stellte sich der Hohe Priester vor die anderen hin und fragte Jesus: »Willst du denn überhaupt nicht reden? Was hast du zu diesen Anklagen zu sagen?« Jesus gab keine Antwort. Der Hohe Priester fragte ihn: »Bist du der Christus, der Sohn Gottes, des Hochgelobten?« Jesus antwortete: »Ich bin es. Ihr werdet den Menschensohn zur Rechten Gottes, des Allmächtigen, sitzen und auf den Wolken des Himmels wiederkommen sehen.«
Da zerriss der Hohe Priester sein Gewand und sagte: »Wozu brauchen wir noch weitere Zeugen? Ihr habt alle seine Gotteslästerung gehört. Wie lautet euer Urteil?« Und sie verurteilten ihn zum Tod.
Einige begannen, Jesus anzuspucken; sie verbanden ihm die Augen und schlugen ihm mit den Fäusten ins Gesicht. »Du Prophet, sag uns, wer hat dich gerade geschlagen?«, höhnten sie. Und selbst die Wachen prügelten auf ihn ein, als sie ihn abführten.
Markus 14,53 + 55-65
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Gestaltung: Klasse 9 Taunusschule Bad Camberg
Erklärung zur Station 7:
Die Klasse 9 der Taunusschule hat im Religionsunterricht gemeinsam die Station „Verhör vor dem Hohen Rat“ gestaltet. Hier wird gezeigt, dass Jesus vor Gericht steht. Auf der linken Seite wird die Sichtweise von Jesus dargestellt, auf der rechten Seite die Sichtweise des Hohen Rates. Daraus ergibt sich die zentrale Frage: Ist Jesus schuldig oder nicht? Auf Grundlage dieser unterschiedlichen Perspektiven hat die Klasse 9 anschließend ein eigenes, persönliches Urteil gebildet.