In erster Linie wollte ich nur Handballtrainer für Kinder- und Jugendmannschaften sein. Aber "das Leben ist kein Ponyhof".
Schon in jungen Jahren, mit 20, hat man mir die Aufgabe übertragen Jugendmannschaften zu trainieren. Sicher auch aus der Not geboren, dass man zu wenige für so eine Aufgabe begeistern konnte. Schon damals hat es mir riesigen Spaß gemacht, gerade den pubertierenden Jungs (C-Jugend), den Handballsport intensiv näher zu bringen. Wenn man dann auch noch erfolgreich ist, umso schöner. Kurze Auszeit durch Bundeswehr (1983-1985) und weiter ging es mit Jungs in der C- und B-Jugend.
Rot-Weiss-Lüdenscheid 1986 C-Jugend. Vize-Westfalen-Meister.
Nach einer längeren Auszeit (ab1989), Weiterbildung, Hausbauen, Sohn, Wasserball, Marathon, hat man mich doch wieder eingefangen. 1999 ging meine Frau mit unserem Sohn zum Handballtraining. Und, eigentlich hatte sich nicht viel geändert. Wie immer chronischer Trainer- und Betreuermangel. Es kam wie es kommen musste, mit Kathrin Gottwald übernahm ich die F-Jugend von Matthias Schubert. Nein war das herrlich. Von Schleife binden, über die richtige Anzugsordnung, natürlich auch noch fangen, schnappen und werfen, war alles dabei.
Schon früh konnte ich die Jungs begeistern und zu Leistung antreiben. Viele Jungs sind so durch meine Schule, durch meine Art Handball zu vermitteln gegangen (siehe Video).
HSG Lüdenscheid 2000 F-Jugend.
Totales Neuland betrat ich mit einer neuen Herausforderung. Eine sehr reizvolle und anspruchsvolle Aufgabe war es, unsere weibliche A-Jugend durch die Oberliga-Qualifikation zu führen. Als Jungjahrgang und zu Hälfte noch B-jugendlich schaffte man diese doch große Hürde. Kurz danach kam auch noch die 1. Damenmannschaft dazu.
Endlich konnte ich meine Vorstellung von Integration und einheitlichen Lehrplan im Handballsport umsetzen. Ja, ja, das war schon anstrengend. 2 Mannschaften, Funktionsarbeit im Vorstand, neue Homepage bauen und, und, und, das alles in meiner Freizeit, da bleibt was auf der Strecke. Als erstes meine Frau und vor allem ich selber. Die Reisleine musste her und mit dem letzten Spiel meiner Mädels am 06.04.2014 hatte ich einen tollen Ausstand. Noch die Übergabe aller Funktionen und Aufgaben im Verein und endliche Ruhe? Geht das überhaupt?
HSG Lüdenscheid 2014 weibl. A-Jugend.
Ja das hatte nicht lange Bestand diese Ruhe. Saisonwechsel auf der Homepage, Beratung der neuen Funktionsträger und immer mal wieder als Aushilfstrainer der unterscheidlichsten Mannschaften.
Dann kam die Überlegung im Verein: „Sollte die dritte Damenmannschaft weiter überleben?“. Mehrere schwierige Umstände haben das Verhältnis der Spielerinen zum Verein entzweit. „Nur wie bekommt das wieder hin?“. Nun im Sommer 2015 übernahm ich diese Aufgabe und im September 2015 gind die Damen 3 an den Start. Ein wirklich zusamengewürfelter Haufen Mädels mit den unterschiedlichsten Eigenschaften an Spielverständnis, Kondition, Willen und vor allen Einstellung zum Mannschaftssport. Von 16 – 46 Jahren, auch alles dabei. Wir waren nicht gerade erfolgreich, aber alle Mädels, wenn sie dann da waren haben alles gegeben. Ich bin auch um einige Erfahrungen wieder reicher geworden. So habe ich, stand heute, ersteinmal den Wunsch doch aufzuhören. Aber, geht das überhaupt?
HSG Lüdenscheid 2016 Damen 3.
Fazit: Ich habe alles sehr, sehr gerne gemacht. Trainer, Funktionsarbeit und ich habe alles selbständig zugelassen. Kein Grund zum Klagen. Aber ohne die sehr große Unterstützung und Geduld meiner Frau, wäre ich nur halb so erfolgreich gewesen. Ihr gehört den größten Dank, musste sie doch bei vielen privaten Angelegenheiten, zurückstecken.
Allen die mit mir zusammen gearbeitet haben und die ich trainieren durfte, sage ich:
Mal sehen was die Zeit noch so bringt?
(Sage niemals Nie)