Erläuterung:
Mit "Erblicken der Ochsen Spuren" ist meistens gemeint, dass wir die Suche nach unserem Geist, unserer „Buddha Natur“ beginnen. Damit ist zu Anfang oft das konzeptionelle Verständnis der Sutren, der Lehren Shakyamuni und der Patriarchen gemeint. Das Studium dieser Texte ermöglicht ein intellektuelles Verständnis der universellen Erfahrung, von der in den Texten gesprochen wird und damit ein verstandesmäßiges / intellektuelles Begreifen der Existenz des Ochsen. Aber was bedeutet das, ein intellektuelles Verständnis von der Existenz des Ochsen? Die Bedeutung liegt in der grundsätzlichen Überzeugung, dass alles Existierende im universellen Kosmos, dem Universum, vollkommen „leer“, also OHNE fortwährendes, unveränderliches Selbst ist, so wie es auch im Herzsutra gelehrt wird. Man erkennt: das Universum und ICH sind EINS. Doch damit hat man unbemerkt eine Spaltung erzeugt. Erst OHNE das „ICH“ ist alles tatsächlich EINS. Es braucht zum intellektuellen Verständnis unbedingt die persönliche Erfahrung. Zum Erreichen dieser Erfahrung, gibt es nur einen einzigen Weg, nämlich sein „ICH“, bzw. Selbst hinzugeben, sich selbst zu vergessen. Doch der Geist (der Ochse) ist ein wildes Tier, ist ungestüm und stark. Er möchte nicht gezähmt werden. Wer dieses Zähmen durch Meditation und andere Übungen beharrlich übt, wird bei der einen oder anderen Gelegenheit die Erfahrung machen, dass er selbst ganz und gar leer ist, ja eigentlich gar nicht existiert, in dieser Leerheit jedoch alle Dinge enthalten sind. Bis zu diesem Erlebnis bleibt das Zen Verständnis intellektuell und theoretisch. Hier ist es wichtig nicht auf dieser Stufe des theoretischen, konzeptionellen Zen Verständnisses gefangen stehen zu bleiben. Sonst verharrt man in auf dieser Stufe, egal wie differenziert und sorgfältig die Forschungen und das intellektuelle Verständnis auch sein mögen.