Erläuterung:
Der Ochse ist gezähmt. Jetzt kann der Hirte auf ihm heimreiten. Die großen Anstrengungen der Mühe des Zähmens haben sich gelohnt. Der Kampf ist endlich vorbei. Die Welt ist im Gleichklang. Es herrscht die sichere Erkenntnis, dass in letzter Konsequenz alles miteinander verflochten und somit EINS ist. Es gibt keine Gegensätze mehr. Gut, böse, schwarz, weiß, hell, dunkel, hässlich, schön, alles nur Worte. In diesem Stadium hat man erkannt, dass solche Gegensätze letztendlich ein Teil der uns umgebenden Wirklichkeit darstellen. Einer Wirklichkeit, die jedoch auch in ständigem Wandel und somit „Leer“, also ohne dauerhaft gegebene Substanz ist. Es ist schwer, diesen Zustand zu erreichen. Ist es jedoch geschafft, dann ist der Ochse wie ein treuer Freund, glücklich genügsam und zufrieden. Hierin liegt jedoch erneut eine Gefahr. Die Gefahr, diesen Zustand dauerhaft zu erhalten und in eine Anhaftung daran zu verfallen. Wenn Meditationspraxis zur Sucht, zum Selbstzweck und zur Weltflucht führt, dann hat sie ihren Zweck völlig verfehlt.