RARITAS Kuriositäten in unserer Familienforschung

Strumpfwirkermeister Johann Carl LANDGRAF (1776-1862) aus Zschocken verstarb im hohen Alter von 85 Jahren an Altersschwäche. Er hinterließ 7 Söhne und 5 Töchter, durch die er mit 95 Enkel und 85 Urenkel seine Nachkommenschaft sicherte.

Ein weiterer Vorfahre, mein Großvater 10. Generation, Andreas EBISCH (1651-1722) aus Wildbach, hatte ebenso eine reiche Kinderschar. Der Gutsbesitzer und Gerichtsschöppe hatte in 2 Ehen 18 Kinder gezeugt. Jedoch starben 8 von Ihnen schon sehr jung.

Kirchenbuch Wildbach 1766/ 008/ 003: " Georg REUTHER, alterseßene Inwohner und ehmahl. LandFuhrman in Langenbach Vid. Starb den 15. Febr. 1766 und wurde den 18. Ej. cum Coni. Beerdiget at. 93 Jahr wg. 1 aßl. Dieser Reiter hat in seiner 3fachen Ehe 16 Kinder gezeuget und von diesen 80 Enkel und 43 Uhrenkel erlebet.

23 Kinder in 3 Ehen zeugte Michael FREITAG (1582-1659) in Wildbach. 12 Kinder des Gerichtsschöppen und Gemeindevorstehers verstarben schon als Kind.


Auch Johannes ESPIG (1624-1689), Hans der Ältere genannt, zeugte in 3 Ehen 19 Kinder. Der Großvater aus 9.Generation war in Lauter ansässig und verdiente seinen Lebensunterhalt als Ackermann. 7 seiner Nachkommen starben sehr früh.

Das höchste nachweisbare Alter in unserem Stammbaum erreichte Wolf GEORGI (1465-1573) aus Zschorlau. Der Gutsbesitzer neben der Pfarre wurde 108 Jahre alt. Seine Ehefrau Ottilia wurde stolze 101 Jahre alt. Gesund ernährt oder einfach nur gute Gene?

Um "statistische Ausreißer " von Kinderreichtum und geringer Kindersterblichkeit handelt es sich bei der Nachkommenschaft meines 8G-Großvaters Georg REUTHER (1673-1766), Landfuhrmann in Langenbach:

Dieser Landfuhrmann und Gutsbesitzer hatte aus 3 Ehen 16 Kinder, von denen nur 3 jung verstorben sind, die übrigen 13 aber heirateten. Von diesen 13 verheirateten Kindern blieben 7, also die reichliche Hälfte, in den Kirchspielen Langenbach und Wildbach. Allein diese 7 Ehepaare hatten zusammen 53 Kinder, von denen 36 wieder heirateten. Was die 6 Kinder Reuthers, die nach auswärts heirateten, an Nachkommen hatten, blieb zunächst unbekannt. Diese Angaben sind einer Veröffentlichung in "Mitteldeutsche Familienkunde" (1988) zu entnehmen. Im Rahmen einer statistischen Studie über die Größe von Nachkommenschaften (innerhalb der ersten Generationen) stieß man auf diesen wohl relativ seltenen Fall von großer Anzahl von Enkeln. Wie viele Urenkel wird mein oben genannter Stammvater wohl haben? Bei diesem Landfuhrmann erhoffte man sich aus dem sächsischen Raum weitere Ergänzungen, aufgrund der Tatsache, dass dieser doch eigentlich eine riesige Nachkommenschaft bis in die Gegenwart haben müsste. Man bekam dazu 9 weitere Enkel mitgeteilt, so dass jetzt die nachgewiesene Anzahl der Enkel in dieser kleinen Nachkommenliste bereits 62 beträgt.

Eine etwas unglückliche Hand bei der Damenwahl hatte wohl unser Ahn David TEMPER (*um 1565), der Schulmeister aus Langenbach, der mit insgesamt 5 Frauen den Bund der Ehe einging. Seine erste Frau ertrank nach 19 Jahren Ehe in der Mulde, nach 9 weiteren Jahren verschied die Zweite. 1633 ging seine 3. Frau von ihm und 1639 schon die Vierte. Seine 5. Ehegattin überlebte ihn dann, als er 1643 selbst verstarb. "

Kirchenbuch Markersbach 1828/ 098: " Geburt: d. siebenten nachts elf Uhr; Taufe: d. vierzehnten; Christiane Henriette, unehel. K.; Vater: nach Angabe der Mutter ein Unbekannter, mit dem sie in Zwönitzer Wald zusammen gekommen sey; Mutter: Johanna Christiane geb. MERKELin verw. SINGERin. "

Kirchenbuch Wildbach 1597/ 027/ 001: " Jacob Franck [SCHUBERT] hatt aus Verzweiffelung und das er sich mit seinem Weibe ubel gerinigen, selbst mit seinem Handrohr erschossen, Sonnabend vor Esto Mihi. "

Kirchenbuch Wildbach 1630/ 115/ 004: "Michael, Hans KUNZens Sohn, welcher sich den 26. Aprilis mit heiser Milch verbrandt und daran gestorben. "

Kirchenbuch Wildbach 1633/ 110/ 035: " Es ist auch in den feindtseeligen Einfall von den Pfarrholtz bei der Brunnenwiese auf dem Feldt ein Schaafknecht aus der Schöna, LIEBOLDt genannt, erschossen und von den Crabaten der Halß entzwey gehauen worden; dem selben haben die Gerichte allhier auch auf dem Gottesacker tragen und begraben laßen.

Kirchenbuch Wildbach 1591/ 011/ 008: " Matz EBISCH am Oster-Dienstag, der zu dem 7. Decemb. ein Bein gebrochen über dem Holz einführenin d. Meehtheuer.

Kirchenbuch Aue 1597/ 322b/ 007: " Alte Paul HIMMELREICH in der Awe, welchen da er zu Freibergk ein Gasthoff bei Hansen Meinert ausgespannet, Enders Ruderoff pferd dz zu Rüwe zwischen zwey Pferd darauf der Himelreich gesessen, hinein geschlagen, Arme u. rechtes Bein entzweygeschlagen, darüber er bey gedachten Gastgeber lagerhafft worden und am Sontag Judica, dem 1. Marty daselbst ein halbe Stunde nach elff uhr zu mittage ist in Christo entschlaffen, dem Montag hernach alda zu freybergk christlich zur Erden bestattet. Ist am dem 26. Marty in der Pfarkyrch Awe zusam geschlagen u. am 20. Marty, am Palmsontag die Leichpredigt an grosser Anzahl valeds, mit den gewenligen Gesang und geber gefahrt worden. "

Kirchenbuch Wildbach 1632/ 110/ 002: " Hans WENDLER, welcher ufn Schneeberg von Soldaten dermasen geschlagen, das er auch den 19. Aug. seinen Geist darüber hat aufgeben müssen. "

"Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt!"