Erläuterung:
In dieser Phase wird der Ochse, unsere Wesensnatur, mit viel Aufwand gefangen. Das Wesen des Ochsen ist klar geworden. Hat man beim "Finden des Ochsen" diesen lediglich kurz gesehen, geht es nun um die Kultivierung des Ochsen. Wenn wir in unserem Bemühen nachlassen, im Irrglauben dies sei schon das Höchste, was man erreichen kann, dann verschwindet der Ochse alsbald wieder aus unserem Blickwinkel. Übrig bleibt, die bloße Erinnerung daran, den Ochsen einmal gesehen bzw. Erleuchtung einmal kurz geschmeckt zu haben. Wer Erleuchtung erfahren und es als solche erkannt hat, für den hat das weitere Üben höchste Priorität. Der Ochse war lange Zeit ausgerissen und hatte sich in entlegene Gebiete und wilde Gebirgslandschaften des Dualismus verirrt. Und da der Ochse den Einflüssen der Welt so verhaftet ist, ist es nicht leicht, ihn davon zu befreien. Erst nach vielen Jahren der Praxis wird es endlich möglich, den Ochsen einzufangen. Wer wirklich verstanden hat, dass unser wahres Wesen von Anfang an absolut leer ist, der sollte auch erkennen, dass die objektive Welt ebenfalls völlig leer ist. Dies fällt jedoch oft sehr schwer. Darum sollte man immer weiter üben und hart daran arbeiten, Leerheit und Nicht-Dualität zu verstehen und zu begreifen. Ist dies erreicht, dann ist die Zähmung des Ochsen erstmals ganz gelungen.
Man wird sich bewusst: Das ganze Universum ist „Eins“. Wer den Ochsen gefangen hat, sollte sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Hier liegt eine große Gefahr.
Mit aller Kraft sollte man seine Praxis fortsetzen und versuchen, die nächste Station zu erreichen.